Empfehlungen basierend auf "Hameister:Wie warmer Regen auf nackter"

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von Simone Lappert

die zeit ist reifer als juliaprikosen, ihr kern schmeckt bitter und geht schon lange jeden mund etwas an.

von Selma Meerbaum-Eisinger

Nur wenige Dutzend Gedichte sind von Selma Meerbaum-Eisinger handschriftlich in ihrem Album »Blütenlese« überliefert. Was das jüdische Mädchen aus Czernowitz bedichtete, war die Liebe zu einem jungen Mann. Herausgekommen ist nicht weniger als ein Stück Weltliteratur. »Es ist eine Lyrik, die man weinend vor Aufregung liest: so rein, so schön, so bedroht«, urteilte Hilde Domin. Unter ihr letztes Gedicht schrieb Selma Meerbaum-Eisinger: »Ich habe keine Zeit gehabt zuendezuschreiben«. Sie starb 1942 im Alter von 18 Jahren im Arbeitslager Michailowka am Bug an Typhus.

von undefined Catull

Catull lebte in einer Zeit des Übergangs (etwa 84-54 v. Chr.), am Ende der römischen Republik. Er stand unter dem Einfluss hellenistischer Dichtung, aber trotz mannigfacher inhaltlicher und formaler Anklänge ist seine charakteristische Individualität, sein respektlos-zarter, »moderner« Ton in allen bedeutenden Gedichten vernehmbar. Und es ist kein Wunder, dass er in der europäischen Literatur viele (heimliche) Nachahmer fand - und seit über 2000 Jahren immer wieder neue (junge) Leser. Sprachen: Deutsch, Latein

von Else Lasker-Schüler

Gottfried Benn nannte sie »die größte Lyrikerin, die Deutschland je hatte«. Ihre Gedichte beschwören in üppiger, prunkvoller und zugleich zarter Sprache die Poetisierung des Lebens in sich verdunkelnder Zeit. Die jüdischen und orientalischen Phantasien, ihre Masken und Rollen als Prinz Jussuf von Theben, Tino von Bagdad oder der ›Malik‹ haben jedoch nie ihre Klarsicht getrübt, bis hin zum letzten berühmten Gedichtband »Mein blaues Klavier«, 1943 im Jerusalemer Exil erschienen. Die vorliegende Edition stellt das lyrische Gesamtwerk Lasker-Schülers vollständig und in chronologischer Ordnung vor. Jedem Gedicht werden detailreiche Informationen beigegeben: über den (auto)biographischen Hintergrund der mit der Bohème und dem Berliner Kulturbetrieb der Weimarer Zeit vernetzten Dichterin wie auch zum breiten Anspielungshorizont der jüdischen Tradition. – Mit einer kompakten Biographie der Autorin

von Eugen Gomringer

1972 erstmals erschienen, ist der Band »konkrete poesie« längst selbst ein maßgebender Bestandteil der Geschichte dieser avantgardistischen Lyrikform nach dem Zweiten Weltkrieg geworden. Eugen Gomringer, Mitbegründer der Konkreten Poesie und Herausgeber der Anthologie, legt nun eine erheblich erweiterte Neuausgabe vor. Sie macht augenfällig, dass diese Form der Poesie, die mit der Sprache spielt, auch im 21. Jahrhundert höchst lebendig ist. Neu aufgenommene Autorinnen und Autoren sind: Hannes Bajohr, Ute Bernhard, Friedrich W. Block, Ingrid Isermann, Michael Lentz, Cia Rinne, Axel Rohlfs, Volker Seitz.

von Jules Renard

»Manche Leute sind so langweilig, dass man mit ihnen in fünf Minuten einen ganzen Tag verliert«, notierte Jules Renard in seinem Tagebuch, das als sein literarisches Hauptwerk gilt. 46 Jahre alt ist der Dichter, Schriftsteller und gefürchtete Kritiker der Jahrhundertwende geworden, in seinem kurzen Leben hat er 54 Tagebücher gefüllt: Alltagsbeobachtungen und literarische Miniaturen, Gedankensplitter und Aphorismen, moralische Reflexionen und Naturbeschreibungen, die scheinbar unverbunden nebeneinander stehen. Mit spitzer Feder schreibt Renard über seine Zeitgenossen und die künstlerisch-literarischen Pariser Kreise, in denen er sich bewegt. Mal witzig, mal melancholisch - immer scharfsinnig. Die geistreichsten Notate hat Nikolaus Heidelbach für diesen Band zusammengestellt und illustriert.

von Dietrich Bode

Diese Anthologie deutscher Gedichte gehört seit ihrem ersten Erscheinen 1984 zu den Klassikern im Programm des Reclam Verlags. Sie bietet eine bewusst knapp gehaltene Auswahl hervorragender und repräsentativer Gedichte der über 100 wichtigsten Lyrikerinnen und Lyriker deutscher Sprache aus einem Zeitraum von über zwölf Jahrhunderten. Immer wieder ist sie aktualisiert und erweitert worden, jetzt mit Gedichten von Elke Erb, Ulrich Koch, Ludwig Steinherr und Jan Wagner.

von Johann Wolfgang Goethe

Das Wesentliche der Goetheschen Lyrik, philologisch zuverlässig, wohlkommentiert und ansprechend dargeboten. Im Lauf seines Lebens hat Goethe mehr als dreitausend Gedichte geschrieben, scheinbar leicht verständliche, aber auch solche von höchster sprachlicher und metaphorischer Komplexität, Gedichte in liedhaften Strophenformen, in strengen antiken Metren oder auch reimlose Lyrik. Mit diesem in Umfang und Bedeutung außergewöhnlichen lyrischen Werk hat er das deutschsprachige Gedicht der Neuzeit erst eigentlich geschaffen. Für diese Edition wurden 365 Gedichte ausgewählt. Alle bekannten, beliebten, interessanten, gesuchten Gedichte sind enthalten - und wer will, kann ein ganzes Jahr lang seinen Tag mit einem anderen Goethe-Gedicht beginnen oder beschließen. Die Texte werden jeweils in der Fassung ihrer ersten Veröffentlichung geboten. Der Kommentar berichtet über Entstehung und Druckgeschichte, bietet wichtige inhaltliche Varianten späterer Überarbeitungen sowie Wort- und Sacherklärungen. Literaturhinweise und ein Nachwort runden diese neue Ausgabe ab.

von Johann Wolfgang von und Erich (Herausgeber) Trunz Goethe (Verfasser)

Goethes Gedichte erscheinen in diesem Band in einer Anordnung, welche die großen Epochen seines Schaffens deutlich werden läßt: Sturm und Drang, die ersten Weimarer Jahre, die Zeit der Klassik, die Alterswerke. Innerhalb dieser zeitlichen Gruppen bleibt das durch Inhalt und Form Zusammengehörige beieinander: die Balladen, die Elegien usw. Manche dieser Gruppen hat Goethe selbst zusammengestellt, z.B. die Römischen Elegien und die Sonette. Der Band zeigt die ganze Weite von Goethes lyrischem Werk. Textkritisch durchgesehen und kommentiert von Erich Trunz.