4.7

Sonnenberg

von Brigitte Glaser

Format:Hardcover
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Zwei Frauen kämpfen für ihre ZukunftMitte der Siebzigerjahre ist Johanna die erste in ihrer Familie, die an die Uni geht. Mit ihrer Freundin Luzie zieht sie in eine WG nach Freiburg und genießt neue Freiheiten. Als wenig später ihr Vater stirbt, muss sie jedoch zurück nach Hause und den Winzerbetrieb der Eltern übernehmen. Gemeinsam mit ihrer Mutter und Großmutter bewirtschaftet sie den Hof am Kaiserstuhl. In einer Welt, in der weibliche Arbeitskräfte nur die Hälfte zählen, müssen die Frauen sich behaupten. Erst recht, als Johanna ein Kind bekommt und sich entschließt, es ohne Vater großzuziehen. Erst recht, als sie sich dem Widerstand der Winzer und Bauern, der Bürger aus Freiburg und der Region gegen ein in der Nähe geplantes Kernkraftwerk anschließt. Auch Luzie, die gerade von einer langen Marokkoreise zurück ist, ist an ihrer Seite. Und plötzlich sieht es so aus, als könne man zusammen etwas erreichen.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
448 SeitenHardcover
Erschienen an: 2026-07-30

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Aktuelle Rezensionen(3)

4.7(3 ratings)
MirjamRezension von Mirjam

Anfangs skeptisch, dann total gefesselt Kaiserstuhl, Baden-Württemberg, Mitte der 70er Jahre. Der Bau eines Kernkraftwerks in Wyhl ist geplant. Der Bau soll beginnen, doch Teile der Bevölkerung erheben sich. Genau hier setzt Autorin Brigitte Glaser mit ihrem Roman „Sonnenberg“ an und erzählt die Geschichte zweier junger Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie erzählt von Protest, Widerstand, Freundschaft, Zusammenhalt und Veränderung. Ich persönlich mag ja Bücher, die nicht nur eine gute Geschichte zu erzählen haben, sondern von denen man auch schlussendlich auch noch etwas lernt. Da ich erst zum Ende der 70er Jahre hin geboren wurde, ist die ganze Anti-Atomkraft-Bewegung an mir vorbei gegangen. Man hat natürlich davon gehört, sich aber nicht weiter damit beschäftigt… jedenfalls nicht bis zu diesem Buch, das mich echt neugierig gemacht und vieles hat nachlesen lassen. Besonders gefallen hat mir, dass nicht nur die damaligen Geschehnisse im Mittelpunkt stehen, sondern diese und der ganze 70er „Spirit“, einfach durch die Augen der beiden Freundinnen Johanna und Luzie gesehen und geschildert werden. Dabei ist besonders interessant, dass sie aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten stammen, also mit jeweils ganz anderen Problemen zu kämpfen haben. Insgesamt empfand ich den Schreibstil als sehr angenehm, direkt, authentisch und dadurch auch sehr schnell einnehmend. Jedenfalls hatte ich keinerlei Probleme in die Story und die 70er Jahre hineinzufinden. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich nur den ersten Teil des Buches selbst gelesen habe, dann aus Lesefaulheit auf das Hörbuch umgestiegen und daran hängengeblieben bin, da es einfach so viel Freude gemacht hat Sprecherin Ulrike Kapfer zuzuhören, insbesondere durch den nachgeahmten Dialekt. Fazit: Dafür, dass ich dem Buch anfangs einerseits neugierig, aber auch ebenso skeptisch gegenüberstand, hat es mich dann doch sehr schnell gefesselt und begeistert. Ich fand es gut recherchiert, interessant, fesselnd und somit absolut lesens- bzw. hörenswert!

