Empfehlungen basierend auf "Katzenberge Roman"

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von Dorothee Röhrig

Ihr gelingt ein gleichermaßen fesselndes wie psychologisch nuanciertes Familienporträt.

von Indra Maria Janos

Aus ihrer Heimat vertrieben, verlor sie ihr Herz an BerlinIn Berlin findet die Galizierin Mascha Engel endlich eine Heimat und im Romanischen Café und im Künstler-Kabarett Freunde, die nicht an ihrer Herkunft, sondern an ihrer Kunst interessiert sind. Und die lebt sie in ihrer Großstadtlyrik aus. Als sie 1928 den Hebräischlehrer Saul Kaléko heiratet, hat sie sich, blutjung, bereits einen Namen als Lyrikerin gemacht. Ihre Gedichte erscheinen in Zeitungen und mit dem ›Lyrischen Stenogrammheft‹ erstmals in Buchform. Dann kommt das Jahr 1933 und plötzlich ist Mascha weder Galizierin noch Berlinerin, sondern nur noch Jüdin. Immer mehr Freunde und Schriftstellerkollegen verlassen Berlin, doch Mascha will die Zeichen der Zeit nicht sehen. Und sie verliebt sich in den Musiker Chemjo Vinaver … 

von Annie Ernaux

Französische Literatur in Reclams Roter Reihe: das ist der französische Originaltext – ungekürzt und unbearbeitet mit Worterklärungen am Fuß jeder Seite, Nachwort und Literaturhinweisen. Eine Studentin wird ungeplant schwanger und möchte das Kind nicht austragen. Im Frankreich der 60er Jahre eine mehr als gefährliche Entscheidung: Schwangerschaftsabbrüche waren strafbar, und die alleingelassenen Frauen somit gezwungen, in ihrer Verzweiflung eigene Wege zu gehen. Annie Ernaux war diese Studentin – und in »L’événement« erzählt sie von jenem Ereignis, das ihr ganzes Leben prägen sollte. Entstanden ist ein wichtiges Zeitzeugnis und ein nüchternes Plädoyer für die Selbstbestimmtheit der Frau. Französische Lektüre: Niveau B2 (GER)

von Annette Oppenlander

»Ein unbedingt lesenswertes Buch!« InD’Tale Magazine »Erzwungene Wege« ist ein auf Zeitzeugenberichten beruhender Roman, der die »erweiterte Kinderlandverschickung« (KLV) des Naziregimes während des Zweiten Weltkriegs kritisch beleuchtet – meisterhaft erzählt von Annette Oppenlander, der Erfolgsautorin von »Vaterland, wo bist Du?«. Solingen, 1943: Gerade hat die vierzehnjährige Hilda entdeckt, dass sie ihren Nachbarn Peter liebt, als er ihr freudestrahlend seine Abreise in ein Lager der KLV verkündet. Peters Klasse bezieht eine verlassene Schule in Pommern, wo die Jungen bald feststellen müssen, dass die Versprechungen von Strandurlaub und herrlichem Essen nichts als Erfindungen sind. Kurz darauf verschlägt es Hilda mit ihrer Klasse in ein bayerisches Kloster. Unter den erbarmungslosen Augen der herrischen Oberin versucht Hilda, das Bettnässen ihrer Freundin zu vertuschen und ihr Heimweh unter Kontrolle zu bringen. Unterdessen sieht sich Peter mit dem militärischen Gebaren des pedantischen HJ-Lagerführers konfrontiert. Für Hilda und Peter spitzt sich die Situation immer weiter zu, während sie fern der Heimat um etwas Normalität und ein Stückchen Menschlichkeit in einer unmenschlichen Welt ringen.

von Sissel-Jo Gazan

Rosa wächst in den 80er Jahren in Aarhus auf und versteht sich prächtig mit ihrer unkonventionellen Mutter Helle. Nur die Frage nach Rosas leiblichem Vater will Helle ihrer Tochter nicht beantworten. Zum Glück hat sie einen wunderbaren Ersatzvater, den homosexuellen Künstler Kalle Krudt

von Federica De Cesco

Authentisch, dramatisch und leidenschaftlich : Eine Frau träumt von ihrer Heimat - Tibet ... Ihre tibetischen Wurzeln bedeuten der Architektin Dolkar nur wenig. In der Schweiz aufgewachsen erlebt sie zwar die buddhistischen Traditionen ihrer Familie, aber nie spricht ihre Mutter Sonam von der Heimat und ihrem Weg ins Exil. Erst als Dolkar die schrecklichen Narben auf Sonams Körper entdeckt und sie zur Rede stellt, erwacht zaghaft die Vergangenheit. Doch viele Fragen bleiben offen. Entschlossen, die wahre Geschichte ihrer Familie zu ergründen, reist Dolkar nach Lhasa. Doch welche Antworten wird sie dort finden? [4e de couverture]

von Erika Pluhar

Nelly, die 54jährige Pragerin, ist zum ersten Mal in Wien, der Heimatstadt ihrer Mutter. In der Straßenbahn nach Grinzing kommt sie mit einem gebildeten älteren Herrn ins Gespräch, und beide beschließen, den Nachmittag miteinander zu verbringen. Schließlich sitzen sie sich im Garten eines Ausflugslokals in Grinzing gegenüber und tasten sich behutsam vor in das Leben des andern. Ihre Unterhaltung wird immer intensiver und intimer, und sie merken gar nicht, wie die Zeit vergeht und ein neuer Morgen sich ankündigt. [buecher.de]

von Ljudmila Ulitzkaja

Nach der Revolution ziehen Jakow und Marussja mit ihrer kleinen Familie nach Moskau. Während Marussja der neuen Regierung vertraut, erkennt Jakow bald die Missstände. Unter Stalin wird er nach Sibirien verbannt. Seine Frau lässt sich scheiden, auch der Sohn wendet sich von ihm ab, und seine Enkelin Nora sieht er nur einmal als Kind. Sie, die ein bewegtes Leben führen wird – Bühnenbildnerin, alleinerziehend, georgische Liebschaft – lernt ihren Großvater erst aus seinen Liebesbriefen an die Großmutter kennen. Angeregt durch den Briefwechsel ihrer eigenen Großeltern hat Ljudmila Ulitzkaja einen Roman geschrieben, der die Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert aus unmittelbarer Nähe erzählt.

von Ljudmila Ulitzkaja

Ljudmila Ulitzkaja gibt mit überraschender Offenheit Auskunft über ihre persönliche Welt. Sie erzählt von ihrer Kindheit und Jugend in Moskau, von den Menschen und Büchern, die sie liebt, von ihrer früheren Tätigkeit als Genetikerin und davon, wie sie zum Schreiben kam. Dabei schlägt sie einen Bogen von der Geschichte ihrer Vorfahren bis zum Tagebuch ihrer Krebserkrankung. Zentral für ihr aktuelles Werk sind Politik und Kultur in Russland und ihr kritisches Verhältnis zu den Entwicklungen unter Putin. So eröffnet Ulitzkaja dem Leser einen Horizont russischer Alltagserfahrung, der auch Fragen der Moral, Ethik und Religion umschließt.