Eine stimmgewaltige, elektrisierende Geschichte über soziale Ungerechtigkeit und städtische Gewalt, ein moderner Schelmenroman über den Aufstieg und Fall zweier Männer und ihrer Familien aus dem Nichts. Porto Alegre, heute: Das Leben ist hart. Tag für Tag schleppen sich Pedro und Marques in den Supermarkt in den rauen Favelas. Sie schuften und rackern und leben trotzdem nur von der Hand in den Mund. Sie haben die Schnauze voll. Warum geht es so vielen Leuten besser als ihnen? Weil sie ein paar Dealer kennen und die Möglichkeit sehen, sich etwas dazuzuverdienen, verticken sie bald kleine Mengen Gras. Fast unmerklich bauen sie ein florierendes Unternehmen auf. Aber mit den steigenden Umsätzen werden der Witz und der Charme, mit denen sie anfingen, zu Gewalt und Einschüchterung. Die sorgfältig organisierte Welt bekommt Risse, bevor sie in einem letzten, tödlichen Showdown untergeht.
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Supermarkt
von José Falero, Nicolai von Schweder-Schreiner
Eine stimmgewaltige, elektrisierende Geschichte über soziale Ungerechtigkeit und städtische Gewalt, ein moderner Schelmenroman über den Aufstieg und Fall zweier Männer und ihrer Familien aus dem Nichts. Porto Alegre, heute: Das Leben ist hart. Tag für Tag schleppen sich Pedro und Marques in den Supermarkt in den rauen Favelas. Sie schuften und rackern und leben trotzdem nur von der Hand in den Mund. Sie haben die Schnauze voll. Warum geht es so vielen Leuten besser als ihnen? Weil sie ein paar Dealer kennen und die Möglichkeit sehen, sich etwas dazuzuverdienen, verticken sie bald kleine Mengen Gras. Fast unmerklich bauen sie ein florierendes Unternehmen auf. Aber mit den steigenden Umsätzen werden der Witz und der Charme, mit denen sie anfingen, zu Gewalt und Einschüchterung. Die sorgfältig organisierte Welt bekommt Risse, bevor sie in einem letzten, tödlichen Showdown untergeht.
Aktuelle Rezensionen(1)
Autor José Falero lässt uns "durch die Seelen anderer segeln": So beschreibt die Figur Pedro das Lesen in seinem Roman und genau dieses Seelen-Segeln durfte ich auch als Leserin erleben. Der Roman mit dem schlichten Titel "Supermarkt" räumt mit Klischees über Brasilien auf. Favelas gibt es nicht nur in Rio, sondern beispielsweise auch in den Vororten der südbrasilianischen Großstadt Porto Alegre. Menschen in den Favelas sind keine gesichtslose, kriminelle Masse. Sie haben Schicksale, Träume und Ängste wie jeder andere Mensch auch. Und ja, einige schlagen eine kriminelle Laufbahn ein. Aber ihre Beweggründe, das macht José Falero meisterhaft in seinem Roman, werden für uns Leser*innen erstaunlich nachvollziehbar. 🏙️ Pedro und Marques leben in einem der gefährlichsten Viertel der Stadt, Schauplatz kinoreifer Schießereien und Armut. Die Quintessenz des amerikanischen Traumes, dass harte Arbeit und Fleiß mit Wohlstand und einem würdevollen Leben belohnt werden, wird von den Lebensrealitäten der Bewohner ad absurdum geführt. Bildung mag zum Aufstieg wohl beitragen, aber nur wenn man sie sich leisten kann, denn das öffentliche Schulsystem ist ein Graus. Pedro und Marques beschließen: Mit der Schufterei im Supermarkt ist Schluss. Stattdessen eröffnen sie ein Marihuana-Business, das schnell floriert. Mit dem neuen Geschäftsmodell, und der Beschäftigung von Mitarbeitenden zu fairen Löhnen nach sozialistischen Idealen, sehen die beiden plötzlich eine Zukunft, die besser als ihre bisherige Gegenwart ist. Doch bald wird klar, dass damit die Geschichte nicht zu Ende erzählt ist, denn ihr Geschäfte bleiben nicht unentdeckt... 💡 Faleros Roman thematisiert die Macht des Geldes und den Wert von Arbeit und hält uns den Spiegel vor, in welcher privilegierten Welt wir Europäer*innen leben. Wer Brasiliens Gesellschaft besser verstehen möchte, sollte diesen Roman unbedingt lesen!