Eine Frau wurde ermordet, von ihrem 10-jährigen Sohn fehlt jede Spur. Polizistin Helga von der isländischen Einheit für Gewaltverbrechen vermutet, dass sich der Junge in die Vulkanlandschaften mit ihren Höhlen zu retten versucht hat. Doch dort lauern andere Gefahren, eine lange Überlebenschance hat er nicht. Um ihn zu finden, bittet sie Bjarki um Hilfe, denn niemand kennt die Wildnis besser als das Mitglied der Elite-Rettungsmannschaft. Während Helga und Bjarki verzweifelt den Jungen suchen, ereignen sich neue Mordfälle. Und Helga wird klar, dass sie es mit einem Serientäter zu tun hat. Einem, der es auf alleinstehende Mütter abgesehen hat.Helga und Bjarki sind ein großartiges Ermittlerteam: eine toughe, kluge Frau, die alles tut, um ihre Fehler in der Vergangenheit wettzumachen. Und ein Hüne, der äußerlich stark ist und seine verletzlichen Seiten zu verbergen sucht.
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Schlafende Vulkane
von Michael Hjorth, Bjarni Thorsson, Wibke Kuhn
Eine Frau wurde ermordet, von ihrem 10-jährigen Sohn fehlt jede Spur. Polizistin Helga von der isländischen Einheit für Gewaltverbrechen vermutet, dass sich der Junge in die Vulkanlandschaften mit ihren Höhlen zu retten versucht hat. Doch dort lauern andere Gefahren, eine lange Überlebenschance hat er nicht. Um ihn zu finden, bittet sie Bjarki um Hilfe, denn niemand kennt die Wildnis besser als das Mitglied der Elite-Rettungsmannschaft. Während Helga und Bjarki verzweifelt den Jungen suchen, ereignen sich neue Mordfälle. Und Helga wird klar, dass sie es mit einem Serientäter zu tun hat. Einem, der es auf alleinstehende Mütter abgesehen hat.Helga und Bjarki sind ein großartiges Ermittlerteam: eine toughe, kluge Frau, die alles tut, um ihre Fehler in der Vergangenheit wettzumachen. Und ein Hüne, der äußerlich stark ist und seine verletzlichen Seiten zu verbergen sucht.
Aktuelle Rezensionen(3)
Schlafende Vulkane ist genau die Art von Thriller, die dein Herzschlag-Level zuverlässig nach oben treibt. Hjorth & Thorsson verbinden die raue isländische Natur mit einer emotional aufgeladenen Ermittlungsstory, die sofort packt. Im Zentrum stehen der brutale Mord an einer Mutter und das Verschwinden ihres zehnjährigen Sohnes – ein Szenario, das von der ersten Seite an unter die Haut geht. Polizistin Helga, klug, kompromisslos und von ihrer Vergangenheit gezeichnet, trägt diesen Auftakt mit einer Intensität, die lange nachhallt. Ihre Dynamik mit Bjarki, dem wortkargen, körperlich imposanten Rettungsspezialisten, ist ein echtes Highlight: zwei Figuren, die Stärke zeigen, weil sie Verletzlichkeit verbergen. Während die Suche nach dem Jungen durch Höhlen, Lavafelder und unberechenbare Wildnis führt, wächst die Bedrohung – denn ein Serientäter hat längst sein nächstes Ziel im Blick. Der Roman überzeugt mit atmosphärischer Dichte, starken Charakteren und einem Plot, der ständig neue Abgründe öffnet. Island wird hier nicht nur Kulisse, sondern Mitspieler: kalt, gefährlich, wunderschön. Ein Auftakt, der alles hat, was ein moderner Nordic Noir braucht – düster, emotional, gnadenlos spannend.
