Isidor
von Shelly Kupferberg
»Mein Urgroßonkel war ein Dandy. Sein Name war Isidor. Oder Innozenz. Oder Ignaz. Eigentlich aber hieß er Israel.«
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Isidor
von Shelly Kupferberg
»Mein Urgroßonkel war ein Dandy. Sein Name war Isidor. Oder Innozenz. Oder Ignaz. Eigentlich aber hieß er Israel.«
Aktuelle Rezensionen(6)
Eine sehr bewegende jüdische Lebensgeschichte.
Lesenswert. Jüdisches Schicksal emotional beschrieben.
Eine ergreifende Lebensgeschichte über den sozialen Aufstieg und sein gewaltsames, jähes Ende, die Verbrechen der Nazis an der jüdischen Bevölkerung aber auch der Hoffnung auf besseres Leben!
Ein perfektes Buch für jeden der nach echten Geschichten sucht, die mühsam recherchiert und aufgearbeitet sind. Die Autorin schreibt hier über die Geschichte ihres Urgroßonkels und ihres Opas, die in den 1930er Jahren in Wien lebten und das schlimmste Kapitel der Geschichte aus der Perspektive der jüdischen Bevölkerung miterleben mussten. Die ersten 100 Seiten haben sich für mich sehr gezogen, weil es hauptsächlich um die Vorgeschichte der Charaktere geht und diese sehr nüchtern erzählt wurde. Ich bin eher der emotionale Leser und mir haben wahrscheinlich Gefühle und Gedanken gefehlt, welche aber nicht anhand der Fundstücke der Autorin belegt werden könnten. Die restlichen Seiten habe ich nahezu verschlungen. Ich bin fasziniert davon wie sehr ich am Ende trotz allem mitgefiebert und mitgelitten habe. Am Ende gab es auch viele tolle Zitate, die man z.T. leider auch auf aktuelle Themen beziehen kann. Sehr gelungenes Buch.
„Es gilt, achtzehn Jahre wieder aufzuholen, die achtzehn Jahre seit seiner Vertreibung durch die Nazis.“ „Mein Urgroßonkel war ein Dandy. Sein Name war Isidor.“ Und so beginnt die Geschichte eines jüdischen Lebens. In ihrem Debüt beschreibt die Autorin Shelly Kupferberg das Leben von Dr. Isidor Geller. Aufgewachsen in armes Galizien bis zu der adligen Oberschicht in Wien, musste sich Isidor erkämpfen. Lange Zeit dachte er niemand könne ihm sein Reichtum wegnehmen. So hangelte er sich schließlich von einem Ruhm zum nächsten, flog hoch und stürzte tief. Mehr will ich nicht verraten. Hätte ich gewusst, dass mich diese Geschichte in den Bann zieht, hätte ich an jenem Abend viel früher angefangen zu lesen, um es rechtzeitig vor dem Schlafengehen zu beenden. Shelly wollte ihrem Urgroßonkel aus Bruchstücken, irgendwelche Reste von Dokumentationen und Recherchen eine Geschichte geben – „seine Geschichte“. Wie sonst erklärt sich dieser rasante Aufstieg eines jüdischen Lebens? „Bis zu dem Tag, als Menschen wie er ausgelöscht werden sollten.“ Was dem Isidor und der Familie während der NS-Zeit widerfahren ist, versucht Kupferberg aus Zeitungsartikel, Briefen, und weitere Recherchen zu rekonstruieren und formt so die Konturen der vergessenen Familie. Ein Erfolg nach dem anderen machte Isidor blind. Als Österreich sich mit dem Deutschen Reich verbündete, lauerte die Gefahr für jüdische Familien sehr nah. Doch als Isidor die Gefahr der Nazis zu spät erkannte, verrieten ihn das antisemitische Volk schon längst. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis, erlitt er an die schwere Gewalt, die ihm angetan wurde und starb. Alles, was er hatte, sein „Reichtum“ musste er Stück für Stück an das Deutsche Reich abgeben. Bevor die komplette Familie-Geller ausgelöscht wurde, floh der Neffe Walter nach Palästina. Shelly Kupferberg erzählt mit einem talentierten und respektvollem Schreibstil eine unglaubliche Geschichte eines Aufstiegs bis zur fast kompletten Ausradierung einer Familie. „Was bleibt von einem Menschen übrig, wenn nichts von ihm übrigbleibt?“ Deswegen sind solche Geschichten wichtig zu erzählen: eine Geschichte gegen den Judenhass, gegen die Nazis, gegen den Hass, gegen das Vergessen. (…) von Wertpapieren, von üppigen Services und Bestecksets, Stilmöbeln, Ölbildern, Kunstgegenständen, kostbaren Teppichen, Pelzen und Schmuck. Alles verschwunden. Beschlagnahmt. Gestohlen. Geraubt. Ein Mensch wurde ausgelöst – zunächst Material, dann physisch. So war es der Plan der Nazis, und so wurde es millionenfach praktiziert.“