Empfehlungen basierend auf "Fünf Viertelstunden bis zum Meer"
Based on your reading history, we think you will also enjoy the following books.
von Michael Ebert
Ein 13-Jähriger, der über den alten Münzfernsprecher in einem Krankenhaus mit den Toten spricht … Michael Eberts warmherzig-humorvolles Romandebüt über eine Kindheit in Armut, den Verlust des Vaters – und die tröstende Kraft der Liebe„Trauer ist Liebe ohne Zuhause ...“ Seit sein Vater gestorben ist, erhält Mischa geheimnisvolle Anrufe. Über einen alten Münzfernsprecher melden sich die Toten bei ihm und geben ihre letzten Wünsche durch. Egal, wie skurril die Aufgaben sind: Mischa gibt sich alle Mühe, sie zu erfüllen – immer in der Hoffnung, dass sich vielleicht eines Tages auch sein Vater noch einmal meldet. Mischa lebt mit seiner Mutter in der Personalwohnung eines kleinen Krankenhauses im Schwarzwald, sie ist dort Intensivschwester, arbeitet unentwegt, das Geld ist dennoch knapp. Manchmal reicht es nicht einmal mehr für ein Weihnachtsgeschenk. Doch eines Tages tritt die 17-jährige Sola aus Zaïre in Mischas Leben, und mit ihr beginnt ein aufregendes Abenteuer, das ihm hilft, wieder Mut und neue Hoffnung zu schöpfen ... In diesem Roman geht es um die großen Dinge: Um Liebe und Armut. Um Leben und Tod. Und um die Kunst, nicht nur auf das zu schauen, was wir verloren haben. Sondern auch auf das, was uns bleibt.Feinsinnig, emotional und voller Humor erzählt Michael Ebert, warum sich Hoffnung immer lohnt. Dieser Roman ist ein Geschenk für alle, die Wärme und Trost suchen – oder jemand anderem schenken möchten.
von Julia Holbe
Vier Freundinnen und ein Sommer am Meer, der alles für immer veränderte.Lenica, Marie, Fanny und Elsa verbringen einen nicht enden wollenden Sommer an der französischen Atlantikküste. Wie ein Versprechen liegt die Zukunft vor ihnen, so ausgelassen und unbeschwert sind sie, dass sie gar nicht merken, wie das Leben seine Weichen stellt. Als sie sich viele Jahre später wiedersehen, erkennen sie, dass ihre Träume sie noch immer wie eine schicksalhafte Kraft verbinden. Trotz allem, was geschehen ist, seit jenem Abend, als Lenica ihren Freund Sean mitbrachte. Und die unaufhaltbare Geschichte ihren Lauf nahm...Julia Holbe erzählt von den wirklich wichtigen Dingen des Lebens: von Liebe und Freundschaft, Schuld und Verrat, von Zufall und Schicksal und davon, dass wir die Vergangenheit immer nur so erinnern, wie wir sie haben wollen.
von Jo Lendle
„Solange ich rede, bin ich am Leben. Solange ich fliege. Die letzte Gewissheit, die mir bleibt: Wenn ich niemals lande, werde ich nicht gestorben sein.“Es ist der 2. Juli 1937, in ihrer Lockheed Electra fliegt Amelia Earhart hoch über dem Ozean. Die Schatten der Wolken sehen aus wie Inseln. Sie steht kurz davor, als erster Mensch die Welt zu umrunden. Dies ist die schwerste Etappe. Jo Lendle erzählt die Geschichte einer Heldin, die keine Heldin sein will. Amelia fliegt, sie schreibt, sie setzt sich für Frauen ein – ein Vorbild. Doch sie hadert mit all den Zuschreibungen, weil sie sich selbst darin nicht findet, nicht zuletzt in den Kategorien von Frau und Mann. Also hebt sie ab und lässt alles hinter sich, ohne Kompromisse. »Die Himmelsrichtungen« ist das Porträt eines ungeheuer mutigen, charismatischen, eigensinnigen Menschen. Es ist eine Liebesgeschichte mit wechselnden Beteiligten – manche erstaunlich, andere flüchtig wie Wolken. Und es ist ein Roman über die Erinnerung und wie sie sich allmählich entblättert. Jede Schicht zeigt die Vergangenheit in einem neuen Licht. Wie soll man diese Geschichte anders erzählen als rückwärts? Amelia weiß noch nicht, dass es der letzte Tag ihres Lebens ist.