Das Autoren-Duo aus dem schwedischen Drehbuchautoren Michael Hjorth und dem isländischen Schriftsteller Bjarni Thorsson legt mit "Schlafende Vulkane" einen fulminanten Start der neuen Thrillerreihe aus Island hin. Die bei isländischen Romanen gewohnten Irritationen durch die komlizierten und oft ähnlichen Nachnamen haben die beiden geschickt vermieden, indem sie nurwiegend Vornamen verwenden. Der Thriller um den brutalen Mord an einer Frau und die verzweifelte Suche nach ihrem vermissten 10-jährigen Sohn wird aus der wechselnden Sicht vieler Beteiligter erzählt. Da sind neben verschiedenen Ermittlern, von der sehr sympathischen Junior-Ermittlerin Helga, die mit dem Fall aus der Not heraus vertretungsweise betraut wird, über dem hünenhaften Verkehrspolizisten Bjarki, über das schwarze Schaf der Ermittlergruppe Benni, der im entscheidenden Moment den richtigen Impuls gibt bis hin zum doch sehr geltungs- und dadurch gewöhnungsbedürftigen Chef der Einheit, Gisli Freyr, der Sohn des ersten Opfers sowie den Zeugen auch der Mörder selbst. Der Blickwinkel auf die Ereignisse wechselt zwischen den genannten Personen zügig hin und her. Das könnte den Lesefluss stark beeinträchtigen, tut es aber in diesem Fall nicht. Durch die kurzen, knappen Abschnitte behält der Leser den Überblick und ist dicht dran an den Ermittlungen. Spätestens nach dem zweiten Opfer wird dem Leser klar, dass die alleinerziehende Ermittlerin Helga perfekt in das Beuteschema des Täters fällt und höchstwahrscheinlich in sein Visier gerät. Die nach drei Morden und einem vereitelten Mordanschlag systematisch hochgeschraubte Spannug steigt spätestens nach der Entführung von Helga in der abgeschiedenen Wildnis der isländischen Berge ins Unermessliche. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Die Autoren zeichnen mit ihren Schilderungen ein für den Leser sehr gut vorstellbares Bild der überwältigenden rauen Natur des nordischen Inselstaates mit Vulkanen und Geysiren. Mit dem Ende gelang ihnen eine tolle Überraschung. Nun bin ich gespannt, wie Helga und Bjarko bei künftigen Fällen miteinander umgehen und auskommen. Man muss einfach am Ball bleiben. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung dieser Reihe.
Spannend – aber ohne Helden Das Autoren-Duo hat schon einige Thriller geschrieben, doch für mich war es das erste Buch der beiden. Das Gute zuerst: Die Geschichte um einen Serienmörder, der von der Polizei gejagt wird, ist fesselnd, und die Autoren verstehen es, gekonnt Spannung aufzubauen. Ich konnte das Buch stellenweise nicht aus der Hand legen. Dass die Handlung auf Island spielt, hat mich ebenfalls angesprochen, weil ich selbst schon mal dort war. Doch leider gab es auch vieles, das ich kritisiere: Die Charaktere konnten mich nicht überzeugen. Der Täter ist gut gezeichnet, da passt alles, doch die Polizisten wirken seltsam inkonsistent, und keiner taugt zum Helden, keiner macht eine positive Entwicklung durch. Manche Dialoge wirken nicht lebensecht. (Spoiler: Der Kuss am Ende ist völlig deplatziert — keine Frau, die das gerade durchlebt hat, denkt ans Küssen.) Hinzu kommt, dass die Ermittler während der ganzen Zeit ein ums andere Mal erstaunlich amateurhaft vorgehen, was mir den Lesespaß deutlich genommen hat. Der Titel des Buches zu guter letzt — „Schlafende Vulkane“ — hat sich mir gar nicht erschlossen. Wenn überhaupt, könnte er sich auf den Täter beziehen, aber dann wäre das ein schlafender Vulkan, nicht mehrere. Da passt der schwedische Originaltitel „Insel der Gewalt“ wesentlich besser. Abgesehen davon hat die isländische Landschaft oder Natur keine Rolle gespielt; der Thriller hätte überall spielen können. Das Buch hinterlässt bei mir wieder einmal das Gefühl: gute Anlagen, hätte richtig gut werden können, bleibt aber letztlich hinter seinen Möglichkeiten zurück.