Mit Männern leben
von Manon Garcia
Eine Reportage zum wichtigsten Gerichtsprozess unserer Zeit Die monströsen Verbrechen an Gisèle Pelicot, die von ihrem Mann über Jahre betäubt und von ihm und fast 70 anderen Männern vergewaltigt wurde, haben die Welt erschüttert. Das sich anschließende Gerichtsverfahren avancierte zu einem der aufsehenerregendsten Prozesse der letzten Jahrzehnte, nicht nur wegen der Schwere der Schuld, sondern weil weithin klar wurde, dass das dort Verhandelte Millionen von Frauen betrifft. Manon Garcia, eine der wichtigsten Feministinnen der neuen Generation, reiste zum Prozess nach Avignon, um diesen akribisch zu dokumentieren. Sie verbindet ihre präzisen Beobachtungen über den Verlauf des Verfahrens, die Angeklagten und deren Reaktion auf die Vorwürfe mit Überlegungen zur Rolle der Frau in der patriarchalen Gesellschaft. Und sie verknüpft sie mit eigenen Erfahrungen der alltäglichen Gefahr, Opfer zu werden. Angesichts der Abgründe männlicher Gewalt gelangt sie zu der existenziellen Frage: Wie noch mit Männern leben?
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Mit Männern leben
von Manon Garcia
Eine Reportage zum wichtigsten Gerichtsprozess unserer Zeit Die monströsen Verbrechen an Gisèle Pelicot, die von ihrem Mann über Jahre betäubt und von ihm und fast 70 anderen Männern vergewaltigt wurde, haben die Welt erschüttert. Das sich anschließende Gerichtsverfahren avancierte zu einem der aufsehenerregendsten Prozesse der letzten Jahrzehnte, nicht nur wegen der Schwere der Schuld, sondern weil weithin klar wurde, dass das dort Verhandelte Millionen von Frauen betrifft. Manon Garcia, eine der wichtigsten Feministinnen der neuen Generation, reiste zum Prozess nach Avignon, um diesen akribisch zu dokumentieren. Sie verbindet ihre präzisen Beobachtungen über den Verlauf des Verfahrens, die Angeklagten und deren Reaktion auf die Vorwürfe mit Überlegungen zur Rolle der Frau in der patriarchalen Gesellschaft. Und sie verknüpft sie mit eigenen Erfahrungen der alltäglichen Gefahr, Opfer zu werden. Angesichts der Abgründe männlicher Gewalt gelangt sie zu der existenziellen Frage: Wie noch mit Männern leben?
Aktuelle Rezensionen(15)
Informativ aber verstörend (Das Thema, nicht das Buch ansich)
Manon Garcia hat ein wirklich gutes, wichtiges und zugleich zutiefst erschütterndes Buch über den Pelicot-Prozess und männliche sexualisierte Gewalt geschrieben. Gisèle Pelicot wurde über Jahre hinweg von ihrem Mann mit chemischen Substanzen betäubt und von ihm und mehr als 80 weiteren Männern immer wieder vergewaltigt. Ihr Mann, Dominique Pelicot filmte Vergewaltigungen, was schließlich auch wesentlich zur Verurteilung vieler, wenn auch nicht aller Täter, im Prozess, führte. Entlang des Prozessverlaufs beschäftigt sich Garcia dabei mit unterschiedlichen Themen. So thematisiert sie z.B. die unterschiedlichen Auffassungen von "Zustimmungen" und "Einvernehmen" im Zivilrecht und im Strafrecht, beschäftigt sich mit der Patriarchat und der hegemonialen Männlichkeit und erläutert inwiefern Gisèle Pelicot von der Öffentlichkeit als das "perfekte Opfer" stilisiert wurde und warum genau dies auch feministischer Sicht auch kritisch betrachtet werden muss. Dazwischen lässt sie uns immer wieder an Ereignissen einzelner Prozesstage teilhaben. Besonders eindrücklich sind ihre Schilderungen als Videos der Vergewaltigungen gezeigt werden. Besonders interessant fand ich Charakterisierung der Täter im Anschluss an Hannah Arendts "Banalität des Bösen" als durschnittliche Typen, die sich ihrer Schuld in keinster Weise bewusst sind. Zugleich machte mich diese Passagen des Buches auch besonders wütend. Täter, die die Vergewaltigungen trotz Videobeweis abstritten, oder andere, die aussagten, dass sie ja die Zustimmung des Ehemanns gehabt hätten und es damit ja keine Vergewaltigung gewesen sein könne etc. Die Lektüre fiel mir sehr schwer und ich musste öfters an den Satz von Nils Minkmar, der angesichts der Veröffentlichung im Fall Christian Ulmen sagte, er würde gerne "aus Protest aus dem eigenen Geschlecht austreten." Ich kann dieses Buch nur allen sehr empfehlen, allen voran allen Männern!
Sehr krasses Buch, mit guten, kalten und strukturierten Gedanken. Mach wütend und frustriert zugleich. Etwas schwer als Alltagsliteratur.
Durch dieses Buch kann ich keinen Mann mehr trauen
Ich bin wirklich fasziniert davon, mit welchem Scharfsinn Manom Garcia diesen grauenhaften Prozess analysiert hat, trotz der großen emotionalen Last, die dieser bei ihr auslöste. Ich habe sehr viel gelernt, aber es ist auch sehr erschütternd dieses Buch zu lesen. Ich denke, ich werde noch einige Male zu diesem Buch zurückkehren.