Antje PlockRezension von Antje Plock

Zwischen Tradition, Träumen und Protest 🍷 Obwohl ich zu der erzählten Zeit noch gar nicht auf der Welt war, hat mich Sonnenberg von Brigitte Glaser sofort angesprochen. ✨ Ich liebe es einfach, wenn fiktive Geschichten vor ein echtes historisches Setting gestellt und so packend in die deutsche Geschichte eingeordnet werden. 📖 Die Geschichte führt uns an den Kaiserstuhl und zeigt die emotionalen Spannungen während der Anti-Atomkraft-Proteste der 1970er-Jahre. Im Mittelpunkt steht die junge Winzerin Johanna, die nach dem frühen Tod ihres Vaters den Betrieb übernehmen muss. Dieser erzwungene Rollenwechsel in eine männergeprägte Welt passte so gar nicht zu ihrem Freiheitsdrang. Ich konnte mich wunderbar in sie hineinversetzen und ihren Spagat zwischen den Erwartungen der Gesellschaft und ihren eigenen Träumen total nachempfinden. ❤️‍🔥 Der Kampf gegen das geplante Kernkraftwerk in Wyhl wird für sie zur Chance, für ihre eigene Zukunft einzustehen. Sehr spannend ist auch ihre Freundschaft zu Luzie: Während Johanna auf dem Weingut Verantwortung trägt, gerät Luzie durch unglückliche Umstände in die Fänge des Staatsschutzes und muss als Spitzelin in der Bewegung arbeiten. Das ist eine harte Probe für die beiden! 🤝⚠️ Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und voller emotionaler Tiefe. Der Einstieg war zwar anfangs etwas zäh, aber sobald die Konflikte an Fahrt aufnehmen, bleibt man völlig gefesselt. Das Buch hat ein paar kleine Längen zu Beginn und behandelt viele komplexe Themen, aber die starke emotionale Tiefe macht das mehr als wett. Besonders ans Herz legen möchte ich den Roman allen, die historische Romane mit starken Frauenfiguren mögen und sich für die Aufbruchsstimmung vergangener Jahrzehnte begeistern können. 🤎

Beate Gubitz-KermannRezension von Beate Gubitz-Kermann

Im Alter von 50 Jahren habe ich im Jahr 2009 das erste Mal den Kaiserstuhl besucht und mich als Thüringerin direkt in diese Region verliebt. Mir erschien diese landschaftlich so reiche Gegend wunderschön und die vom Weinanbau lebenden Menschen mit ihrem allemanischen Geschwätz so freundlich- ein Paradies auf Erden. Als 2022 das Buch "Kaiserstuhl" von Brigitte Glaser auf den Markt kam, musste ich es sofort lesen und war begeistert. Seitdem verfolge ich das Schaffen dieser Autorin und habe mich sofort für "Sonnenberg" beworben. Die Autorin hat es erneut geschafft, mich mitzureißen. Als Ostdeutsche hatte ich von den Plänen um den Bau eines Kernkraftwerkes am Kaiserstuhl und der dagegen gerichteten Protestbewegung in den 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts noch nie etwas gehört. Wie ich erkennen musste, können auch die Kaiserstühler erfolgreich eine kleine Revolution gewaltfrei und engagiert für eine gute Sache führen. "Hut ab" noch heute für diesen Mut. Wie bereits in ihren vorangegangenen historischen Romanen gelingt es der Autorin erneut, die Leser mittels der Geschichte zweier recht gegensätzlicher Freundinnen während der Protestbewegung 1975 für die historischen Ereignisse damals zu interessieren. Ich habe mich in den beiden Frauen sofort wiedergefunden. Obwohl ich rund 5 Jahre jünger bin und aus Ostdeutschland komme, konnte ich mich mit Johanna und Luzie identifizieren. Auch die geschilderten Ortschaften kenne ich von meinen inzwischen recht zahlreichen Besuchen am Kaiserstuhl sehr gut wieder. In Ihringen befindet sich unser Stammquartier, in Burgkheim, dem Wohnort von Dr. Sänger, haben wir dieses Jahr den Vatertag verbracht und auch in Endingen sind wir erst im Mai über den Markt geschlendert. Nur Wyhl- das sagte mir bisher nichts. Am meisten begeistert war ich von dem allemanischen Gerede der Einheimischen. Das war im Buch "Kaiserstuhl" noch nicht so augeprägt, trägt aber gut zur Authentizität der Geschichte bei. Brigitte Glaser ist mit diesem Buch eine interessante, spannende Abhandlung der damaligen Ereignisse, ein Zeugnis der Ursprünge der Umweltbewegung in der damaligen BRD, aber auch ein Zeugnis der Frauenbewegung in diesem Teil Deutschlands gelungen. Dem Schlusswort der Autorin im Nachwort: "Ich finde, in Zeiten des Hasses und der Hysterie brauchen wir Geschichten, die Mut machen , einen anderen Weg zu gehen.Und Wyhl ist dafür eine verdammt gute Geschichte." kann ich mich nur anschließen.

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