3.9

Von Norden rollt ein Donner

von Markus Thielemann

Format:Hardcover
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NDR BUCH DES MONATS JULI Der Wolf ist zurück in der Lüneburger Heide. Und während Jannes – wie schon sein Vater und sein Großvater – täglich seine Schafe über die Heideflächen treibt, kochen die Emotionen im Dorf hoch. Kann Heimatschutz Gewalt rechtfertigen? Wo es vordergründig um Wolfspolitik geht, stößt er bald auf Hass, völkische Ideologie – und auf ein tiefes Schweigen. "Von Norden rollt ein Donner" ist eine Spurensuche in der westdeutschen Provinz, die Geschichte eines brüchigen "urdeutschen" Idylls. Täglich treiben der 19-jährige Jannes und seine Familie die Schafe über die Flächen der Lüneburger Heide. Doch es herrscht eine gärende Unruhe in der Gegend, der Wolf ist zurück. Es mehren sich Schafsrisse und mit ihnen Konflikte im Dorf, die schnell politisch werden. Während völkische Siedler versuchen, das Thema für ihre Zwecke in Beschlag zu nehmen, die Situation sich zuspitzt und in Selbstjustiz der Bevölkerung zu eskalieren droht, flüchtet sich Jannes zu seinen Schafen in die Heide. Doch dort wird durch eine gespenstische Begegnung plötzlich die düstere Ortsgeschichte aufgefächert, die ihren langen Schatten in die Gegenwart wirft. Markus Thielemann schreibt mit seinem Anti-Heimatroman das Psychogramm einer Sehnsuchtslandschaft und zeigt auf ebenso subtile wie fesselnde Weise, wie sich ein Idyll in sein Gegenteil verkehren kann. „Ihm kommt ein absurder Gedanke: Vielleicht ist es das Land, das ihm etwas sagen will, das ihm etwas antun will, vielleicht ist es die Heide.“ Eine literarische Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen und politischen Klima in der westdeutschen Provinz Über Heimat und Gewalt, Verdrängung und Schweigen, Tradition und Verantwortung Für die Leser:innen von Lukas Rietzschel und Alina Herbings „Niemand ist bei den Kälbern“

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: July 11, 2024

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Aktuelle Rezensionen(12)

3.9(75 ratings)
JuliestRezension von Juliest

Auf dieses Buch habe ich mich gefreut, jetzt blicke ich unschlüssig auf diese Geschichte zurück. Mich hat die Grundstimmung abgeholt, in dem Buch steckt eine unheilverkündende Spannung. Wie das Donnerrollen im Buchtitel, irgendetwas wird demnächst kommen, scheint es zu sagen, die Zeichen mehren sich. Oder war das, was droht, nie weg und zeigt sich jetzt wieder? Wer hinsieht, wie Jannes, kann die Hinweise sehen. Jannes spürt sie sogar und wird von Visionen heimgesucht. Aber wer hinsieht, riskiert auch etwas, nämlich Erkenntnis. Und was man da erfährt, passt womöglich nicht zu den Annahmen und Geschichten, mit denen man in der Lüneburger Heide in dritter Generation als Schäfer aufwächst. Also wägt man ab und sieht nur ein bisschen hin, denkt sich den Rest. Und schweigt ansonsten. Wer es gewöhnt ist, jeden Tag den Elefanten im Raum um sich zu haben, fragt nicht. Fragt nicht, warum der Vater nicht zum Arzt geht wegen seiner zunehmenden Vergesslichkeit. Fragt nicht, warum der Opa nie die Oma im Heim besucht. Fragt nicht, warum die Familie nicht miteinander spricht. Und für einen Schäfer ist Schweigsamkeit sowieso eine nützliche Eigenschaft. Das Schweigen und das tägliche Näherkommen der Bedrohung in Form von väterlicher Erkrankung, völkischer Ideologie und dem großen, bösen Wolf liegt auf Jannes wie eine Bleiweste. Das Buch spielt 2014/2015, die Vokabel "Wolf" lässt sich problemlos durch eine:n Geflüchtete:n Menschen ersetzen, die Geschichte verändert es nicht. Der Blick nach vorne in die Zukunft mit dem "Einnisten" des Wolfes und völkisch denkender Zugezogener wird ergänzt durch einen Blick zurück in die Zeit des 2. Weltkriegs und seiner Zwangsarbeiterinnen, die in einer Munitionsfabrik in der Nähe von Jannes' Dorf untergebracht waren. Die Atmosphäre und der Stil haben mir gut gefallen. Ich war die ganze Zeit in Habachtstellung ob dem, was sich anbahnt. Doch die Themen hätten sehr viel deutlicher zur Sprache kommen können, dann wäre das Buch kraftvoller. Das Ende war mir zu unscharf und offen, eine klare Positionierung des Autors fehlt mir.

B.A. Hu (BiAnHu)Rezension von B.A. Hu (BiAnHu)

Spannende Geschichte, bisschen viel Geistergrusel und sehr aus Männeraugen alles, aber hat mich beschäftigt. Total interessant die Beschreibung dieser Gegend in Norddeutschland. Auch wie die Leute reden und wie sie miteinander reden.

JetteRezension von Jette

Zu Beginn mochte ich das Setting sehr gern, weil es einen Einblick in Lebensrealitäten gibt, zu denen ich sonst nicht wirklich einen Zugang habe. Die ersten Kapitel haben mich sehr begeistert. Im Verlauf des Buches war ich nicht mehr ganz so gefesselt - an sich fand ich es nicht schlecht, aber es war meiner Ansicht nach sehr plötzlich vorbei und es gab einige Handlungsstränge, die ins Leere gelaufen sind. Ein interessantes Buch, aber laut Klappentext hatte ich auf jeden Fall andere Erwartungen.

lisiRezension von lisi

Jannes kümmert sich mit seinen 19 Jahren um die Schafe der Familie. er ist täglich mit ihnen draußen auf der Heide und mag seine Arbeit. Wäre da nicht der Wolf, der sich wieder in Deutschland angesiedelt hat. Und seine Herde bedroht. Bedroht wird Jannes auch von der Vergangenheit seiner Familie. Ein Generationentrauma bricht sich seine Bahn. Fazit: Als ich las es ginge um die Rückkehr des Wolfes, wollte ich das Buch deshalb lesen. Überrascht wurde ich dann von allem was noch zurück kehrt in diesem Buch. Ein Trauma, das nie aufgearbeitet wurde. Und rechte Neuankömmlinge die sich das Thema unter dem Deckmantel des Heimatschutzes ideal unter den Nagel reißen. Markus Thielemann beschreibt Familiendynamiken, vergangene politische Themen, die auch heute noch nichts an Brisanz verloren haben und auch der Welt entrückte Szenen, welche mich immer wieder an den Erlkönig erinnerten. Konnte das Buch schwer wieder weglegen. Klare Leseempfehlung!

Doris AhlgrimmRezension von Doris Ahlgrimm

Wolf-Spannend, da ProtagonistIn ein/e HirtIn.

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