4.0

Justizpalast

von Petra Morsbach

Format:Softcover
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Der große Gesellschaftsroman über Recht und GerechtigkeitThirza Zorniger stammt aus einer desaströsen Schauspielerehe und will nichts anderes, als für Gerechtigkeit sorgen. Unter der Obhut des Großvaters und zweier ältlicher Tanten wird aus dem kleinen Mädchen eine fleißige Studentin und zuletzt Richterin im Münchner Justizpalast. Doch auch hier ist die Wirklichkeit anders als die Theorie: Eine hochdifferenzierte Gerechtigkeitsmaschine muss das ganze Spektrum des Lebens verarbeiten, wobei sie sich gelegentlich verschluckt. Und auch unter Richtern geht es manchmal zu wie in einer chaotischen Familie ...

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
480 SeitenSoftcover
Erschienen an: October 8, 2018

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Aktuelle Rezensionen(1)

4.0(4 ratings)
JuliestRezension von Juliest

Der Roman begleitet Richterin Thirza Zorniger aus München durch die Stationen ihres Lebens, wie sie wurde, was sie ist und was es heißt, Richterin zu sein. Die Autorin springt zwischen GesternHeuteMorgen im Leben der Protagonistin vor- und zurück, ähnlich unserem nicht-linearen Denken. Das hält beim Lesen wach, Abschweifen unmöglich, hier ist ein wacher Kopf gefragt, wer bei Thirzas Niveau mithalten will. Regelmäßig fallen detaillierte Fallschilderungen schwer und komplex wie die Dicke der Gerichtsakten, gleichzeitig spannend dargestellt, in die Schilderung von Thirzas Leben hinein. Denn ihr Leben ist der Beruf, sie arbeitet und arbeitet, Aktenstapel um Aktenstapel und es hört nie auf. Privat existiert sie kaum, nie hat sie gelernt, neben der Arbeit ein Leben zu haben. Dabei ist menschlich familiär jede Menge los, der Vater ein erfolgreicher Schauspieler, sie wächst jedoch abgeschoben beim Großvater und zwei Tanten auf. Doch das pralle Leben bleibt ihr fremd. Und an dieser Stelle fällt es mir so schwer, der Figur etwas Positives abzugewinnen. Ich bin selbst durch die Mühle dieser Ausbildung gegangen und habe mich schwer damit getan, einerseits menschliche Probleme lösen zu sollen und andererseits am Menschen selbst kein Interesse haben zu dürfen. Thirza als sehr gute Juristin und Richterin interessiert sich nicht für das Individuum, sie löst Probleme durch Gesetze und deren Auslegung. Und das ist für sie in Ordnung, nächster Fall bitte. Mein Fazit: Der Roman zeigt sehr gut, was gute Jurist:innen ausmacht und wie es vor Gericht zugeht. Und zeigt zugleich, wie Richter:innen sein müssen, um diesen Beruf ausüben zu können. Deshalb für mich eindeutig eine Leseempfehlung! Petra Morsbach werde ich als Autorin im Kopf behalten.

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