4.2

Wir holen alles nach

von Martina Borger

Format:Hardcover

Jahrelang hat sich Sina allein um ihren Sohn Elvis gekümmert, hat sich aufgerieben im stressigen Alltag einer Alleinerziehenden zwischen Job und Kind. Jetzt hat ihr Leben eine neue Wendung genommen durch Torsten, der ihr ein liebevoller Partner und dem Achtjährigen ein fürsorglicher Zweit-Vater ist. Eine Zeit der Entspannung und Ruhe scheint gekommen, zumal Elvis in Ellen, der ehemaligen Buchhändlerin, so etwas wie eine Großmutter gefunden hat, die ihm das geben kann, woran es Sina am meisten mangelt - Zeit. Bis Ellen eines Tages bemerkt: Etwas stimmt nicht mit Elvis. Er hat blaue Flecken am Körper und versucht, sie zu verbergen. Ellen hat einen Verdacht und meint, sie müsse handeln. Eine Patchworkfamilie, die sich gerade erst zusammengerauft hat, gerät aus der Balance, tragisch und folgenreich

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: 2020-03-25

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Aktuelle Rezensionen(2)

4.2(9 ratings)
Stefanie KnausRezension von Stefanie Knaus

Eine tolle Geschichte!

BettinaRezension von Bettina

‚Wir holen alles nach‘ von Martina Borger erzählt die Geschichte von zwei Frauen. Ellen und Sina. Beide leben in München. Ellen ist früh Witwe geworden, ihre Kinder sind schon lange aus dem Haus, die beiden Söhne sieht sie selten, denn sie leben in Köln und Schweden. Ihre beste Freundin wohnt auch nicht mehr in unmittelbarer Umgebung. Da sich die Rentnerin ein Leben in München von ihrer Rente allein nicht leisten kann, verdient sie sich noch etwas Geld dazu. Sie trägt morgens Zeitungen aus. Und gibt Nachhilfeunterricht. Eines der Kinder, das zum Nachhilfeunterricht kommt, ist Elvis. Elvis ist Sinas Sohn. Und ein eher schüchterner, introvertierter Junge, der aber sofort eine Verbindung zu Ellen und ihrem Hund hat. Auch Elvis scheint manchmal einsam zu sein. Seine Mutter ist alleinerziehend, sein Vater hat selten Zeit und ist auch nicht sehr zuverlässig. Sina würde als alleinerziehende Mutter gerne so viel mehr leisten und Zeit für ihr Kind haben, doch da ist die Arbeit in der Werbeagentur und seit kurzem hat sie einen neuen Partner, der ihr wirklich gut tut. Während beide Frauen ihren Alltag so meistern, bringt eine Kleinigkeit alles durcheinander... Schon nach wenigen Seiten war es um mich geschehen. Der Schreibstil von Martina Borger hat mich sofort irgendwie gefesselt. Er ist einerseits so klar, fast nüchtern, und doch steckt so viel Thema, so viel Bedeutung, so viel Gefühl in so wenigen Zeilen, dass ich schon nach wenigen Seiten das Gefühl hatte, dass dieses Buch hier einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen bekommen könnte. Martina Borger erzählt die Geschichte von Ellen und Sina so ruhig und doch so kraftvoll, dass ich einfach gefesselt wurde. Und auch wenn der Schreibstil nicht sehr ausschmückend ist, habe ich mich den Charakteren so nah gefühlt. Ich finde, dass man besonders die inneren Konflikte, die die Frauen jeweils austragen, so gut nachvollziehen kann, selbst wenn man diese Konflikte selbst nicht erlebt hat. Ohne zu viel zu verraten, geht es zum Beispiel um den Spagat, den alleinerziehende, arbeitende Elternteile vollbringen müssen, vollbringen wollen. Und um Familiendynamiken. Um Einsamkeit im Alter. Und und und. Einfach ein Buch, das so viel so besonders thematisiert. Ich mochte beide Frauen auf Anhieb. Und die Verbindung zwischen Ellen und Elvis hat mich so gerührt und bewegt, ich war wirklich mittendrin statt nur dabei. Und dabei sind das (noch?) alles keine Themen, die meinen eigenen Alltag bewegen. Ich glaube aber, dass viele Frauen, viele Menschen, sich in diesem Buch an der ein oder anderen Stelle wiederfinden können. Trotz des ruhigen Erzählstils gibt es ein Ereignis in der Geschichte, was den Spannungsbogen nach und nach etwas aufbaut. Für mich hat sich das total harmonisch eingefügt, es war nicht effekthascherisch geschrieben, sondern so behutsam, so vorsichtig und doch auch drängend. Ich kann es nur wiederholen: ich bin wirklich begeistert. Für mich ist ‚Wir holen alles nach‘ von Martina Borger eine echte Überraschung. Nachdem ich von dem Klappentext schon interessiert war, hat mich letzten Endes neben der Geschichte vor allem die Erzählweise so begeistert. Ich möchte auf jeden Fall noch mehr von Martina Borger lesen und bin neugierig auf neuen Lesestoff aus ihrer Feder.

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