Reicht die Liebe im Zweifel? Michelle ist Anfang dreißig, als ihr Leben im Osten des Landes auseinanderbricht. Sie lässt alles hinter sich und fängt von vorne an: Als Rezeptionistin eines Hotels trifft sie auf Luxus, westdeutschen Reichtum und – Henry. Einer, der ganz andere Startmöglichkeiten hatte als sie, dem es nie an irgendetwas gemangelt hat. Sie verlieben sich, allen Unterschieden zum Trotz. Es erscheint Michelle zum ersten Mal möglich, ein sorgloses Leben. Aber es wäre kein Buch von Ruth-Maria Thomas, wenn nicht alle schönen Gewissheiten irgendwann gehörig ins Wanken gerieten ... Mit großer Sogkraft und berückender Leichtigkeit erzählt der Roman von Aufstiegswünschen, Abstiegsängsten und von der Frage, was Freiheit und Sorglosigkeit für einen Preis haben.
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Die zweitgrößte Liebe
Reicht die Liebe im Zweifel? Michelle ist Anfang dreißig, als ihr Leben im Osten des Landes auseinanderbricht. Sie lässt alles hinter sich und fängt von vorne an: Als Rezeptionistin eines Hotels trifft sie auf Luxus, westdeutschen Reichtum und – Henry. Einer, der ganz andere Startmöglichkeiten hatte als sie, dem es nie an irgendetwas gemangelt hat. Sie verlieben sich, allen Unterschieden zum Trotz. Es erscheint Michelle zum ersten Mal möglich, ein sorgloses Leben. Aber es wäre kein Buch von Ruth-Maria Thomas, wenn nicht alle schönen Gewissheiten irgendwann gehörig ins Wanken gerieten ... Mit großer Sogkraft und berückender Leichtigkeit erzählt der Roman von Aufstiegswünschen, Abstiegsängsten und von der Frage, was Freiheit und Sorglosigkeit für einen Preis haben.
Popular Reviews(36)
In den schlechten Momenten eine einfach geschriebene und arg vorhersehbare Liebesgeschichte, in den besten Momente eine sensible, eindringliche Darstellung der unüberwindbaren Barrieren durch unterschiedlichen sozioökonomische Sozialisation, die sich in tiefgreifenden anderen Bedürfnissen und die Unmöglichkeit diese beim Gegenüber zu verstehen äußert.
Mal wieder total überzeugt von Ruth-Marias Schreibstil. Es gelingt ihr so sehr mitzufühlen ...
Ich bin Ruth-Maria Thomas Fan und habe mich grundsätzlich auf das neue Buch gefreut. Ich bin angetan davon, wie sie es schafft, die Lebenswelt von Frauen meiner Generation, die im Osten aufgewachsen sind, in ihren Geschichten und Scheinwerferlicht zu rücken. Ich (1996) fühlte mich bereits bei „Die schönste Version“ gesehen. Die Prämisse des aktuellen Werks ist natürlich nicht komplett neu, aber vor allem durch die Rückblenden auf die Vergangenheit der Protagonistin bekommen die Leser:innen einen tiefen Einblick in die Tristesse des Aufwachsens in der Lausitz um die Jahrhundertwende. Besonders aufgrund meiner persönlichen Nähe zur Heimat der Protagonistin, habe ich mir für sie beim Lesen andere Entwicklungen und ein anderes Ende gewünscht, obwohl ich mir durchaus vorstellen kann, dass Mischelle selbst damit gar nicht unzufrieden wäre. Bella ciao!
Ich habe dieses Buch in zwei Tagen verschlungen und konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Die Liebesgeschichte von Henry und Michelle hat mich von Anfang an gepackt. Besonders gutgetan hat, dass ihre Geschichte so wunderbar klischeefrei erzählt wird. Keine typische, vorhersehbare Romanze, sondern eine Beziehung, die sich echt, komplex und unglaublich menschlich anfühlt. Ruth-Maria Thomas zeigt, dass Liebe nicht immer einfach ist und dass Herkunft, Geld, Sicherheit und die eigenen Erfahrungen einen viel größeren Einfluss auf eine Beziehung haben können, als man zunächst denkt. Dabei greift sie auch das Thema Klassismus auf und zeigt sehr eindrücklich, wie unterschiedlich die Voraussetzungen sein können, mit denen Menschen durchs Leben gehen.
Auf den ersten Blick scheint es eine fast schon gewöhnliche Liebesgeschichte zu sein: Arme Frau verliebt sich in reichen Mann. Aber schnell wird klar, es ist viel, viel mehr. In „Die zweitgrößte Liebe“ erzählt Ruth-Maria Thomas eine Geschichte der gesellschaftlichen Unterschiede in Deutschland: Oben vs. Unten, Ostdeutschland vs. Westdeutschland, Frau vs. Mann, Provinz vs. Stadt. Den Kern in diesem Roman bildet dabei der Klassenunterschied zwischen den beiden Liebenden. Michelle ist verschuldet, verdient nicht viel Geld in ihrem Job an der Hotelrezeption und ihr ganzes Leben dreht sich eigentlich nur um Geld. Geld das sie nicht hat, aber bräuchte. Bei Henry ist es genau umgekehrt. Er denkt quasi nie über Geld nach, denn er hat genug. Durch die Geburtslotterie in eine wohlhabende Familie geboren und einen gutbezahlten Job, muss er sich mit Anfang 30 über seine Zukunft schon keine Sorgen mehr machen. Als die beiden sich in dem Hotel, in dem Michelle arbeitet, treffen, verlieben sie sich schnell ineinander. Perfekte Lovestory? Nein! Denn genau hier schafft die Autorin die feinen und nicht so feinen Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Klassen der beiden gekonnt herauszuarbeiten und zu beschreiben. Wie verschieden der Blick auf die Welt doch ist, wie anders die Denk- und Lebensweise von Menschen funktioniert, wenn sie gewohnt sind und es eben nicht anders kennen (kein) Geld zu haben. Kann Liebe Klassengrenzen überwinden? „Die zweitgrößte Liebe“ ist damit nicht nur ein Roman über Liebe und Freiheit, sondern vor allem ist er ein Porträt der Klassengesellschaft, in der wir alle leben und agieren, ob wir wollen oder nicht. Noch interessanter wäre der Roman dann noch gewesen, wären die Rollen der beiden vertauscht gewesen. Reiche Frau lockt armen Mann mit viel Geld in ihre Abhängigkeit wäre an der Stelle auch nochmal ein spannender Kontrast gewesen. Leseempfehlung? Absolut und unbedingt!