4.3

Undemokratische Emotionen

von Eva Illouz, Michael Adrian

Format:Softcover
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Ist es für einen Herrscher besser, geliebt oder gefürchtet zu werden? Da sich beides schwer vereinen lasse, gibt Machiavelli in Der Fürst, seiner berühmten Abhandlung zu den Grundsätzen der Staatsräson, der Furcht den Vorrang. In ihrem neuen Buch schließt die israelische Soziologin Eva Illouz in zweierlei Hinsicht an Machiavelli an: Sie unterstreicht die Bedeutung von Emotionen in der Politik und arbeitet heraus, wie Rechtspopulisten bestimmte Gefühle instrumentalisieren. Israel ist seit seiner Gründung wie kaum ein anderes Land von Sicherheitsfragen geprägt. In dieser Situation sei dem langjährigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu das machiavellistische Kunststück gelungen, gerade wegen der Furcht, die er sät, geliebt zu werden. Anhand ausführlicher Interviews mit u. a. Menschenrechtsaktivisten zeigt Illouz, wie Angst und Ressentiment Gesellschaften spalten und die Demokratie unterminieren.

Geschichte, Geistes- & Gesellschaftswissenschaften
259 SeitenSoftcover
Erschienen an: April 17, 2023

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Aktuelle Rezensionen(1)

4.3(4 ratings)
ilvyRezension von ilvy

Ich fand das Buch ganz toll und tatsächlich in mancherlei Hinsicht erleuchtend vor allem bzgl der jüdischen Gruppierungen in Israel (Mizrachim und Aschenasim) die auch in einem gespannten Verhältnis (durch Diskriminierung vonseiten der Aschenasim in der Vergangenheit) zueinander koexistieren, was eine große Bedeutung in der israelischen rechtspopulistischen Politik hat. Das Buch erklärt sehr gut wie Emotionen: Angst, Abscheu, Ressentiment und Liebe/Patriotismus den Rechtsruck ermöglichen wobei es im Diskurs an Machiavelli anschließt. Das einzige was mir manchmal gefehlt hat, wo konkret über Israel geredet wurde wären konkrete Fakten und Beispiele gewesen anlässlich der (mehrmals im Buch erwähnten) Ignoranz der Menschenrechte etc von Seiten Israels vor allem anlässlich des Kriegs in Gaza und Folgen des 7. Oktobers für die gesamte Palästinensische Bevölkerung.

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