Zähe Hunde
von Falun Ellie Koos
Falun Ellie Koos, geboren 1992, ist Schriftsteller und Filmemacher. Koos' Debütroman "Zähe Hunde" wurde für eine Vielzahl an Preisen nominiert, u.a. für die Shortlist des wichtigen Libris-Literaturpreises, und von der Zeitung Het Parool zu einem der zehn besten Bücher des Jahres gewählt. Koos gewann 2022 den Joost-Zwagerman-Essaypreis und erhielt 2023 ein Cronestipendium für vielversprechende Autor:innen der Stadt Utrecht. Andrea Kluitmann, geboren 1966, studierte Germanistik und Filmwissenschaft in Bochum und Amsterdam. Heute arbeitet sie als Übersetzerin von Romanen, Theaterstücken und Graphic Novels und gibt Interviewtraining und Deutschunterricht.
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Zähe Hunde
von Falun Ellie Koos
Falun Ellie Koos, geboren 1992, ist Schriftsteller und Filmemacher. Koos' Debütroman "Zähe Hunde" wurde für eine Vielzahl an Preisen nominiert, u.a. für die Shortlist des wichtigen Libris-Literaturpreises, und von der Zeitung Het Parool zu einem der zehn besten Bücher des Jahres gewählt. Koos gewann 2022 den Joost-Zwagerman-Essaypreis und erhielt 2023 ein Cronestipendium für vielversprechende Autor:innen der Stadt Utrecht. Andrea Kluitmann, geboren 1966, studierte Germanistik und Filmwissenschaft in Bochum und Amsterdam. Heute arbeitet sie als Übersetzerin von Romanen, Theaterstücken und Graphic Novels und gibt Interviewtraining und Deutschunterricht.
Aktuelle Rezensionen(2)
Gut geschrieben und erzeugt eine bedrückende Atmosphäre. Sie zieht einen in ihren Bann und man möchte trotzdem die Hoffnung bis zum Ende nicht aufgeben, dass es für die Protagonistin ein gutes Ende nimmt.
Ada wächst mit ihrem Bruder beim Vater im Trailerpark auf. Nach dem frühen Tod der Mutter erzieht er sie geprägt von Arbeit, Härte und Abwertung. Ich begleite eine Ich-Erzählerin, die früh lernt, genau darin zu bestehen: arbeiten statt Kindheit, funktionieren statt fühlen, immer mit dem leisen Drang, dem Vater etwas zu beweisen. Ada hält stand, ihr Bruder zerbricht daran. Die Kindheit auf engem Raum, zwischen Wohnwagen, Asphalt und Zäunen, hat mich besonders getroffen. So viel Enge, dass selbst die Vorstellung von Freiheit kaum Platz hat. Die Familie ist kalt. Distanziert. Angst liegt zwischen den Zeilen. Der Vater hart, unnachgiebig, oft grausam in seinen Methoden. Und doch hatte ich immer wieder das Gefühl: Er wusste es nicht besser. Seine Art, auf das Leben vorzubereiten, ist brutal. Manche Szenen haben mich sprachlos gemacht. Wirklich. Dieses „Das ist gerade nicht passiert… oder?“ und dann starre ich einfach nur vor mich hin. Sprachlich? Schmerzhaft gut. Sie ist rau und direkt. Nichts wird beschönigt. Ich spüre jede Seite, dieses unterschwellige Unbehagen, das sich durchzieht und nie ganz verschwindet. Für mich ist das kein Wohlfühlroman. Überhaupt nicht. Es ist ein schweres, bedrückendes Buch über Kindheit, Härte und das, was bleibt.