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By Anne Frank, David Polonsky, Ari Folman
Die Vielzahl der graphischen Einfälle von Folman und Polonsky ist mitreißend: Aufrisszeichnungen, Bildallegorien [...] – was die Form des Erzählens im Comic hergibt, wird hier auch benutzt.
By Martin Schäuble
Das Buch der Stunde – hochaktuell und neu überarbeitet. Das Standardwerk zum Nahost-Konflikt von der Staatsgründung bis zum Hamas-Angriff Kenntnisreich und vor Ort recherchiert: Wer den Nahost-Konflikt verstehen will, muss die Geschichte der Israelis und Palästinenser kennen – und den Menschen zuhören, die sie erlebt haben. Martin Schäuble hat über viele Jahre mit Israelis und Palästinensern gesprochen. Sie berichten von einem Leben im Ausnahmezustand, von langen, erbitterten Kämpfen. Was sie aus dem Alltag erzählen, macht überdeutlich, dass es nicht die eine gültige Wahrheit gibt. Und der andauernde Konflikt keinen Raum mehr lässt, die Stimmen der anderen Seite zu hören. – Dieses „aktuelle und ergreifende Sach- und Geschichtsbuch“ (FOCUS) beleuchtet die Region und den Konflikt hautnah – von der Staatsgründung bis zum Hamas-Angriff auf Israel. Mit Karten, Zeittafel, vielen Medientipps und Originaldokumenten. Erhellend, nicht nur für junge Leser:innen.
By Michael Brenner
Michael Brenner zeigt erstmals, wie moderne Historiker als "Propheten des Vergangenen" die Geschichte der Juden erzählt haben, und macht ihre unterschiedlichen Perspektiven und Interessen deutlich. Schon der Gegenstand der jüdischen Geschichte war umstritten: Handelt es sich um die Geschichte einer Nation oder einer Religionsgemeinschaft, einer Klasse oder einer Rasse? Das Buch ist zugleich ein faszinierender Überblick über die unterschiedlichen Bilder vom Judentum in einem Zeitalter der Ideologien. Jüdische Geschichtsschreibung hatte im 19. und 20. Jahrhundert in besonderem Maße eine politische Funktion. Juden hatten als Kollektiv wenig handfeste politische oder gar militärische Macht aufzubieten, um ihre unterschiedlichen Ansprüche auf individuelle Emanzipation in Westeuropa und Amerika, auf kollektive Autonomie in Osteuropa oder auf die territoriale Staatsbildung in Palästina zu untermauern. Was sie dagegen vorlegen konnten, war das Bewußtsein einer besonders langen Geschichte. Aus der Geschichte heraus leiteten die politischen Vorkämpfer all dieser Ansprüche ihre Legitimation ab. Ihre nichtjüdischen Kollegen dagegen betrachteten die Juden häufig als ein Fossil der Geschichte. Im 19. Jahrhundert dominierte bei ihnen der christliche Missionsgedanke, später hielt die sowjetische Geschichtsschreibung die Juden in der Klassengesellschaft für überflüssig, während sogenannte Forschungsinstitute zur "Judenfrage" als Handlanger beim nationalsozialistischen Völkermord dienten. Erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es zu einem unbefangenen Dialog zwischen jüdischen und nichtjüdischen Erforschern der jüdischen Vergangenheit.
By Andra Bucci
Als Andra und Tatiana 1944 nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurden, waren die beiden nur vier und sechs Jahre alt. Gemeinsam berichten die Schwestern von dem, was sie erleben mussten: die Kälte, der Hunger, das Spielen in Schlamm und Schnee, die vielen toten Körper und der ständig rauchende Kamin. Ihr Cousin Sergio war zuerst im selben Kinderblock untergebracht, wurde dann aber ins KZ Neuengamme bei Hamburg geschickt. Er ist eins der zwanzig ermordeten Kinder vom Bullenhuser Damm.In ihrem bewegenden Memoir erzählen die heute über 80-Jährigen auch von der Nachkriegszeit im englischen Kinderheim, der Zusammenführung mit den Eltern und dem Umgang mit der Last des Erlebten. – Ein wichtiges Zeugnis zweier der wenigen, die den Holocaust als Kinder überlebt haben, und eine starke Stimme in Zeiten des Rechtsrutsches in Europa.
By Lee Yaron
Die Chronologie des 7. Oktober der israelischen Journalistin Lee Yaron auf Basis von Interviews mit Überlebenden gehört schon jetzt zu den bedeutendsten Dokumentationen der Literaturgeschichte.
