4.5

Zonen der Angst

von Michael Roth

Format:eBook

Der langjährige Außenpolitiker Michael Roth schreibt in radikaler Offenheit von den «Zonen der Angst» der Berufspolitik. Vom innerparteilichen Machtkampf. Den sozialen Medien und dem drohenden Shitstorm. Dem Pranger, weil man die Rituale und die Sprache der eigenen Bubble, Partei oder Peergroup infrage stellt. Dem falschen politischen Spiel mit gesellschaftlichen Ängsten. Darunter hat der Mensch Michael Roth immer stärker gelitten – und seine psychische Erkrankung erst spät erkannt. Mit seinem Buch möchte er anderen Mut machen, sich den eigenen Ängsten zu stellen. Dabei schont er weder seine politischen Weggefährten noch sich selbst. Fast sein halbes Leben lang war Michael Roth Berufspolitiker, zuletzt als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. Ein leidenschaftlicher Unterstützer der Ukraine, der seine Haltung gegenüber Russland früh überdacht hat und auch deshalb nicht nur in seiner eigenen Partei in der Kritik stand. Roth wuchs in schwierigen Verhältnissen im nordhessischen «Zonenrandgebiet» auf. Mit 28 zog er in den Bundestag ein. Er erlebte die erste rot-grüne Koalition im Bund, die Jahre der Großen Koalition und schließlich das jäh gescheiterte Experiment der Ampel. Nach fast 27 Jahren als direkt gewählter Abgeordneter und einer psychischen Erkrankung entschied er, seine politische Karriere zu beenden. Nun legt er eine sehr persönliche Geschichte über sein Leben in der Politik und mit der Angst vor: radikal offenherzig, analytisch klar und schonungslos selbstkritisch.

Biografien & Memoiren
302 SeiteneBook
Erschienen an: September 18, 2025

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Simon CheungRezension von Simon Cheung

Deutsche Politiker stehen vor besonderen Herausforderungen, die durch mediale Darstellung und öffentliche Wahrnehmung verstärkt werden. In den Medien werden politische Akteure häufig humoristisch dargestellt oder als Witzfiguren inszeniert, wodurch ihr Ansehen in der Bevölkerung sinkt und die Ernsthaftigkeit ihrer Arbeit oft infrage gestellt wird. Dies führt zu einem Mangel an Respekt gegenüber den politischen Institutionen und ihren Vertretern. Ein Vergleich mit anderen politischen Systemen verdeutlicht Unterschiede in der Wahrnehmung und Durchsetzung von Macht. So genießen politische Führer in autoritären Systemen, etwa Xi Jinping in China, einen deutlich höheren Respekt in der Bevölkerung, was unter anderem auf die politische Struktur und den eingeschränkten öffentlichen Diskurs zurückzuführen ist. In demokratischen Gesellschaften wie Deutschland ist die Gesetzgebung komplex: Gesetzesentwürfe durchlaufen mehrere Instanzen, Diskussionen und Kompromissprozesse, bevor sie umgesetzt werden. Diese langsamen Abläufe können dazu führen, dass die Bevölkerung das politische System als ineffizient wahrnimmt. Parteien wie die AfD nutzen diese Wahrnehmung, indem sie schnelle Lösungen und einfache Antworten auf gesellschaftliche Probleme anbieten, wodurch sie Wählerstimmen gewinnen können. Darüber hinaus erschwert parteiinterner Wettbewerb die Zusammenarbeit. Innerhalb politischer Parteien kommt es häufig zu Konflikten und Machtkämpfen, die eine kohärente politische Arbeit zusätzlich behindern. Insgesamt zeigt sich, dass der Beruf des Politikers in einer demokratischen Gesellschaft mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist. Die öffentliche Wahrnehmung, die Komplexität der Gesetzgebung, parteiinterne Konflikte und die Möglichkeiten für oppositionelle Parteien, populistische Forderungen zu platzieren, machen den politischen Alltag anspruchsvoll und unterstreichen die Belastungen, denen Politiker ausgesetzt sind.

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