3.3

Wenn die Tage länger werden: Roman (German Edition)

von Anne Stern

Format:eBook

Der Sommer, der mir gehörte. Sechs Wochen, aber gleichzeitig ein halbes Leben, das vor ihr lag. Mit zäh fließenden Honigtagen am See und Radfahrten über Waldbodenteppiche aus Tannennadeln. Mit kühlen Wasserspritzern auf geschlossenen Lidern, Pommes Rot-Weiß, kurz bevor das Schwimmbad schloss, statt dem geplanten Abendbrot drinnen am Tisch, tiefblauem Himmel über dürren Fichten und senfgelben Feldern. Es ist das erste Mal seit sechs Jahren, dass die alleinerziehende Musiklehrerin Lisa einen Sommer ohne ihren Sohn vor sich hat. Doch die lang ersehnte Freiheit bringt auch Zweifel mit sich. Da ist die Sehnsucht nach ihrem Kind und die Frage, was für eine Frau sie eigentlich ist, wenn sie mal keine Mutter ist. Auf der Suche nach einem Restaurator für ihre alte vernachlässigte Geige begegnet sie der Obstbäuerin Ute in ihrem Kirschgarten, einer Frau, die keine Zeit mehr für Kompromisse hat. Bald wird Lisa klar, dass die Frage nach ihr selbst eng mit all dem verknüpft ist, worüber in ihrer Familie stets geschwiegen wurde. Und sie erfährt die unwiderstehliche Magie eines Sommers zwischen den Abgründen der Vergangenheit und einer neuen flirrenden Freiheit. Ein schwebend schöner, tiefgründiger Roman von Bestsellerautorin Anne Stern.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
383 SeiteneBook
Erschienen an: 2025-03-12

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Aktuelle Rezensionen(3)

3.3(8 ratings)
IsaRezension von Isa

Ein leiser, atmosphärischer Roman über eine Mutter, die im Sommer allein zurückbleibt und sich auf Spurensuche in ihre Familiengeschichte begibt. Fazit: Berührend, nachdenklich und poetisch – ideal für ruhige Lesestunden.

SelinaRezension von Selina

Ein ruhiges Buch über Mutterschaft, Musik und die Aufarbeitung einer Familiengeschichte. Die Geschichte wird leise und sensibel erzählt, ohne große Dramen. Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen, auch wenn es zwischendurch etwas langatmig war. Solide 3,5 von 5 Sternen.

ines 🌿Rezension von ines 🌿

Die Sommerferien brechen an und vor Lisa, die als Lehrerin arbeitet, liegen 3 Wochen, in denen sie nur für sich ist — zum ersten Mal seit der Geburt ihres Sohnes. Dieser verbringt die Zeit bei seinem Vater; eine völlig neue Erfahrung für Lisa und umso verlorener ist sie im ersten Moment und sie fragt sich, wie sie die Tage und Wochen ohne ihren Sohn füllen soll. Sie entscheidet sich dazu, ihre frühere Leidenschaft, das Geigespielen, wieder auflebenzulassen. Ihre Geige, ein Erbstück ihres Großvaters, ist der Start einer Reise in die Abgründe ihrer Familiengeschichte, die geprägt ist von Geheimnissen rund um den zweiten Weltkrieg, über die viel zu lange geschwiegen wurde. Der Roman behandelt so viele wichtige und große Themen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Zum einen ist ganz zentral das Thema Mutterschaft und welche Kraft es erfordert, welche Opfer gebracht werden. Lisa liebt ihren Sohn über alles, daran lässt die Autorin keinen Zweifel, trotzdem fragt Lisa sich „Was wäre wenn?“ und wer ist sie überhaupt noch außerhalb ihrer Rolle als Mutter? Auch die Rolle des meist abwesenden Kindsvaters wird sehr interessant thematisiert und hat Fragen aufgeworfen und mir völlig neue Sichtweisen eröffnet. Außerdem zieht sich die schwierige Beziehung von Lisa und ihrer eigenen Mutter durch den Roman und ich wollte Lisas Mutter manchmal wirklich einfach von ihren schlimmen Glaubenssätzen wachrütteln.

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