Empfehlungen basierend auf "I'm a Nurse"
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von Irvin D. Yalom
Irvin D. Yalom ist einer der angesehensten Psychotherapeuten Amerikas, am 13. Juni 2021 wurde er neunzig Jahre alt. Er gilt als Klassiker der existentiellen Psychotherapie, seine Lehrbücher und Romane erscheinen weltweit und erreichen Millionen. Seine Frau Marilyn Yalom, eine renommierte Kulturwissenschaftlerin und Autorin, starb im Herbst 2019 nach 65jähriger Ehe. Als klar war, dass ihre Krankheit zum Tode führen würde, begannen beide ein Buch zu schreiben - das am Ende Irvin D. Yalom alleine fertigstellen musste. Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe und herausragenden intellektuellen Beziehung. Ein großes Alterswerk, das alle existentiellen Themen berührt, die uns angehen. Ausstattung: Bildteil
von Franziska Böhler
Franziska Böhler ist Krankenschwester – und Pflegeaktivistin. Mit ihrem Einsatz für bessere Bedingungen in der Pflege hat sie vielen aus dem Herzen gesprochen. Und doch gab es eine Zeit, in der sie nicht mehr weitermachen kann. Zu viel prasselt auf sie ein: Sie wird bewundert, um Rat gefragt, und sie wird kritisiert, beleidigt, bedroht. Franziska Böhler versucht allem gerecht zu werden, als Mutter von zwei Kindern, als Aktivistin und als Krankenschwester. Sie versucht den Hass auszublenden, Kritik abperlen zu lassen – doch irgendwann ist das nicht mehr möglich. Panikattacken und Burnout sind die Folge. Hinzu kommt der Frust, dass sich an den katastrophalen Bedingungen in der Pflege nichts ändert. Trotzdem: Die Krankenpflege ist und bleibt Franziska Böhlers Traumberuf. Sie identifiziert sich mit ihm, er erdet sie. Sehr persönlich und gnadenlos ehrlich schildert Franziska Böhler, was der Einsatz für die Pflege mit ihr gemacht hat, wie sie selbst daran fast zerbrach, krank wurde und wieder heilen konnte. Denn damit man anderen helfen kann, muss es zuerst einem selbst gut gehen. Und sie stellt die Frage, wie wir mit den Menschen umgehen, die sich für andere einsetzen – sei es im Krankenhaus oder im Aktivismus.
von Maren Wurster
Ein Buch, das uns alle betrifft: Maren Wursters zutiefst berührende Reflektion über Fürsorge und Übergriffigkeit, Krankheit und Tod – und die Suche nach der eigenen Geschichte. Ein persönliches, in seiner Offenheit radikales, überraschend tröstliches Buch über den Abschied von den Eltern – und der literarische Versuch, die eigene Herkunft zu ergründen. Der Vater liegt auf der Intensivstation, die demenzkranke Mutter wird in einem Pflegeheim betreut. Dazwischen steht die Tochter, selbst Mutter eines kleinen Kindes, und muss sich kümmern, weiß aber nicht, wie. Sie fängt an, sich zu erinnern: an ihre Kindheit, an das Ferienhaus in Spanien, aber auch an die Sucht des Vaters und die Unnahbarkeit der Mutter. Und während sie das Leben der Eltern vom Moment des Sterbens aus erzählt, begreift sie nach und nach, was die beiden eigentlich für Menschen waren, was für ein Mensch sie selbst geworden ist.
