Berlin wird von einer bizarren Mordserie erschüttert: Die Opfer sterben auf grausame und ritualisierte Weise. Es stellt sich heraus, dass sie alle eines gemeinsam haben: den unbedingten Wunsch zur Selbstoptimierung. Hauptkommissarin Clara Vidalis stößt im Dark-net auf das Forum einer Sekte, deren Guru sich selbst »Vollender« nennt. Im Namen der Perfektion treiben seine Anhänger sich gegenseitig zu unmenschlichen Extremen an. Als Clara herausfindet, dass ihre psychisch labile Tochter sich der Sekte angeschlossen hat, ist sie bereit, alles zu riskieren – ihre Identität, ihre Moral und ihr eigenes Leben. Doch je näher sie dem »Vollender« kommt, desto stärker spürt sie die manipulative Macht seines Wahnsinns.
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Vollendung
von Veit Etzold
Berlin wird von einer bizarren Mordserie erschüttert: Die Opfer sterben auf grausame und ritualisierte Weise. Es stellt sich heraus, dass sie alle eines gemeinsam haben: den unbedingten Wunsch zur Selbstoptimierung. Hauptkommissarin Clara Vidalis stößt im Dark-net auf das Forum einer Sekte, deren Guru sich selbst »Vollender« nennt. Im Namen der Perfektion treiben seine Anhänger sich gegenseitig zu unmenschlichen Extremen an. Als Clara herausfindet, dass ihre psychisch labile Tochter sich der Sekte angeschlossen hat, ist sie bereit, alles zu riskieren – ihre Identität, ihre Moral und ihr eigenes Leben. Doch je näher sie dem »Vollender« kommt, desto stärker spürt sie die manipulative Macht seines Wahnsinns.
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Wenn Selbstoptimierung zum tödlichen Kult wird Ein Guru, der sich „Vollender“ nennt. Eine Sekte im Darknet. Anhänger, die sich im Namen der Perfektion gegenseitig zu Tode treiben. Und Claras eigene Tochter, die in diesen manipulativen Sumpf gerät. Veit Etzold liefert mit „Vollendung“ den zehnten Fall für Clara Vidalis und den bisher persönlichsten der Reihe. Eine bizarre Mordserie erschüttert Berlin. Die Opfer sterben auf grausame, ritualisierte Weise, und Hauptkommissarin Clara Vidalis findet ein verstörendes Muster: Alle hatten den unbedingten Wunsch zur Selbstoptimierung, alle sind irgendwo einem Guru begegnet, der sich „Vollender“ nennt. Als Clara im Darknet auf das Forum seiner Sekte stößt, kommt der persönliche Schock: Ihre eigene Tochter Sara, psychisch labil und in einer Lebenskrise, hat sich der Gemeinschaft angeschlossen. Ab diesem Moment ist Clara bereit, alles zu riskieren. Sie geht undercover in den Kult, um Sara zu retten, und gerät dabei selbst in den Sog seiner manipulativen Macht. Der absolute Höhepunkt ist für mich die brutale, meisterhaft recherchierte Sekten-Thematik. Etzold verweist explizit auf reale Tragödien wie David Koresh und die Davidianer und macht schmerzhaft klar, dass sein fiktiver Kult keine Fantasie ist. Er erklärt die psychologischen Mechanismen, die Sekten überhaupt möglich machen: wie ein charismatischer Guru Menschen an sich bindet, wie Isolation Manipulation ermöglicht, wie Gruppenzwang extreme Verhaltensweisen verstärkt. Als Leser:in versteht man plötzlich, warum vermeintlich intelligente Menschen in solche Kulte geraten. Das ist gefährlich echt und macht das Buch zur sozialpsychologischen Analyse im Thrillerkleid. Der „Vollender“ selbst ist einer der besten Bösewichte der deutschen Thriller-Landschaft der letzten Jahre. Etzold vermeidet die typischen Guru-Klischees. Er ist nicht der schrille, offensichtlich verrückte Kult-Führer, sondern wirkt wie ein moderner Selbstoptimierungs-Coach, wie ein Influencer, wie jemand, dem man auf Instagram folgen könnte. Genau diese Alltäglichkeit macht ihn so beunruhigend. Damit verbindet Etzold eine kluge Gesellschaftskritik am Selbstoptimierungs-Wahn unserer Zeit. Er zeigt, wie unsere Kultur des permanenten „Optimieren“ eine anfällige Zielgruppe für manipulative Gurus schafft, ganz ohne moralischen Zeigefinger, sondern indem er einfach zeigt, was passieren kann. Clara Vidalis ist nach zehn Bänden eine der stärksten Ermittler-Figuren im deutschen Thriller-Genre. In „Vollendung“ wird sie an ihre absoluten Grenzen gebracht und darüber hinaus. Wenn sie herausfindet, dass ihre Tochter in der Sekte gefangen ist, gibt es kein Zurück mehr. Sie opfert polizeiliche Integrität, eigene Sicherheit, Beziehungen. Der Untertitel „härter, perfider, persönlicher“ beschreibt das perfekt. Stilistisch gehört Etzold zu den wenigen deutschen Autor:innen, die den harten US-Stil-Thriller wirklich beherrschen. Sein Ton erinnert an Karin Slaughter oder Jeffery Deaver: kompromisslos, direkt, mit expliziten Gewaltszenen, aber nie sinnlos brutal. Dass seine Ehefrau, Saskia Etzold, eine der renommiertesten Rechtsmedizinerinnen Deutschlands ist, spürt man in der forensischen Präzision. Auch der Darknet-Aspekt ist realistisch und spannend inszeniert. Claras Undercover-Ermittlung im Forum ist einer der stärksten Handlungsstränge, weil Etzold zeigt, dass sich moderne Kult-Bildung längst ins Netz verlagert hat. Als Einstieg funktioniert der Band trotz Reihenposition problemlos.