By Thomas Meyer
Antisemitismus hat viele Gesichter – und die meisten davon sind sehr freundlich. Doch auch die besten Manieren schützen nicht davor, Unsinn zu glauben. Wie zum Beispiel, dass alle Juden große Nasen hätten. Oder gut mit Geld umgehen könnten. Der Schweizer Schriftsteller Thomas Meyer wurde nie verprügelt, weil er Jude ist. Aber viele Male verspottet, beleidigt und mit irrwitzigen Behauptungen konfrontiert. Wie zum Beispiel, dass seine Nase typisch jüdisch sei. Widersprach er, widersprach man ihm: Doch, doch, das sei eindeutig eine jüdische Nase. Genau so sähen die aus! Irgendwann hörte er auf zu diskutieren und begann, seine Erlebnisse mit dem alltäglichen Antisemitismus aufzuschreiben. Entstanden ist ein kompakter Essay mit großer Wirkung. Die Alltäglichkeit und die oft erschreckende Direktheit von Meyers antisemitischen Erlebnissen nimmt uns als Leserinnen und Leser voll in die Pflicht. Und Meyer schont auch sich selbst nicht, denn er geht seinen eigenen Ressentiments in diesem bewegenden Text ebenso auf den Grund. Meyers Essay ist ein radikal subjektiver, persönlicher Beitrag zur Antisemitismus-Debatte – ein dichtes Buch mit großer Sprengkraft. Und seine Nase ist ganz normal, übrigens.
By Natalie Amiri
Die gefeierte Erfolgsautorin über eine Region, die nicht zur Ruhe kommtNiemand steht so sehr für eine unerschrockene Berichterstattung aus dem Nahen und Mittleren Osten wie Natalie Amiri. Die Region befindet sich in einem epochalen Umbruch – ausgelöst durch den 7. Oktober 2023.Für ihr neues Buch ist die preisgekrönte Autorin wenige Tage nach Sturz des Assad-Regimes nach Syrien gereist und ist auf Menschen getroffen, die für den Moment aufatmen. Wie im Libanon, der nach der massiven Schwächung der Hisbollah politisch zum ersten Mal handlungsfähig sein könnte. Ihre Reise führt sie weiter nach Israel, dort spricht sie u.a. mit dem ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Olmert, der ihr sagt, dass „die Seele des Landes“ durch Netanyahus Egoismus zerstört wird. Im besetzen Westjordanland, wo Palästinensern im Schatten des Gazakrieges mehr und mehr Land genommen wird, trifft sie u.a. auf Basel Adra, Oscargewinner des Dokumentarfilms „No other land“. Adra, der mit seinem israelischen Co-Autor die Gewalt von radikalen jüdischen Siedlern gegen Palästinenser dokumentiert, wird heute durch jene noch mehr als zuvor bedroht. Sie spricht mit Familien aus Gaza, wo internationale Journalisten seit Kriegsbeginn keinen Zugang haben. Über ihre Fassungslosigkeit, dass die Welt diesem Krieg seit zwei Jahren zusieht. Sie trifft israelische Angehörigen getöteter Geiseln, reist zu kurdischen Frauen, die in Kobane die Stellung gegen den IS halten – und den Sohn von Marwan Barghouti, dessen Bedeutung für die Palästinenser mit der Nelson Mandelas für Südafrika verglichen wird. Aber auch Gespräche mit Carla del Ponte über das Völkerrecht und Deutschlands Glaubwürdigkeit und Gespräche mit Margot Friedländer über das „Menschsein“ fließen in ihr Buch ein, mit dem ihr etwas gelingt, das heute fast unmöglich erscheint: Sie vermittelt zwischen den Welten, weckt Empathie für alle Seiten und führte dafür Dutzende Interviews in der gesamten Region. Ein Buch, das uns verstehen lässt, worauf der Nahe und Mittlere Osten mit einem massiv geschwächten Iran zusteuert und das sich am Ende doch kompromisslos auf eine Seite schlägt – die der Menschen.
By Nancy Sprowell Geise
Über die Entdeckung von Licht an den dunkelsten Orten Am 30. April 1942 gelangt der 21-jährige Pole Joe Rubinstein zusammen mit Hunderten anderen deportierten Juden nach Auschwitz/Birkenau. Er ist ein junger Mann unter vielen. Eine bloße Nummer in den Augen seiner Wärter – ein Mensch, dem man seine Würde schon auf dem Transport im Viehwaggon abgesprochen hat. Als Nr. 34207 überlebt Joe wie durch ein Wunder zwei Jahre lang den verbrecherischen Horror des monströsen Konzentrationslagers. Und er verliert seine Hoffnung auch dann nicht, als er in die anderen berüchtigten Nazi-Lager Buchenwald, Ohrdruf und Theresienstadt gebracht wird und dort schreckliche Misshandlungen erlebt. Denn in Joe ist eine Kraft, die auch das größte Grauen nicht zerstören kann: Sein Glaube an Gott, die Zuflucht im Gebet und die Liebe zu den Menschen, die er zurücklassen musste, geben ihm Hoffnung. Als im Mai 1945 die Sowjetarmee vorrückt, verlässt Joe Rubinstein Theresienstadt. Er ist am Ende seiner Kräfte und traumatisiert, aber er ist frei. Nach dem Zweiten Weltkrieg baut Joe sich in Amerika eine Karriere als exklusiver Schuh-Designer auf, gründet mit seiner deutsch-polnischen Frau eine eigene Familie, hat Enkel und Urenkel und beeindruckt bis heute seine Mitmenschen mit seinem unerschütterlichen Glauben an einen guten und liebevollen Gott. Joes Geschichte hat noch niemanden unberührt zurückgelassen. Er hat sie sich im Alter von über 90 Jahren von der Seele erzählt, nachdem er 70 Jahre lang über alles Erlebte geschwiegen hatte.