von Jackie Azúa Kramer
Zur Bewältigung der Trauer über den Tod der Mutter kann derjenige, der tröstet, gar nicht gross genug sein, denn der Vater ist umhüllt von seiner eigenen Trauer. Der Trauerbegleiter in der Geschichte ist daher ein Gorilla, gross, mit zotteligem dunklem Pelz, der dem kleinen Jungen zur Seite steht. Er hat viele Fragen und alle Fragen, die er dem Gorilla stellt, beantwortet dieser geduldig und so, dass er sie versteht. Als der Vater und der Junge beginnen, sich an die Mutter zu erinnern und darüber zu reden, wie sehr sie sie vermissen, zieht sich der Gorilla zurück. Am Grab der Mutter pflanzen Vater und Sohn rote Blumen und der Gorilla lässt einen Schmetterling fliegen. Die zarten diffusen Aquarellbilder sind voller Poesie, sie lassen teilnehmen, aber immer mit einer respektvollen Distanz. Der Text ist sparsam eingesetzt, es sind kurze Aussage- und Fragesätze. Sie sind eine Unterstützung, um mit Kindern über Tod und Trauer zu reden. Empfohlen. Ab 4.
von Johanna Klug
Für Johanna Klug werden in der Begegnung mit Sterbenden die existenziellsten Themen des Lebens deutlich. Das Bedürfnis dieser jungen und klugen Autorin nach direkten, aufrichtigen und echten Begegnungen mit Menschen, die ihr mehr über das wirkliche Leben nahebringen als viele für sie häufig oberflächlich empfundene Antworten der Gesellschaft, brachte sie dazu, Zeit mit Sterbenden zu verbringen. Hier wird ihre Suche nach Wahrheit befriedigt. Sie schreibt mitreißend und nachdenklich über ihre Erfahrungen mit Sterbenden, über Themen, die uns alle im Leben beschäftigen. So geht es um Essen und Trinken, Schönheit, Gesundheit – und alles in Relation zu den absurden Forderungen des modernen Lebens vom Ende des Lebens her betrachtet. Eine Autorin, die mit ihrem Anspruch auf Wahrheit und Reduktion auf das Wesentliche einen besonderen Text geschrieben hat und die Leser*innen mit einem neuen Blick auf die eigene Wirklichkeit entlässt.
von Andrea Roedig
Das Buch ist eine beeindruckende, essayistische Annäherung an eine erschreckend fremde Frau: die eigene Mutter.
von Francesca Segal
Eine Mutter bangt um ihre zu früh geborenen Töchter. Francesca Segals Tagebuch verbindet die Zärtlichkeit eines Liebesgedichts mit dem zwingenden Tempo eines Thrillers und erschafft eine Hymne an das Elternsein und die tragende Kraft von Freundschaften.
von Susanne Fröhlich, Constanze Kleis
»Alle reden vom Altern, wir tun's!« Begleiten Sie das erfolgreiche Bestsellerduo auf seiner rasanten Abenteuer-Reise durch die späteren Jahre In der Theorie haben wir die herrlichsten Pläne für die Happy Hour unseres Lebens: Freundschaften und Hobbies pflegen, Träume realisieren, sich selbst, die Welt, vielleicht auch noch einmal die Liebe neu entdecken. In der Praxis zeigt sich: Älterwerden ist gar nicht so einfach, wie man immer denkt. Denn da liegt plötzlich ein Rentner in unserem Bett, man soll mal wieder mit einem Taschengeld auskommen und nicht nur die Kinnhaare wachsen, sondern auch Trägheit, Mutlosigkeit und Fatalismus. Der Notausgang aus dem Alters-Grau: Humor, Zuversicht und Mut Die Spiegel-Bestseller-Autorinnen Susanne Fröhlich und Constanze Kleis haben ein paar Vorschläge, wie man den Zumutungen des Älterwerdens die Stirn bietet. Natürlich alle im Selbstversuch getestet - Wie man den Langlebigkeits-Hype – inklusive Eisbaden – überlebt - Wie man in einem Tattoo-Studio seine wahre Bestimmung findet - Wie man der Sogkraft des Sofas entkommt - Wie man lernt Finanzthemen zu lieben - Wie man möglichst früh letzte Dinge regelt Ganz nach dem Motto: »Sei stärker als deine stärkste Ausrede – kleine Schritte sind besser als keine Schritte!« Ein Buch für alle, die die Alters-Arena mit hoch erhobenem Kopf betreten und den angestaubten Bildern von der Frau in ihren späteren Jahren den Mittelfinger zeigen wollen.