von Marco Balzano
Eine zu Herzen gehende Geschichte aus Südtirol, eine Ermutigung zum Widerstand
von Charlotte Wood
Es geschah nicht zum ersten Mal, dieses Aufwachen im fahlen Licht des frühen Morgens, erfüllt von dem stillen, aber drängenden Wunsch, in die Kirche zu gehen. Ein Nachlassen der kognitiven Fähigkeiten, ganz zweifellos. Frontalhirnschädigung, Frömmigkeit, Angst vor dem Tod, alles ein und dasselbe. Jude hatte da keine Illusionen.Diese Sehnsucht – war es eine Sehnsucht? Sie war ihr ein Rätsel, ein Beharren in ihrem Inneren, eine Art Schmerz, der kam und ging, vertraut und doch immer noch überraschend und mächtig, wenn er sich einstellte. Wie die Arthritis, die in ihrem Daumengelenk aufflammte. Der springende Punkt war, dass dieses Gefühl nichts mit Weihnachten oder mit sonst etwas in ihrem wachen Leben zu tun hatte. Es kam aus der Welt des Schlafes, entsprang ihrem träumenden Ich.Anfangs hatte dieses Gefühl sie beunruhigt, aber jetzt gab Jude sich ihm hin. Am Morgen vor Heiligabend lag sie in ihrem weißen Bett und stellte sich den kühlen, dunklen Innenraum einer Kathedrale vor, wo sie vielleicht allein wäre, willkommen geheißen von einer unsichtbaren, samtigen Macht. Sie sah sich dort knien, sah sich den Kopf auf die uralte Holzbank vor sich legen und die Augen schließen. Es war friedlich, in diesem stillen Raum ihrer Vorstellung.Frontalhirnschrumpfung, ganz zweifellos. In ihrem Alter unvermeidlich.Sie stellte sich die weichen, grauen Halbkugeln ihres Gehirns vor und musste an Lammhirne auf einem Teller denken. Hirn hatte sie immer gern gegessen, es gehörte zu den Gerichten, die sie oft bestellte, wenn sie mit Daniel essen ging. Aber beim letzten Mal hatten die drei zarten, winzigen Dinger, angerichtet auf einem rechteckigen Teller, sie angeekelt. Sie waren so klein, dass sie auf einen Dessertlöffel gepasst hätten, und in diesem angesagten türkischen Restaurant wurden sie sozusagen schmucklos serviert, nicht versteckt unter Panaden oder Garnierungen: Einfach drei nackte, pochierte Kleckse auf Grünzeug. Sie aß, natürlich aß sie, das gehörte zu ihren Prinzipien. Man lehnte nichts Angebotenes ab, schon gar nichts selbst Gewähltes. Doch beim ersten Bissen zerschmolz das Ding in ihrem Mund, zu gehaltvoll, wie streichzarte Butter, lauwarm und blassgrau, farblich und geschmacklich wie Motten – oder wie der Tod. In jenem Augenblick zeichnete der Schock ihr ein Bild von drei Lämmern, jedes mit eigenem Bewusstsein, eigenen Empfindungen, individuellen Freuden und Leiden. Danach konnte sie nicht mehr weiteressen und überließ Daniel den Rest. »Ich will nicht sterben«, hätte sie am liebsten gesagt.Natürlich sagte sie das nicht. Stattdessen fragte sie ihn nach dem Roman, den er gerade las. William Maxwell oder William Trevor? Sie verwechselte die beiden oft. Daniel war ein leidenschaftlicher Leser. Ein echter Leser. Der sich über Männer lustig machte, die keine Romane lasen, also über fast alle, die er kannte. Sie hätten Angst vor irgendetwas in sich selbst, sagte er. Angst, sich lächerlich zu machen, nicht zu verstehen – oder, wahrscheinlicher, Angst vor dem Gegenteil: dazu gebracht zu werden, sich selbst zu verstehen, und das sei ihnen unheimlich. Daniel schnaufte verächtlich. Sie behaupteten, keine Zeit zum Lesen zu