3.8

Wie ein Schatten im Sommer

von Adriana Popescu

Format:Softcover
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Ein Sommer auf dem Land, die erste große Liebe und ein schrecklicher VerdachtEinen Neubeginn wagen – anderer Ort, andere Leute, alles auf Anfang! Das hofft Vio, als sie mit ihrer Familie in ein kleines Dorf in Süddeutschland zieht. Und als Vio am ersten Tag nicht nur Anschluss an eine nette Clique bekommt, sondern die Pizza auch noch von dem wirklich netten Konstantin gebracht wird, bekommt das Landleben schon mal 5 Sternchen. Bald kann Vio sich gar nicht mehr vorstellen, je etwas anderes gemacht zu haben, als durch leuchtende Maisfelder zu radeln und am sonnenwarmen See zu liegen – den Jungen ihrer Träume neben sich. Wäre da nur nicht die Clique seines großen Bruders Robin mit ihren fremdenfeindlichen Sprüchen, die dann doch einen Schatten ins Sommerlicht werfen. Aber zum Glück hat Konstantin mit denen nichts zu schaffen – oder etwa doch?Ein fein gezeichneter Roman über Zivilcourage, Loyalität und nicht zuletzt – die Liebe!

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
480 SeitenSoftcover
Erschienen an: September 13, 2021

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Aktuelle Rezensionen(3)

3.8(8 ratings)
feder_magieRezension von feder_magie

Vio hat rumänisch Wurzeln und zieht mit ihren Eltern in ein idyllisches Dorf namens Walddorf. Dort übernehmen sie im örtlichen Tennisclub ein Restaurant, in dem nationale rumänische Küche angeboten wird. Doch nicht jeder in dem kleinen Dorf ist begeistert darüber, dass Ausländer nun ihre Nachbarn sind. Das Buch konnte mich ab der ersten Seite fesseln und die anfangs noch sehr freundliche und schöne Atmosphäre schwang schneller um, als ich dachte. Vio ist einfach ein wundervoller Mensch und ich fühlte mich direkt am Anfang schon mit ihr verbunden. Auch dieses junges-Mädchen-startet-neu Vorgeplänkel kommt nicht plump rüber, oder fühlt sich an wie lese-ich-in-jedem-zweiten-Buch-und-wird-langweilig. Adriana ist einfach immer so einfühlsam und ihre Charaktere sind so liebenswert und dreidimensional gestaltet, dass diese stereotypen Szenen einfach absolut lesenswert und niemals langweilig sind. Als Vio Konstantin kennenlernt bändeln die beiden langsam miteinander an. Konstantin ist ein richtiger Teenager. Er weiß nicht so ganz, wohin ihn sein Lebensweg führen soll, was er will und auch nicht, wer genau er ist. Wer kennt es nicht? Die Phase hatten wir alle schon einmal und der ein oder andere steckt vielleicht sogar noch mittendrin. Dadurch, dass sein Bruder cool ist und der Mittelpunkt der Walddorfer Jugend ist, fühlt er sich nicht richtig wertgeschätzt. Mit Vio und ihren Eltern halten auch fremdenfeindliche Attacken Einzug in das sonst so ruhige Dorf und es entwickelt sich ein Hass, mit dem niemand gerechnet hat und in dessen Sog auch Konstantin hineingezogen wird. Mein Herz wurde mit jeder Seite schwerer und führte mir vor Augen, wie Alltagsrassismus funktioniert und wie Menschen, die noch nicht mit beiden Beinen im Leben stehen, auf die falsche Seite gezogen werden. Der Roman ist einfach so unheimlich realistisch, als würde es direkt vor den Augen des Lesenden passieren, denn die Nachrichten und Facebookgruppen sind voll nur von Fremdenhass. Vios Gefühle mitzuerleben hat etwas so Niederschmetterndes, Zerstörendes, aber auch Augen öffnendes. Vio ist für mich eine absolute Heldin und ein Vorbild, denn sie zeigt Haltung, in jeder Lebenslage, in jedem Moment. Doch nur der Lesende weiß, was wirklich in ihr vorgeht. Wenn du Rassismus mitbekommst, laufe nicht daran vorbei und schließe nicht die Augen. Wir können alle etwas dagegen tun und wenn es nur der Griff zum Handy und der Notruftaste ist. Rechts ist niemals eine Meinung und hat keine Toleranz verdient. Wer Intoleranz toleriert richtet nur Schaden an und gibt rechtem Gedankengut eine Plattform und mehr Stärke.

Rezension von

Das Buch hat stark angefangen, aber irgendwann sind mir die Figuren und in erster Linie Konstantin verloren gegangen. Ich konnte seine Handlungen kaum nachvollziehen, fand sein Verhalten oft dämlich und deine Gründe kindisch. Vio fand ich besser, auch wenn sie für mich wenig individuelle Persönlichkeit hatte, weswegen ich sie schwer greifen konnte. Sehr gut gefallen hat mir der Umgang mit (Alltags)Rassismus und Ausländerfeindlichkeit in Deutschland. Das hat alles sehr realistisch (so traurig es auch ist) gewirkt. Den Schreibstil fand ich für Adriana Popesucs Verhältnisse eher schwach. Viele Formulierungen waren unsauber und allgemein war das Buch nicht so wortgewaltig wie andere ihrer Bücher. Insgesamt 3,5 Sterne, weil die Message so wichtig ist und man insgesamt auch gut unterhalten wird.

idaRezension von ida

Die Twists waren sehr unerwartet, ich hätte mir noch ein genaueres Ende oder eine Fortsetzung gewünscht, dadurch wäre vielleicht die Story zwischen Vio&Konstantin beendet worden. Auch interessant wäre gewesen, zu wissen wie es mit dem Restaurant und dem Asylantenheim weitergeht. Der Schreibstil war jedoch trotzdem gut! :)

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