Was in jener Nacht geschah
von Katherena Vermette
Von der Stärke der Frauen und der Überlebenskraft der kanadischen Ureinwohner.Winnipeg, North End. In einer kalten Winternacht bemerkt die junge Mutter Stella, dass auf der einsamen Brache vor ihrem Haus jemand überfallen wird. Voller Furcht ruft sie die Polizei. Als die Beamten endlich eintreffen, finden sich zwar Zeichen eines Kampfes, eine zerbrochene Bierflasche und Blut im Schnee, aber vom Opfer fehlt jede Spur. Und die Beamten hegen Zweifel an Stellas Aussage, eine Frau sei vergewaltigt worden. Doch es ist die Polizei, die sich irrt.
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Was in jener Nacht geschah
von Katherena Vermette
Von der Stärke der Frauen und der Überlebenskraft der kanadischen Ureinwohner.Winnipeg, North End. In einer kalten Winternacht bemerkt die junge Mutter Stella, dass auf der einsamen Brache vor ihrem Haus jemand überfallen wird. Voller Furcht ruft sie die Polizei. Als die Beamten endlich eintreffen, finden sich zwar Zeichen eines Kampfes, eine zerbrochene Bierflasche und Blut im Schnee, aber vom Opfer fehlt jede Spur. Und die Beamten hegen Zweifel an Stellas Aussage, eine Frau sei vergewaltigt worden. Doch es ist die Polizei, die sich irrt.
Aktuelle Rezensionen(1)
Die junge Mutter Stella beobachtet von ihrer Wohnung aus einen sexuellen Übergriff auf eine junge Frau. Täter und Opfer verschwinden ungesehen und die gerufenen Polizisten hegen Zweifel an Stellas Aussage. So beginnt ein Ausschnitt auf das Leben der Familie des Opfers, betrachtet durch den Blickwinkel der Frauen. Wenn ich richtig gezählt habe, finden wir in "Was in jener Nacht geschah" acht Erzählperspektiven. Alle wichtigen Charaktere möchte ich nicht nennen, um nicht zu spoilern, aber wir lesen von der bereits erwähnten Stella, vom Opfer, allen weiteren weiblichen Verwandten und aus der Sicht eines der beiden Polizeibeamten. Auch die Täterseite wird beleuchtet. Zu Beginn hatte ich ein paar Schwierigkeiten, die sich abwechselnden Erzählstränge zuzuordnen aber nach einer Weile war ich gut im Lesefluss, was auch am tollen Schreibstil von Katherena Vermette liegt. Wer möchte, kann sich auch am Familienstammbaum orientieren, den man am Ende des Buches findet. Die Autorin beschreibt alles unglaublich authentisch. Man hat wirklich das Gefühl, aus dem Leben gegriffenes zu lesen. Was bis zum Schluss für mich ungeklärt blieb, ist die Tatsache, dass eine der Tanten des Opfers, Lou, als einzige Figur von sich in der Ich-Perspektive erzählt, während der Rest in der 3. Person geschrieben ist. In meinen Augen stach keiner der Charaktere als Hauptfigur hervor, denn es soll in diesem Roman ja unter anderem um weiblichen Zusammenhalt gehen. Was mich langsam zu meinen Kritikpunkten bringt. Ich persönlich konnte nicht unbedingt einen herausragenden Zusammenhalt von starken Frauenfiguren erkennen. Das ist vermutlich Ansichtssache aber ich habe dazu andere Vorstellungen. Besonders gestört hat mich, dass viel einfach nicht angesprochen wird. Statt miteinander zu reden, verlieren sich die Figuren oft in ihren Gedanken. Ich nahm für mich auch eher ein negatives Fazit mit aus der Lektüre, dass Schlimmes eben passiert und man nichts dagegen tun kann, man sich nie oder nur schwer erholt und sich die psychischen Schäden zwangsläufig durch die Generationen ziehen. Das ist aber wohl nicht der Eindruck, den die Autorin erwecken will, nehme ich an. Abgesehen davon hatte ich persönlich vorher keine Kenntnisse zu den Indigenen Kanadas insgesamt und speziell von der Tatsache, dass die Frauen unter ihnen offensichtlich besonders häufig unter sexualisierter Gewalt zu leiden haben. Ein paar Sätze zu dem Thema im Vor- oder Nachwort für Leute wie mich, ohne Berührungspunkte, hätten daher meiner Ansicht nach nicht geschadet. Für diejenigen unter euch, die sich eventuell Thriller-Elemente erhoffen, möchte ich noch sagen, dass das Buch zwar gut geschrieben ist und schwere Themen behandelt werden, aber keine große Spannung aufkommt. Es ist ziemlich schnell klar, was passiert ist und wer die Tat beging. Nichtsdestotrotz lässt sich "Was in jener Nacht geschah" einwandfrei lesen, ich bin nur nicht der passende Leser für dieses Werk.