haben, was ja wohl ein Witz war.Jude zog das Laken bis zum Kinn hoch. Der Tag fühlte sich jetzt schon stickig an, die Baumwolle kühlte ihren klebrigen Körper.Was wäre, wenn sie eines Morgens nicht aufwachte? Wenn sie eines Nachts in ihrem Bett starb? Niemand würde es merken. Tage würden vergehen. Irgendwann würde Daniel anrufen und sie nicht erreichen. Und dann? Sie hatten nie darüber gesprochen, was zu tun wäre, wenn sie in ihrem Bett starb.Letzte Weihnachten war Sylvie noch da, diese nicht – und jetzt sollten sie das Haus in Bittoes entrümpeln. Nehmt euch, was ihr wollt, hatte Gail aus Dublin in einer E-Mail geschrieben. Betrachtet es als Ferien. Wie man im Zusammenhang mit der Auflösung des Hauses einer toten Freundin an Ferien denken konnte, war Jude unbegreiflich. Aber es war nun mal Weihnachten, und Gail hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie nach Irland abgezischt war und es ihnen überlassen hatte. Von daher. Nehmt euch, was ihr wollt.Es gab nichts, was Jude wollte. Von den anderen wusste sie es nicht.Sylvie lag seit elf Monaten unter der Erde.Die Trauerfeier hatte im Restaurant stattgefunden (nicht mehr wiederzuerkennen, nichts außer dem Namen war geblieben). Es hatte wunderbares Essen und guten Champagner gegeben, gute Reden. Wendy hatte wundervoll gesprochen, ehrlich, poetisch. Gail war von einem stummen, schrecklichen Schluchzen geschüttelt worden und Sylvies armer, trauriger Bruder Colin, der neben Gail saß, zu keiner tröstenden Geste fähig gewesen. Er war einundachtzig, hatte im Golfclub ihrer Heimatstadt als Greenkeeper gearbeitet, war dort geblieben, als der Rest der Familie das Städtchen längst verlassen hatte, und war nie darüber hinweggekommen, dass seine Schwester lesbisch war.Zum Schluss landete Sylvie an einem Ort, den niemand erwartet hatte: Sie bekam eine altmodische Beerdigung in Mona Vale, neben ihren Eltern. Jude, Wendy und Adele waren mit Colin und Gail hingefahren, und mit Andy und Elektra von früher. Sie hatten mit dem mitfühlenden Priester (Ein Priester! Für Sylvie!) auf dem heißen Friedhof gestanden. Jude hatte eine Handvoll Erde genommen und ins Grab geworfen. Seltsam, dass sie das nach all den Jahren zum ersten Mal tat, oder auch nur sah, wie jemand es tat, außer in einem Film. Sie kam sich albern vor, als sie im Dreck niederkauerte und mit ihren lackierten Nägeln in der trockenen, kiesigen Erde scharrte, aber als sie sich aufrichtete und die Erde auf Sylvies Sarg hinabregnen ließ, ergriff sie ein furchtbarer Kummer, stieg in ihrem Körper hoch und flog hinaus in das ohrenbetäubende, helle Rauschen der Zikaden.Sylvie war tot und empfand keinen Schmerz mehr. Sie hatten sich verabschiedet. Es gab nichts zu bedauern, trotzdem lag sie da drin, in dieser Kiste, unter dem Gewicht dieser ganzen Erde, in der ihr kalter kleiner Körper verweste.Gail sagte, zum Schluss habe sie friedlich ausgesehen. Aber das hatte nichts mit Frieden zu tun, sondern mit dem Fehlen von Muskeltonus, von Leben. Der Tod ließ einen jünger aussehen, das war eine Tatsache. Jude hatte inzwischen sechs oder sieben Tote gesehen, und ihre Gesichter hatten sich alle geglättet, nachdem das Leben aus ihnen gewichen war, und sie hatten ausgesehen wie ihr viel jüngeres Ich. Ein oder zwei sogar wie Babys.Wie lange brauchte