Fräulein Gold: Der Himmel über der Stadt
von Anne Stern
Anne Stern zeichnet ein authentisches Bild des Zeitgeschehens und entwirft atmosphärische Szenen, in denen sich auch Leser zurechtfinden, die die ersten Bände der Reihe nicht kennen ... Anne Stern ist ein unterhaltsamer Roman gelungen.
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Fräulein Gold: Der Himmel über der Stadt
von Anne Stern
Anne Stern zeichnet ein authentisches Bild des Zeitgeschehens und entwirft atmosphärische Szenen, in denen sich auch Leser zurechtfinden, die die ersten Bände der Reihe nicht kennen ... Anne Stern ist ein unterhaltsamer Roman gelungen.
Aktuelle Rezensionen(2)
Nach längerer Pause hat mich plötzlich die Lust gepackt, endlich die Fräulein Gold - Reihe weiterzulesen. Ab und an werden kurz Ereignisse aus vorherigen Bänden erwähnt, ohne dass es aufgezwungen oder störend wirkt, somit war der Wiedereinstieg kein Problem für mich. Viel Vorwissen braucht man sowieso nicht, um dem Geschehen folgen zu können. Huldas Beruf als Hebamme ist ein Aspekt, der mich extrem interessiert und somit hatte ich richtig große Lust auf diesen dritten Band, in dem sie eine Festanstellung in einem neuen Frauenklinikum antritt. Der Fokus liegt dieses Mal stark auf ihrem Berufsleben und ich fand es großartig! In Band eins hatte ich noch Schwierigkeiten damit, Hulda näher zu kommen, obwohl die ernst drein schauende Naschkatze mit der Sauklaue durchaus ein paar Eigenschaften mit mir teilt. Mittlerweile ist sie mir sympathischer, manchmal erregt sie aber immer noch meinen Unmut. Die Autorin will es einem anders verkaufen aber Hulda glänzt mal wieder mit Ignoranz gegenüber einigen ihrer Mitmenschen. Ich spreche in erster Linie von Bert und Karl. Beide bekommen eigene Handlungsstränge, von denen ich mir viel versprochen habe. Leider wurden sie dann nicht weiter verfolgt und auf den letzten Seiten kurz abgehandelt. Nicht so schlimm, Anne Stern glänzte wieder mit ihrem angenehmen Schreibstil und interessantem Geschichtswissen. Die Reihe entwickelt sich insgesamt in eine positive Richtung und "Der Himmel über der Stadt" brachte mir bisher den meisten Lesespaß. Ich habe große Lust auf den Rest und lasse bis zu Band vier sicher nicht mehr all zu viel Zeit verstreichen.
Auch hier habe ich wieder gebannt den Geschehnissen um die Hebamme Hulda Gold verfolgt. Interessant fand ich den Wechsel von freiberuflicher Arbeit (am Rand des Existenzminimums in den ärmeren Vierteln Berlins) zu einer Anstellung in einer Klinik. Wie bereits vorhersehbar war, eckt Hulda hier bei verschiedenen Leuten an - Unterwürfigkeit ist einfach nicht ihr Ding. Die Geschichte hat mich schon ziemlich mitgenommen - medizinische Versuche an unwissenden Patienten sind per se verwerflich, aber wenn es um Schwangere kurz vor der Niederkunft geht, hat das ganze noch einmal ein anderes Niveau. Huldas Privatleben bleibt turbulent und die Beziehung zu Karl North, der noch immer das Geheimnis seiner Herkunft zu lösen versucht, ist bestenfalls schwierig. Gefreut habe ich mich, dass in diesem Band der Zeitungsverkäufer Bert eine größere Rolle spielte. Auf Band 4 freue ich mich schon sehr, auch wenn die Zeiten düsterer werden und nicht nur Hulda mit dem Regime Probleme bekommen wird.