Hinter der Grenze, vor dem Gesetz
von Tobias G. Eule, Lisa Marie Borrelli, Annika Lindberg, Anna Wyss, Hans-Peter Remmler
Hunderttausende Geflüchtete erreichen jährlich die »Festung Europa«. Doch was geschieht nach ihrer Ankunft? Das Buch beleuchtet Handlungsspielräume und vereint die Perspektiven von Menschen mit prekärem Rechtsstatus, staatlichen Akteur*innen, NGOs und Institutionen in acht europäischen Nationen: Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Lettland, Litauen, Dänemark und Schweden. Hinter der Grenze, vor dem Gesetz ist ein rechtssoziologischer Beitrag zur Debatte um Migrationssteuerung und Zugehörigkeit. Die Autor*innen gehen auf Tuchfühlung mit Praktiken vor Ort und beschreiben die Kontrolle von »unerwünschter« Zuwanderung aus Sicht von Bürokrat*innen und auch von Migrant*innen mit prekärem Aufenthaltsstatus. Sie zeigen, wie Aufenthaltsrecht von verschiedenen Akteur*innen angewandt, ignoriert, umgedeutet und idealisiert wird und wie Recht und Rechtsanwendung Handlungsspielräume von Migrant*innen gleichermaßen ermöglichen und begrenzen. So eröffnen sich Räume asymmetrischer Aushandlungen zwischen Kontrollinstitutionen und Betroffenen. Manchmal scheint es, als seien alle involvierten Akteur*innen in kafkaesken Zeitschleifen gefangen. Das Buch beschreibt, wie schwer sich Verantwortlichkeit im dichten Regime von Kontrollinstanzen verorten lässt und wie in diesem produktiven Chaos Bauchgefühl und Improvisationstalent Entscheidungen individueller Akteur*innen leiten. In der Macht der Ohnmacht vor unterschiedlich auszudeutender Staatsgewalt liegen Handlungschancen: Formalität und Informalität sind auch in Westeuropa keine Gegenpole, sondern konstituieren und unterstützen sich gegenseitig.
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Hinter der Grenze, vor dem Gesetz
von Tobias G. Eule, Lisa Marie Borrelli, Annika Lindberg, Anna Wyss, Hans-Peter Remmler
Hunderttausende Geflüchtete erreichen jährlich die »Festung Europa«. Doch was geschieht nach ihrer Ankunft? Das Buch beleuchtet Handlungsspielräume und vereint die Perspektiven von Menschen mit prekärem Rechtsstatus, staatlichen Akteur*innen, NGOs und Institutionen in acht europäischen Nationen: Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Lettland, Litauen, Dänemark und Schweden. Hinter der Grenze, vor dem Gesetz ist ein rechtssoziologischer Beitrag zur Debatte um Migrationssteuerung und Zugehörigkeit. Die Autor*innen gehen auf Tuchfühlung mit Praktiken vor Ort und beschreiben die Kontrolle von »unerwünschter« Zuwanderung aus Sicht von Bürokrat*innen und auch von Migrant*innen mit prekärem Aufenthaltsstatus. Sie zeigen, wie Aufenthaltsrecht von verschiedenen Akteur*innen angewandt, ignoriert, umgedeutet und idealisiert wird und wie Recht und Rechtsanwendung Handlungsspielräume von Migrant*innen gleichermaßen ermöglichen und begrenzen. So eröffnen sich Räume asymmetrischer Aushandlungen zwischen Kontrollinstitutionen und Betroffenen. Manchmal scheint es, als seien alle involvierten Akteur*innen in kafkaesken Zeitschleifen gefangen. Das Buch beschreibt, wie schwer sich Verantwortlichkeit im dichten Regime von Kontrollinstanzen verorten lässt und wie in diesem produktiven Chaos Bauchgefühl und Improvisationstalent Entscheidungen individueller Akteur*innen leiten. In der Macht der Ohnmacht vor unterschiedlich auszudeutender Staatsgewalt liegen Handlungschancen: Formalität und Informalität sind auch in Westeuropa keine Gegenpole, sondern konstituieren und unterstützen sich gegenseitig.
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