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Duras: Der Liebhaber Marguerite Duras "49" Suddeutsche Zeitung / Bibliothehek

By Marguerite Duras, Ilma Rakusa

Format:Hardcover

Auf einer Fähre über den Mekong begegnen sie sich zum ersten Mal: das junge weiße Mädchen und der reiche, doppelt so alte Chinese. Eine Affäre beginnt, zwischen Liebe und Prostitution schwankend, die für die junge Frau bald zur einzigen Zuflucht in ihrem schwierigen Alltag wird.

Romance
95 pagesHardcover
First published 2005

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Vero • BookaliciousReviewed by Vero • Bookalicious

Das Buch "Der Liebhaber" von Marguerite Duras hat mich, trotz seiner Kürze, vollkommen eingenommen gehabt. Die französische Schriftstellerin erinnert sich bruchstückweise zurück an ihr Leben in den 1930er Jahren in Indochina, in denen sie als 15jähriges Mädchen einem 27-jährigen, reichen, chinesischem Geschäftsmann begegnet, und mit ihm eine Liebesbeziehung beginnt, die sowohl das gleichzeitige Begehren, die Anziehungskraft und Liebe aufzeigt, aber auch die sozialen Unterschiede, die Abhängigkeit und Einsamkeit der Beiden. Dieser hohe Altersunterschied fühlte sich für mich, aus heutiger Perspektive unheimlich befremdlich an, und doch geht es hier um so viel mehr, als diese skandalöse Liebe. Es war hier eigentlich keine echtes Gleichgewicht zwischen Beiden gegeben, da sie aus sehr schwierigen Familienverhältnissen kommt und sich über ihn, der ihr dahingehend weit überlegen ist, aushalten lässt und diese Liebe unter dem Deckmantel der "Prostitution" laufen lassen möchte. Auch das Verhältnis zur Mutter, das hin und her gerissen war zwischen Wut, Angst, Gewalt, Enttäuschung und doch emotionaler Verbundenheit, hat mich gleichmaßen aufgeregt und tief bewegt. Da wo einerseits diese Beziehung moralisch und gesellschaftlich von ihr abgelehnt wurde, so kam es der Mutter dennoch gelegen, wenn es darum ging, finanzielle Vorteile für die Familie zu erwirken. Man tauchte hier sehr poetisch ein, in die Erinnerungen und Gedanken der Erzählerin und fragte sich, ob diese erst dadurch lebendig und für sie zur Bedeutung geworden sind. Die Autorin zeigt, das Liebe schön und schmerzhaft zugleich sein kann und dass Liebe manchmal erst in der Erinnerung zu dem wird, was sie im Grunde immer war. Genauso kann sie enden und trotzdem für die Ewigkeit in jedem verweilen und bleiben. Was immer diese zwei Menschen für diese Episode verband, darf halt hier, fern ab von Verurteilung und Erklärungen von Aussen, existieren. Und auch wenn es keine Worte braucht, darf Liebe auch rückblickend Bedeutung finden und genau diesen Punkt, fand ich hier einfach unheimlich großartig umgesetzt und erfasst. Ich mochte besonders diese klare, poetische Sprache, das Setting der Ufer des Mekongs, die Beschreibungen der Städte wie Saigon und der Menschen darin, den Tiefgang zum Thema Verlust, Tod oder Abschied und die Wehmut dieses älteren Mannes, der sie auf seine Art liebte, und ihr eine Bedeutung gab, die ihr erst so viele Jahre später klar werden würde. Wenn man sich einmal an ihre gedanklichen Sprünge in ihren Erinnerungen gewöhnt hatte, war das Buch ein Genuss zu Lesen. Definitiv anspruchsvoll, aber doch noch so viel mehr!

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