Die Schülerin Hanna lässt sich von ihrem besten Freund Andreas überreden mit ihm über die Ostsee schwimmend aus der DDR zu flüchten. Wird ihre Flucht glücken? Ab 15.
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Jenseits der blauen Grenze
von Dorit Linke
Die Schülerin Hanna lässt sich von ihrem besten Freund Andreas überreden mit ihm über die Ostsee schwimmend aus der DDR zu flüchten. Wird ihre Flucht glücken? Ab 15.
Aktuelle Rezensionen(1)
Wenn Jugendromane Geschichte lebendig machen Es gibt Bücher, die liest man nicht nur. Sondern man reist mit ihnen in der Zeit zurück. Genau das ist mir passiert, als ich Jenseits der blauen Grenze von Dorit Linke aufgeschlagen habe. Ich habe das Buch auf meinem Kindle gelesen und bin komplett in der Geschichte versunken. Da ich meine eigene Kindheit ebenfalls in der DDR verbracht habe, war die Lektüre für mich unglaublich nah und persönlich. Beim Lesen musste ich so oft schmunzeln: Der Schulalltag, der Pionieralltag, das Produktive Arbeiten, bestimmte Klamotten oder die Musik: all das holte sofort meine eigenen Erinnerungen an damals zurück. Besonders der Pioniernachmittag am Mittwoch, der oft für das Sammeln von Altpapier und Glas genutzt wurde, hat mich lächeln lassen. Es war faszinierend, wie lebendig diese Details plötzlich wieder vor meinem inneren Auge waren. Doch das Buch schafft einen Spagat, der mich tief bewegt hat. Auf der einen Seite die vertraute Nostalgie, auf der anderen Seite ein echter Schockmoment: Mir wurde beim Lesen erst richtig bewusst, welche massiven Restriktionen (Jugendwerkhof, Entzug der Studiumerlaubnis) und Verfolgungen damals im Hintergrund stattfanden. Diese Dinge, hat man als Kind oder Jugendliche oft gar nicht so mitbekommen. Der absolute emotionale Höhepunkt und ein echter Gänsehautmoment waren für mich die Flucht der Protagonisten über die Ostsee. Zu lesen, wie Hanna und Andreas in der eiskalten, dunklen Nacht um ihr Überleben kämpfen, hat mich total mitgenommen. Diese Mischung aus psychologischem Druck, Verzweiflung und dem unbändigen Wunsch nach Freiheit ist von der Autorin meisterhaft eingefangen worden. Was diese Neuausgabe in vereinfachter Sprache so wertvoll macht, ist ihre Zugänglichkeit. Der Text transportiert die enorme emotionale Wucht und die historische Bedeutung der Geschichte, ohne sprachliche Hürden aufzubauen. Das macht das Buch absolut ideal für den Einsatz im Unterricht, gerade, um auch leseschwächere Jugendliche für dieses wichtige Thema zu begeistern. Fazit Dorit Linke ist mit dieser Geschichte ein bewegendes Meisterwerk gelungen, das historische Authentizität mit packender Erzählkunst verbindet. Für mich eine absolute Herzensempfehlung, sowohl für den Unterricht als auch für alle, die sich auf eine emotionale Zeitreise in die DDR begeben möchten!