Über die Kraft der Kunst und der lebenslangen FreundschaftDer Schauspieler Bruno und sein Freund Michael, Schriftsteller, lernen auf einer Bahnreise die junge Marietta kennen. Die Kunststudentin ist merkwürdig unruhig und scheint vor etwas auf der Flucht zu sein. Spontan nehmen sich Bruno und Michael ihrer an und begleiten sie bis nach Venedig, wo sie nach wenigen Tagen einfach verschwindet. Erst Jahre später begegnet Michael ihr auf einer Lesung wieder. Diese Begegnung ist der Beginn einer Fürsorge für eine traumatisierte Frau, deren Geschichte auch die Lebenswege von Michael und Bruno verändert.Sten Nadolny hat einen klugen, hintersinnigen Roman über lange Freundschaften, tiefe Versehrungen und die Kraft des Erzählens geschrieben.»Sten Nadolny ist ein Erzähler unvergesslicher Geschichten.« FAZSten Nadolnys Longseller »Die Entdeckung der Langsamkeit« ist ein moderner Klassiker
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Herbstgeschichte
von Sten Nadolny
Über die Kraft der Kunst und der lebenslangen FreundschaftDer Schauspieler Bruno und sein Freund Michael, Schriftsteller, lernen auf einer Bahnreise die junge Marietta kennen. Die Kunststudentin ist merkwürdig unruhig und scheint vor etwas auf der Flucht zu sein. Spontan nehmen sich Bruno und Michael ihrer an und begleiten sie bis nach Venedig, wo sie nach wenigen Tagen einfach verschwindet. Erst Jahre später begegnet Michael ihr auf einer Lesung wieder. Diese Begegnung ist der Beginn einer Fürsorge für eine traumatisierte Frau, deren Geschichte auch die Lebenswege von Michael und Bruno verändert.Sten Nadolny hat einen klugen, hintersinnigen Roman über lange Freundschaften, tiefe Versehrungen und die Kraft des Erzählens geschrieben.»Sten Nadolny ist ein Erzähler unvergesslicher Geschichten.« FAZSten Nadolnys Longseller »Die Entdeckung der Langsamkeit« ist ein moderner Klassiker
Aktuelle Rezensionen(2)
Leider kann ich mich der Rezension, die schon zu diesem Buch geschrieben wurde, nur anschließen. Ich bin eigentlich recht gut in das Buch reingekommen und fand die Idee, eine Art Freundschaft über viele Jahre hinweg zu beschreiben, wirklich schön. Allerdings hat sich dann schon zur Mitte des Buches hin gezeigt, dass es wenig inhaltliche Ziele gibt, auf die die Geschichte abzielt und die das Ganze voran treiben würden. Zwar wurden in diesem Buch wichtige Themen angesprochen, wie der Existenzkampf mit der Bürokratie, den man als Mensch mit Behinderung täglich führen muss, um sein Leben überhaupt leben zu können, oder sexuelle Belästigung (hier eigentlich Cancel Culture). Allerdings finde ich, dass letzteres wieder (wie schon so oft) völlig falsch aufgerollt wurde. Statt Frauen eine ernsthafte und wichtige Stimme zu geben, wird wieder darauf geachtet, dass es vereinzelt Frauen gibt (oder geben soll), die Männern aus Rache sexuelle Straftaten andichten, um diese in den Ruin zu treiben. Statt also darauf hinzuweisen, dass es in Deutschland fast jeden Tag einen Femizid gibt und Vergewaltigungen und sexuelle Belästigung (auch am Arbeitsplatz) absolut keine Seltenheit sind, wird hier wieder die Position der Männer eingenommen und sich über ungerechtfertigte Anschuldigungen aufgeregt, die diesen einen Charakter (seinen Aussagen nach) in den Ruin getrieben haben (wobei ich mich auch die ganze Zeit gefragt habe, wie es sein kann, dass die Medien das ganze Buch über so konsequent hinter den Charakteren her waren, die nicht wirklich etwas gemacht haben, um so im Fokus aller Klatschzeitschriften zu stehen (vor allem nicht die Figur der Marietta)). Außerdem haben sich die Charaktere kein einziges Mal gefragt, ob an den Anschuldigen nicht vielleicht irgendwas dran sein könnte, Brunos Beteuerungen, dass alles nur erfunden sei, haben völlig ausgereicht. Gerade weil ja auch eine der Protagonistinnen in ihrer Kindheit sehr schlimme Erfahrungen in diesem Bereich gemacht hat und eigentlich das ganze Buch darauf aufgebaut war, fand ich das etwas enttäuschend. Noch einmal zu dem Thema der Behinderung und der Krankheiten von Marietta. Ich bin wirklich ein Fan davon, wenn nicht alles rosarot ist und so schön wie nur irgendwie möglich dargestellt wird. Allerdings fand ich dieses ständige darauf beharren, wie schwach und hilflos und psychisch instabil und unheilbar krank Marietta ist, irgendwann wirklich anstrengend (vor allem, weil auffällig war, dass sie lange die EINZIGE weibliche Person im Buch ist). Auch, dass Michael ihr über zwanzig Jahre lang hilft, alles für sie macht und ihm erst danach auffällt, dass er eigentlich gar nicht weiß, warum er ihr hilft und ob er eigentlich doch in sie verliebt ist. Auch der Schluss war für mich nicht rund, von einem Kapitel auf das andere wurde die Protagonistin Marietta als aktiver Part völlig gestrichen und wir erfahren nur noch die Gedanken des „fiktiven“ Autors, wie ihn der „echte“ Autor hier so schön bezeichnet. Ich kann hier jetzt nicht alles beschreiben, was mir nicht gefallen hat und das will ich auch gar nicht, weil der Autor sich sicherlich Mühe gegeben und sein Herz in diesen Roman gesteckt hat. Meins war es auf jeden Fall nicht und ich weiß nicht, ob ich es jemandem wirklich weiterempfehlen würde.
Irgendwie habe ich die Geschichte nicht richtig verstanden. Bruno, Michael und Titus sind für mich keine besonders spannende Personen, die den Roman so tragen können, wie sie es tun. Warum diese alten Männer mehrfach jüngere Frauen für sich begeistern können, bleibt mir schleierhaft. Das Tempo kam mit langsam vor, obwohl es sich über einen langen Zeitraum erstreckt. Unter anderem wird Cancel Culture thematisiert, die meiner Meinung nach nicht ausreichend aufgearbeitet ist und mir einseitig beleuchtet vorkommt. Die Metaebene des erfunden Erzählers gegen Ende hat die ganze Geschichte für mich eher unauthentisch und nahezu so wirken lassen, als hätte der Autor sich darüber lustig gemacht, dass er nicht wusste wie er es zu einem runden Abschluss bringen soll. In der Mitte werden nichts desto trotz wichtige Themen zu Barrierefreiheit und Problem von Menschen mit Behinderung aufgemacht und anschaulich bearbeitet. Alles in allem bin ich aber doch eher enttäuscht.