By Andrea Löw
Die Erste Große, Vielstimmige Erzählung Über Die Erfahrungen Der Jüdinnen Und Juden, Die Während Des Nationalsozialismus Aus Dem Deutschen Reich Ins Besetzte Osteuropa Deportiert Wurden. Auf Basis Hunderter Briefe, Postkarten, Tagebücher, Video-aufzeichnungen Und Vieler Weiterer Quellen Verwebt Die Historikerin Andrea Löw Die Individuellen Geschichten Zu Einem Erschütternden Zeugnis. Ein Zeugnis, Das Umso Wichtiger Ist, Als Die Letzten Überlebenden Opfer Der Shoah Bald Nicht Mehr Selbst Erzählen Können. Ab Herbst 1941 Wurden Die Im Deutschen Reich Verbliebenen Jüdinnen Und Juden Systematisch Nach Osten Deportiert. Der Deportationsbefehl War Unerbittlich - Ein Koffer War Erlaubt, Es Blieb Kaum Zeit, Um Alles Zu Regeln Und Abschied Zu Nehmen. Dann Wurden Die Menschen Aus Ihrem Bisherigen Leben Gerissen. Wer Konnte, Schrieb Briefe An Verwandte, In Denen Sie Ihnen Und Sich Selbst Mut Machen, Aber Auch Ihre Sorgen Und Ängste Thematisieren. Auch Während Des Transports, In Den Ghettos Und Den Lagern Schrieben Die Menschen Briefe Und Postkarten, Es Sind Tagebücher Und Chroniken Überliefert, Die In Der Situation Selbst Entstanden Sind - Das Macht Diese Zeugnisse So Unmittelbar. Aus Den Stimmen Der Einzelnen Menschen Komponiert Andrea Löw Eine Erzählung, Deren Lektüre Die Ganze Ungeheuerlichkeit Des Verbrechens Emotional Bewusst Macht. Indem Sie Selbst Zu Wort Kommen, Werden Die Menschen Sichtbar - Als Mütter, Kinder, Großeltern, Als Liebende, Als Junge Und Alte. Sie Schildern Ihre Ängste Und Hoffnungen, Die Stationen Bis Zur Abreise, Den Transport, Das Überleben Im Ghetto. Die Meisten Erwartete Am Ziel Der Sichere Tod, Die Überlebenden Berichten Von Gefangenschaft, Flucht Und Rettung. Sie Alle Waren Menschen, Die Unfassbares Erleben Mussten - Dieses Buch Bringt Sie Uns Ganz Nah, Mit All Ihrem Mut Und Ihrem Leid. Wer Wissen Möchte, Was Sich Hinter Den Namen Und Orten Auf Den Vielen Stolpersteinen In Deutschen Städten Verbirgt, Findet Die Geschichten Der Menschen In Diesem Buch. Aus Berlin Und Hamburg, Leipzig Und München, Dresden, Stuttgart, Köln, Hannover, Wien, Breslau Oder Stettin Und Vielen Anderen Orten. Andrea Löw. Eine Kollektive Erzählung Auf Basis Hunderter Zeugnisse--dust Jacket Cover. Includes Bibliographical References And Sources (pages 332-356) And Index.
By Wiesław Kielar
Wiesław Kielar wurde 1940 mit dem ersten Transport aus dem Gefängnis Tarnów als politischer Häftling nach Auschwitz deportiert. Fast fünf Jahre lang war er unmittelbarer Zeuge des Verbrechens. Jahre später hat er über das Erlebte geschrieben. Sein Bericht stellt die Realitäten des Lagers und die Normalität der Brutalität in kompromissloser Schonungslosigkeit dar. Mit außergewöhnlicher Beobachtungsgabe beschreibt er die fürchterlichen Lebensbedingungen, die Hierarchien und Abläufe.Kielars vielschichtige Erinnerungen sind mehr als eine Chronik der Fakten, mehr als ein Blick in das System der national-sozialistischen Vernichtungslager: Sie sind ein wichtiges Dokument menschlicher Haltung inmitten menschlicher Niedertracht.Die Neuausgabe erscheint mit einem Vorwort von Siegfried Ressel.