4.1

Nachtbeeren

von Elina Penner

Format:Hardcover
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»Elina Penners ›Nachtbeeren‹ ist ein tragischer, ein lustiger, ein unterhaltsamer und ein lehrreicher Roman.«

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: March 14, 2022

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Aktuelle Rezensionen(2)

4.1(15 ratings)
Christian Steinberger Rezension von Christian Steinberger

Es ist das alltägliche Sonntagsritual - die Großfamilie kommt zusammen, es wird gegessen und reichlich getrunken. Nelli, die einzige Tochter, steht im Flur und sinniert über den Verlust ihrer Großmutter, deren Tod Nelli völlig aus der Bahn wirft. Das verhasste Zusammenkommen mit ihren Brüdern, die Leere, die ihre Großmutter hinterlassen hat und das Verschwinden ihres Mannes geben Nelli Anlass zu Reflexionen in die eigene Vergangenheit. Nelli nimmt uns mit in ihr Dasein als Russlanddeutsche, die nicht so richtig weiß, wohin sie gehört. Ein Ankerpunkt für ihre eigene Identität ist hierbei auch noch das Plautdietsch, ferner ihre Glaubensgemeinschaft der Mennoniten. Als die Erzählperspektive wechselt und auch andere Mitglieder der Familie zu Wort kommen, wird plötzlich klar, dass offenbar Nellis verschwundener Mann Kornelius zerstückelt in ihrer Tiefkühltruhe liegt. Der Erzählstil ist besonders, denn eigentlich besteht der Roman "Nachtbeeren" aus lauter wütenden monologischen Versatzstücken. Durch den lakonischen Stil wird der Ton hart, eindringlich, pointiert. Das erschwert es aber gleichzeitig, den Figuren näher zu kommen. Aufschlussreich ist Elina Penners Debüt in Hinblick auf das, was die zweite Generation der Russlanddeutschen umtreibt, weil einige Werke bisher vor allem die türkische Perspektive beleuchtet haben. Bisweilen hat man aber den Eindruck, dass auch gewisse Klischees (Geschlechterrollen, Bedeutung der Kirche) bedient werden. Die Figur blickt für meinen Geschmack zu viel zurück und zu wenig nach vorne, der Monolog gerät zu einer Mischung aus Dauer-Lamento und Stream of Consciousness, bei dem es zu Redundanzen kommt. Das nimmt dem Debütroman den erfrischenden Drive, mit dem er loslegt.

Christiane GeithnerRezension von Christiane Geithner

Habe ein paar Seiten gebraucht um rein zu kommen, aber dann die Lektüre sehr genossen. Eine etwas unzuverlässige Erzählerin, viel Humor und eine neue Sicht auf die Gesellschaft aus der Perspektive der "anderen". Sehr interessant auch etwas über die Mennoniten und ihre Geschichte als Russlanddeutsche zu erfahren, hatte keine Ahnung davon bisher.

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