4.0

Nie mehr leise

von Betiel Berhe

Format:Hardcover
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»Betiel Berhe ist studierte Ökonomin und Aktivistin, und sie zeigt in diesem Buch die Missstände unserer Gesellschaft auf. Das tut sie in einem gelungenen Mix aus Daten, Fakten und persönlichen Erlebnissen.«

History, Humanities & Society
Hardcover
Erschienen an: March 14, 2023

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4.0(6 ratings)
ArminRezension von Armin

„Denn Privilegien bilden auch immer gesellschaftliche Verantwortung ab. Warum? Weil Privilegien Macht bedeuten.“   In „Nie mehr Leise – die neue migrantische Mittelschicht“ beschreibt die Autorin Betiel Berhe nicht nur ihre eigene Erfahrungen mit Rassismus und Klassismus, sondern zeigt auch, welche Wunden und Spuren nie heilen. Sie schildert ihren Aufstieg aus einer Arbeiter_innenklasse in die akademische Mittelschicht und reflektiert ihre Gedanken und ihren Werdegang, denn sie sagt „(…) was ich weiß und jeden Tag spüre, ist, dass ich heute deutlich mehr Privilegien habe als meine Eltern.“   Außerdem verdeutlicht sie - und das ist die in meinen Augen die stärkste Message – wie ‚einfache Sprache‘ geht. Sie bietet allen einen unkomplizierten Einstieg in die Themen Klassismus und Rassismus ohne ‚zu akademisch‘ zu klingen. „Um die strukturelle Diskriminierung aufgrund des sozialen Status zu verstehen, braucht man erst mal ein Bewusstsein für die eigene Klassenzugehörigkeit bzw. die von außen zugewiesene Klasse.“             Besonders spannend und wichtig zu lesen, fand ich im Kapitel „Konsum im Kapitalismus“ den folgenden Absatz: „Das Lastenfahrrad zum Beispiel ist das äußerst sichtbare Statussymbol junger Familien der weißen Mittelschicht. Es demonstriert die Ablehnung, ein Auto zu fahren. Wer gebildet ist, wert legt auf Umweltschutz und genug Geld hat (diese Dinger sind nämlich wahnsinnig teuer), kauft sich lieber ein Lastenfahrrad, um mit der Familie Ausflüge in den Park zu machen oder einkaufen zu fahren.“   Ich kann euch dieses kraftvolle und laute Buch empfehlen. Alle sollten es lesen: Weiße, um sich ihrer Privilegien bewusst zu werden, und alle anderen, um das Gefühl der Ohnmacht entgegenzuwirken. Dieses Buch macht nicht nur deutlich, wie schwer es viele Menschen aus der Arbeiter_innenklasse hatten und noch haben, sondern ermutigt und stärkt auch. Es gibt ein Wir. „Um die nötigen gesellschaftlichen Prozesse anzustoßen, müssen wir Räume schaffen, in denen nicht nur radikal neu gedacht wird, sondern auch radikal neu zugehört wird.“   „Intersektionalität macht somit nicht nur die Verwobenheit von Diskriminierungen sichtbar, sie erlaubt uns auch, unsere individuellen Privilegien zu erkennen und zu nutzen.“

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