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Scheinbar nüchtern und doch mit emotionalem Feingefühl verwebt Leshem die Komplexität des seit Jahrzehnten währenden Konflikts, seine persönliche Familiengeschichte und den Tag im Oktober, der alles veränderte.

Geschichte, Geistes- & Gesellschaftswissenschaften
320 SeitenHardcover
Erschienen an: April 30, 2024

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Aktuelle Rezensionen(1)

4.7(3 ratings)
mareikiRezension von mareiki

Ron Lesham thematisiert in Feuer: Isreal und der 7. Oktober sehr eingehend und genau die Geschehnisse vom 7. Oktober und von dort ausgehend die historischen Spannungen zwischen Israel und Palästina bis in die Anfänge des Konflikts und geht zum Ende des Buches auf eine hoffnungsvolle Zukunfts-Utopie ein, wie sich der Konflikt im besten Falle entspannt oder gar auflöst. Ron Lesham selbst ist israelischer Autor und hat schon in früheren Werken über die Konflikte im Nahen Osten geschrieben. Lesham geht im Laufe des Buchs immer wieder sehr genau auf die erfahrenen Gräueltaten ein, die die Menschen am 7. Oktober erlebt haben. Diese ließen sich an Erzählungen von Überlebenden, Videos und den vorgefundenen Körper rekonstruieren. Diese Teile des Buches sind hart und nur schwer auszuhalten, aber das macht sie auch wichtig, um sich (falls noch nicht geschehen) mit den Menschen zu solidarisieren und das mit allen Menschen, die körperlich oder seelisch verletzt wurden. Das Buch habe ich mir ausgesucht, weil es mir schwer fiel einen Überblick über den Konflikt zu bekommen, der so komplex und in so vielen Ereignissen verwoben ist, dass ich nicht wusste, wo ich anfangen sollte. Dabei hat mir das Buch sehr geholfen; ich denke es bedarf da noch tieferer Lektüre, auch aus anderen Perspektiven, aber Lesham hat seine Position im Buch gut reflektiert. Sich, seinen Partner, seine Familie, seine Freund:innen & Bekannte auf beiden Seiten des Konflikts immer wieder kritisch innerhalb des Konflikts verortet und reflektiert. Im letzten Teil des Buches, wo es um mögliche Auflösungen des Konflikts geht und Lesham über das NEOM-Proekt in Saudi Arabien geradezu schwärmt, habe ich diesekritisch Reflektion allerdings vermisst. Das Projekt ist mir eher als problematisch bekannt, da Zwangsumsiedlungen von einheimischen Gemeinschaften vorgesehen sind bzw. bereits umgesetzt wurden, um das Projekt überhaupt realisieren zu können. Diese Menschenrechtsverletzungen wurden nicht angesprochen, was ich sehr schade und einseitig fand. Weiterhin soll das Projekt zwar eine der nachhaltigsten Städte kreieren, schadet und zerstört dabei allerdings natürliche Lebensräume in dem Prozess. Im Großen und Ganzen finde ich das Buch allerdings sehr gelungen und die emotionale Wucht mit der Lesham schreibt, macht sehr deutlich wie wichtig eine friedliche Lösung ist.

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