3.7

Intimitäten

von Katie Kitamura, Kathrin Razum

Format:Hardcover
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Die elektrisierende Geschichte einer Frau, die gefangen ist zwischen vielen Wahrheiten. – „Ein so mitreißender wie verstörender Roman." Hilka Sinning, ARD ttt Was braucht ein Ort, um zu einem Zuhause zu werden? Die heimatlose Erzählerin verlässt New York, um am Gerichtshof in Den Haag als Dolmetscherin zu arbeiten. Als sie Adriaan kennenlernt, scheint die Stadt zur Antwort ihrer Sehnsüchte zu werden. Doch dann verschwindet er zu seiner Noch-Ehefrau und hinterlässt nichts als Fragen. Fragen, die sich zu einem existenziellen Abgrund auftun, als sie für einen angeklagten westafrikanischen Kriegsverbrecher dolmetschen muss und zweifelt: Was ist kalkulierte Lüge, was Wahrheit? Glauben nur noch die Naiven an Gerechtigkeit? Wer kann über wen richten? Katie Kitamuras subtiler Roman ist ein anregendes intellektuelles Vergnügen mit hypnotischer Sogwirkung.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
224 SeitenHardcover
Erschienen an: August 22, 2022

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Aktuelle Rezensionen(3)

3.7(18 ratings)
JuliaRezension von Julia

Nunja, der Roman ist zwar einnehmend und dennoch klappt er für mich nicht. Die orientierungslose Protagonistin wächst nur mühsam aus den Seiten heraus. Zu viel gesellschaftliche Beobachtungen werden um sie herum platziert, sodass sie nur schwer zwischen all den Gedanken über internationale Justiz, niederländische Malerei oder die Ehe in modernen Zeiten zu erkennen ist. Viele schlaue Ideen stecken in diesem Buch, nähme man sie weg, um der fesselnden Hauptgeschichte, Frau liebt Mann - Mann verschwindet, zu folgen, bliebe eine kurze Erzählung von vielleicht 30 Seiten übrig. Alle Konversation zwischen den Figuren um diesen Plot herum, sind gut, nicht immer originell, aber gut. Als Lektüre ist es allerdings etwas mager und statt der distanzierten Erzählstimme hätte mir mehr Seelenleben gut gefallen. „Aber wir sind außerstande, die Welt, in der wir leben, wirklich zu sehen, eine Welt, die den Widerspruch zwischen ihrer Banalität (das gedrungene Gebäude des UN-Gefängnisses, der Bus, der seine übliche Route fuhr) und ihren Extremen (die Zelle und der Mann in der Zelle) in sich trägt - wir sehen diese Welt höchstens für kurze Augenblicke, und dann wieder für lange Zeit nicht, wenn überhaupt noch jemals. Es ist erstaunlich einfach, Wahrgenommenes wieder zu vergessen, einen entsetzlichen Anblick, die Stimme, die das Unsagbare sagt - um in dieser Welt bestehen zu können, müssen wir vergessen und tun es auch. Wir leben in einem Zustand des ‚Ich weiß es, aber ich weiß es nicht.‘“

ArminRezension von Armin

„Am einen Tag lebst du noch ein ganz normales Leben mit all den üblichen Hochs und Tiefs, und am nächsten wird dieses Leben in Stücke gehauen, und du kannst dich nie wieder richtig sicher fühlen.“   Eine Dolmetscherin verlässt New York, weil sie sich nicht mehr zugehörig fühlt. Sie bewirbt sich „aus einem Impuls heraus“ am Gerichtshof in Den Haag und bekommt die Stelle. Die ziel- und heimatlose Ich-Erzählerin lernt Adriaan kennen und Den Haag wird „zur Antwort ihrer Sehnsüchte“. Plötzlich verschwindet er zu seiner Noch-Ehefrau und das Leben der namenlosen Ich-Erzählerin kommt ins Wanken. Dann muss sie für einen angeklagten Mann dolmetschen, und die ersten Zweifel kommen auf.   Mich hat der Klappentext interessiert, insbesondere die Prozesse am Gerichtshof. Möglicherweise wurde ich durch ‘How to get away with murder‘ beeinflusst. Dieses Buch konnte mich aus verschiedenen Gründen nicht vollständig überzeugen. Aber vielleicht zunächst zu den positiven Aspekten. Als sie dort für einen afrikanischen Staatschef, dem Völkermord vorgeworfen wird, dolmetscht und die Rolle des Gerichts als "unwirksames Instrument des westlichen Imperialismus" beschreibt, hat mir die Szene sehr gefallen. Dadurch erhält man einen detaillierten Einblick in die Aufgaben einer Dolmetscher_in. Die Ich-Erzählerin beschreibt, wie sehr sie sich auf die korrekte Übersetzung konzentriert, bis sie ins Wanken gerät. Was mir weniger gefallen hat, ist, dass die Figur im Allgemeinen eher distanziert und emotionslos wirkt. Zumindest konnte ich nur schwer Mitgefühl für sie empfinden. Ich weiß nicht, ob es an der Schreibweise lag oder ob es genau die Absicht der Autorin war, die Figur so wirken zu lassen.Jedenfalls wiederholen sich die Dialoge, die Figuren bleiben oberflächlich, und insgesamt unnahbar.   Wie gesagt, möglicherweise war das die Absicht und sollte die mangelnde Intimität zeigen, die jedoch paradoxerweise eine gewisse Form von Intimität darstellt. Das Lesen wurde dadurch nicht spannend und eher langweilig.  

SabinaRezension von Sabina

Das Buch handelt von einer Dolmetscherin am Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Man bekommt einen schönen Einblick in das Berufsleben der Dolmetscher. Die Intimität zieht sich durch das ganze Buch als roter Faden. Die Protagonistin liebt es zu analysieren und versucht stets ihre Mitmenschen zu lesen. Die Geschichte fand ich sehr interessant aber auch sehr ausbaufähig. An manchen Stellen wurde Spannung aufgebaut die dann aber leider im Sand verlaufen ist. Das fand ich sehr schade. Generell finde ich der Klappentext verspricht ein viel spannenderes Buch. Manche Teile der Geschichte waren sehr detailliert beschrieben obwohl sie für die Story, meiner Meinung nach, keine Relevanz hatten. Andere Teile der Erzählung wurden nicht ausführlich genug beschrieben. Es las sich oft wie ein Tagebuch der Protagonistin wo sie von ihrem Alltag berichtet. Dennoch konnte ich nicht wirklich eine Verbindung zur Protagonistin aufbauen. Das war leider nicht so ganz mein Fall! Den Schreibstil fand ich dennoch sehr angenehm zu lesen und würde einem anderen Buch der Autorin noch eine Chance geben. Dieser Roman war ganz nett aber hat mich leider nicht so wirklich umgehauen! Als schnelle Lektüre zwischendurch ist sie bestimmt nicht schlecht aber man darf sich nicht zu viel erwarten.

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