»Erzählt auf brillante Weise die starken Emotionen und die Komplexität der Frauen.«
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Elektra, die hell Leuchtende
By Jennifer Saint, Simone Jakob
»Erzählt auf brillante Weise die starken Emotionen und die Komplexität der Frauen.«
Popular Reviews(5)
„The gods demand their justice, but we suffer for it every time.“ Die Bücher von Madeline Miller mochte ich eigentlich ganz gerne, vor allem „Das Lied des Achill“ fand ich toll. Deshalb hatte ich mich nach langer Zeit wieder auf ein bisschen griechische Mythologie gefreut. Leider konnte das Buch mich aber nicht so richtig abholen. Die Kapitel rund um Klytämnestra und Kassandra fand ich toll, allerdings die mit Elektra leider so gar nicht. Die heldenhafte Darstellung ihres Vaters und, ja, schon die leichte Besessenheit ihm gegenüber fand ich dann noch etwas zu viel.
Wunderschön geschriebene Geschichte, die durch die unterschiedlichen Perspektiven sehr lebhaft ist und zum nachdenken anregt. Elektra hat einen ernsten Fall von Daddy Issues. Aber sie hat ihre Gründe, also Daumen hoch.
Das Buch erzählt aus drei verschiedenen Perspektiven. Elektra, die jüngste Tochter von Agamemnon (Anführer der Griechen) Klytaimnestra, Elektras Mutter, Agamemnons Frau und Helenas Schwester Kassandra, die Tochter des Trojanischen Königs Priamos. Es erzählt die Erfahrungen der drei Frauen im trojanischen Krieg. Super schön geschrieben, aber das Buch behandelt doch schwer verdauliche Themen von Verlust, Betrug, Trauer, Rache und Ausschluss aus der Gesellschaft.
Jeder kennt sie, die Geschichte des Trojanischen Krieges. Der trojanische Prinz Paris entführt die schönste Frau der Welt, Helena von Sparta, und tritt damit den größten Krieg der griechischen Antike los. Doch anstatt sich den mehr oder weniger ruhmreichen Helden des Krieges wie Achilles, Hector oder Odysseus zu widmen, wählt Jennifer Saint die Perspektive dreier Frauen, deren Leben maßgeblich durch die Entscheidungen und Taten der "großen Helden" beeinflusst wird. So erzählt zum einen Kassandra, Paris Schwester, Priesterin des Apollon und von diesem mit dem Fluch geschlagen, zwar die Zukunft sehen zu können, aber bei niemandem Gehör mit ihren Weissagungen zu finden. Sie erlebt das unmittelbare Kriegsgeschehen mit und weiß, dass ihrer Stadt der Untergang droht, den sie machtlos mit ansehen muss. Saints zweite Protagonistin ist Klytämnestra, Königin von Mykene und Frau des Agamemnon, des berühmten Anführers der Griechen. Sie kommt als junges Mädchen nach Mykene und erhofft sich ein gutes Leben für sich und ihre bald der Ehe entspringenden Kinder. Obwohl sie nicht selbst Teil des Krieges vor Trojas Toren ist, trifft dieser sie ebenso hart: ihre Tochter ist das erste Opfer dieses Krieges, noch bevor die griechischen Schiffe die Küste überhaupt verlassen haben. Zehn lange Jahre wartet sie geduldig auf ihre Rache, auf Gerechtigkeit für ihre Tochter. Zu guter letzt ist da noch Elektra, die Titelheldin, wenn man so will. Sie ist eine der Töchter Klytämnestras und Agamemnons und noch ein Kind, als ihr Vater Mykene verlässt, um seine untreue Schwägerin aus Troja zurückzuholen. Die Abwesenheit des Vaters lässt ihr viel Spielraum, ihn zu idealisieren und zu heroisieren, und ihre Mutter zu hassen für deren Groll gegenüber Agamemnon und für ihre Untreue. Schlussendlich ist Klytämnestra nicht die einzige, die Rache nehmen will. Unterschiedlicher könnten drei Protagonistinnen kaum sein, aber gerade das hat auch einen gewissen Reiz ausgemacht. Tatsächlich muss ich gestehen, dass ich die Kapitel aus Elektras Sicht mit am anstrengendsten fand, auch wenn der Titel des Buches bereits verlauten lässt, dass es im Grunde ihre Geschichte ist. Die blinde Hingabe an Agamemnon war schwer nachzuvollziehen - andererseits ist es natürlich für ein Kind auch sehr leicht, einen abwesenden Elternteil zu idealisieren. Da ich mich in der Geschichte rund um Troja ganz gut auskenne, hielt das Buch keine großen Überraschungen für mich bereit. Trotzdem war es eine Freude, mal wieder in diese Welt einzutauchen!
Mythologie, Spannung, Frauenkampf Nachdem ich den Klappentext des Buches gelesen hatte, war ich gespannt wie genau die Geschichte wohl aussehen mochte und welchen Inhalt das Buch verbarg, denn ich hatte noch keine genauen Vorstellungen. Und was dann beim lesen passiert ist: ich war begeistert! Das Buch hat mich vollkommen eingenommen und in seinen Bann gezogen. Erst war ich etwas überrascht, denn es geht in dem Buch weniger um Elektra, die die Protagonisten darstellt, als ich dachte. Das Buch erzählt zuerst einmal die „Hintergrundgeschichte“, die Geschichte rund um Troja, einen Krieg und das aufwachsen von Elektra und ihre Familie als Nebenacteure in diesem. Doch auch diese Geschichte hat mich völlig begeistert und in eine Welt fernab der unseren versetzen. Die ganze Story ist mit ihrem griechischen, historischen Stil einfach geschickt gespannt und mit einer perfekten Mischung aus Mythologie und Emotionen durchwoben. Und das vor einem perfekten Bild der damalige Umstände: die hautnah geschilderten Gefühle, die barbarische Gewalt, die Unterdrückung, der Krieg, die Freude und der Sieg. Die Geschichte wird aus der Sicht von drei starken Frauen erzählt, so dass man jede einzelne kennenlernen und ihre Sicht auf die Geschichte verstehen kann. Man beginnt zu erkennen welche Rollen die einzelnen Charaktere spielen werden und kann mit ihnen leben in Zeiten von Hoffnung wie auch Verzweiflung, lieben und fühlen, ob nun Freude, Freundschaft, Hass oder Rache. Man lernt die Charaktere lieben und hassen und verfolgt aus verschiedenen Sichten eine Geschichte, die einfach unfassbar spannend, fesselnd und interessant ist. Und das mit einem Schreibstil, der mich als Leser völlig mitreißen konnte und diesem Buch rund um Liebe, Hass und Mythologie seine perfekte und verdiente Krone aufsetzt. Es geht nicht (wie ich dachte) vordergründig nur um Elektra und ich muss zugeben, dass ich das Ende im Vergleich zum restlichen Buch etwas schwach fand. Aber da der Rest des Buches einfach großartig war kann man das Ende trotzdem noch als sehr gut bezeichnen. Alles in allem ein einzigartiges und umwerfendes Buch mit schönem trojanischen und mythologischen Flair. P.s.: auch wenn die Namen die ungewöhnlichen alten der Geschichte Trojas darstellen, so versteht man das Buch dennoch gut. Es ist wahrscheinlich praktisch, wenn man ein bisschen Wissen in Richtung griechische Götter hat, aber auch ohne Wissen über diese Mythologie oder Troja kann das Buch sehr gut gelesen werden, denn es erklärt selbst die ganze Geschichte.