GRAZIA DELEDDA wurde 1871 in Nuoro geboren und verstarb 1936 in Rom. Bis 1884 schrieb sie vor allem Erzählungen und Gedichte, bevor ihre literarische Karriere mit dem Roman Fior di Sardegna im Jahr 1892 begann. Sie beschäftigte sich mit Etymologie und wirkte von 1893 bis 1895 in der Zeitschrift “Rivista di Tradizioni Popolari italiane” mit. Danach begann sie mit bekannten Zeitschriften wie “Nuova Antologia”, “Illustrazione italiana”, “La letteratura” und “Il tempo” zusammenzuarbeiten, in denen sie mehrere Fortsetzungsromane veröffentlichte, die später als Buch La via del male (1896) und Il vecchio della montagna (1899). Ab 1912 wurde sie dank ihrer Romane Colombi e sparvieri (1912), Canne al vento (1913), Le colpe alturi (1914), Marianna Sirca (1915), Il fanciullo nascosto (1916), L’incendio nell’uliveto (1917) und La madre (1919) noch erfolgreicher und erhielt gebührende Anerkennung für ihre Werke. Im Jahr 1900 zog sie zusammen mit ihrem Mann Palmerio Madesani, Beamter des Kriegsministeriums nach Rom. 1926 erhielt sie den Literaturnobelpreis. Ihr letzter Roman La chiesa della solitudine wurde kurz vor ihrem Tod im Jahr 1936 veröffentlicht..--- SCHILFROHR IM WIND ist der wohl bekannteste Roman Deleddas und erschien in der Zeitschrift “L’illustrazione italiana” 1913 als Fortsetzungsroman, bis er im selben Jahr als Buch veröffentlicht wurde. Dieser Roman ist sicherlich der bekannteste von Grazia Deledda. Seinen Namen und das beschriebene Thema der menschlichen Schwäche und des Schmerzes des Lebens stammen aus ihrem Werk Elias Portolu , welches 1900-1903 veröffentlicht wurde und ebenfalls von Serafinu Spiggia ins Sardische übersetzt “Menschen sind wir, Elì, Menschen so zerbrechlich wie Schilf. Denk einmal genauer darüber nach. Es herrscht über uns eine höhere Gewalt, die wir nicht besiegen können.” In der Tat geht es in dem Roman um menschliche Schwäche, Liebe, Ehre, Armut und das für Mann wie Frau vorherbestimmte Schicksal. Auch in Schilfrohr im Wind verkörpern die Protagonisten die Anschauung Deleddas über das Sardinien von damals, wie es schon immer gewesen ist und das schicksalhafte Leben, das scheinbar nur durch die Gnade einer höheren Gewalt verändert werden kann. Es ist das Leben der Familie Pintor in dem kleinen Dorf Galte, das Deledda erlaubt, die tiefen Gefühle und die Dramen des Vaters, der Mutter und der Töchter zu beschreiben. In einer “mysteriösen” Welt, die von starren, strengen und beständigen Regeln beherrscht wird, ist es neben den Schwestern Ruth, Ester und Noemi einzig Lia, die sich gegen ihren Vater Don Zame auflehnt und beschließt, aus Sardinien zu fliehen. Daneben spielen sich vielschichtige Geschichten zwischen den anderen Charakteren Efix, Giacinto, Grixenda, Kallina, Ester und Natòlia ab, die allesamt beim Leser große Neugier und “Lust” auf Sardinien wecken. Schilfrohr im Wind ist eine bedeutsame Tür, um in die gesamte Welt von Grazia Deledda einzutreten.
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Schilfrohr im wind
von Grazia Deledda
GRAZIA DELEDDA wurde 1871 in Nuoro geboren und verstarb 1936 in Rom. Bis 1884 schrieb sie vor allem Erzählungen und Gedichte, bevor ihre literarische Karriere mit dem Roman Fior di Sardegna im Jahr 1892 begann. Sie beschäftigte sich mit Etymologie und wirkte von 1893 bis 1895 in der Zeitschrift “Rivista di Tradizioni Popolari italiane” mit. Danach begann sie mit bekannten Zeitschriften wie “Nuova Antologia”, “Illustrazione italiana”, “La letteratura” und “Il tempo” zusammenzuarbeiten, in denen sie mehrere Fortsetzungsromane veröffentlichte, die später als Buch La via del male (1896) und Il vecchio della montagna (1899). Ab 1912 wurde sie dank ihrer Romane Colombi e sparvieri (1912), Canne al vento (1913), Le colpe alturi (1914), Marianna Sirca (1915), Il fanciullo nascosto (1916), L’incendio nell’uliveto (1917) und La madre (1919) noch erfolgreicher und erhielt gebührende Anerkennung für ihre Werke. Im Jahr 1900 zog sie zusammen mit ihrem Mann Palmerio Madesani, Beamter des Kriegsministeriums nach Rom. 1926 erhielt sie den Literaturnobelpreis. Ihr letzter Roman La chiesa della solitudine wurde kurz vor ihrem Tod im Jahr 1936 veröffentlicht..--- SCHILFROHR IM WIND ist der wohl bekannteste Roman Deleddas und erschien in der Zeitschrift “L’illustrazione italiana” 1913 als Fortsetzungsroman, bis er im selben Jahr als Buch veröffentlicht wurde. Dieser Roman ist sicherlich der bekannteste von Grazia Deledda. Seinen Namen und das beschriebene Thema der menschlichen Schwäche und des Schmerzes des Lebens stammen aus ihrem Werk Elias Portolu , welches 1900-1903 veröffentlicht wurde und ebenfalls von Serafinu Spiggia ins Sardische übersetzt “Menschen sind wir, Elì, Menschen so zerbrechlich wie Schilf. Denk einmal genauer darüber nach. Es herrscht über uns eine höhere Gewalt, die wir nicht besiegen können.” In der Tat geht es in dem Roman um menschliche Schwäche, Liebe, Ehre, Armut und das für Mann wie Frau vorherbestimmte Schicksal. Auch in Schilfrohr im Wind verkörpern die Protagonisten die Anschauung Deleddas über das Sardinien von damals, wie es schon immer gewesen ist und das schicksalhafte Leben, das scheinbar nur durch die Gnade einer höheren Gewalt verändert werden kann. Es ist das Leben der Familie Pintor in dem kleinen Dorf Galte, das Deledda erlaubt, die tiefen Gefühle und die Dramen des Vaters, der Mutter und der Töchter zu beschreiben. In einer “mysteriösen” Welt, die von starren, strengen und beständigen Regeln beherrscht wird, ist es neben den Schwestern Ruth, Ester und Noemi einzig Lia, die sich gegen ihren Vater Don Zame auflehnt und beschließt, aus Sardinien zu fliehen. Daneben spielen sich vielschichtige Geschichten zwischen den anderen Charakteren Efix, Giacinto, Grixenda, Kallina, Ester und Natòlia ab, die allesamt beim Leser große Neugier und “Lust” auf Sardinien wecken. Schilfrohr im Wind ist eine bedeutsame Tür, um in die gesamte Welt von Grazia Deledda einzutreten.
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