ein Körper, um zu verwesen? Sylvie hätte bei dieser Frage gekreischt: Ist ja gruselig, Jude!Der Deckenventilator in ihrem Schlafzimmer drehte sich langsam, tickend, über ihr. Ihr Leben war sauber und klar, klar wie die weißen Ventilatorblätter, die unbeirrt durch die widerstandslose Luft glitten. Das sollte ihr ein Trost sein. Es war ihr ein Trost. Die Zimmer ihrer Wohnung waren nicht mit Vergangenheit vollgerümpelt. Niemand würde sich für Jude durch staubige Kartons und Schränke voller Kram und Krempel wühlen müssen.Sie lag in ihrem Bett und dachte an Kathedralen. Und an Tiere. Ratten unter den Bodendielen, Kakerlaken, die sich hinter den gekreuzten Knöcheln und blutenden Füßen gipserner Jesusfiguren tummelten. Sie dachte an dunkle, bösartige kleine Vögel, an die gedämpften, schwachen Geräusche von Kreaturen, die in den Hohlräumen zwischen Steinen und Verputz, Decken und Dachbalken starben. Sie dachte an deren Kot, der austrocknete und hart wurde, und daran, was wohl aus der Haut, dem Fell und den Organen wurde, die ungesegnet in den Höhlungen von Dächern verrotteten.Natürlich würde sie nicht in die Kirche gehen, schließlich war sie weder dumm noch feige.Stattdessen würde sie zum Fleischer fahren, danach zum Lebensmittelladen und zur Haushaltswarenhandlung, um noch ein paar letzte Putzmittel zu besorgen, und schließlich würde sie ganz ohne Hast die Autobahn zur Küste nehmen, und nachmittags würden die anderen eintreffen.Es war kein Urlaub, hatten die drei Frauen sich gegenseitig gemahnt, aber eigentlich war diese Mahnung für Adele bestimmt, die sich beim ersten Anzeichen von Arbeit verkrümeln würde. Adele würde absolut nutzlos sein, doch sie konnten sie nicht ausschließen.Es waren nur drei Tage. Eigentlich eher zwei, da Einkäufe, Fahrt und Ankunft den größten Teil des heutigen Tages in Anspruch nehmen würden. Am zweiten Weihnachtstag würden die beiden anderen schon wieder abreisen und Daniel kommen. Jude beobachtete das geschmeidige Dahingleiten der Ventilatorblätter. Genau so würde sie sein; gleichmütig würde sie durch die Stundengleiten, bis Adele und Wendy wieder abreisten. Sie würde die üblichen Dinge nicht an sich heranlassen; dafür waren sie alle zu alt.
von Géraldine Dalban-Moreynas
SIE ist 30 Jahre alt und engagierte Journalistin. Soeben ist sie mit ihrem Freund in ein fantastisches Loft in der Nähe des Canal Saint Martin gezogen – Paris' trendigem Hipsterviertel. Im Juni werden sie heiraten. Am 26. Juni, um genau zu sein. Freunde und Familie haben sich das Datum im Kalender eingetragen. Die Trauzeugen sind schon aufgeregt. Da ihr Freund beruflich sehr viel auf Reisen ist, kümmert sie sich alleine um die Einrichtung der neue Wohnung und versucht anzukommen.ER ist 30 Jahre alt. Mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter, die noch nicht einmal laufen kann, ist er gerade in eine tolle Etagenwohnung im selben Gebäude gezogen. Als selbstständiger Consultant startet er beruflich gerade voll durch.Unausweichlich, mit voller Wucht und Begierde stürzen sie sich in eine Affäre. Eine »Amour fou«, die nicht mehr kontrollierbar scheint.
von Reif Larsen
T.s. Spivet (12) Hat Ein Ungewöhnliches Hobby: Er Zeichnet Karten Aller Art. Dies Tut Er Mit Wissenschaftlicher Akribie Und Wird Prompt Zu Einer Preisvergabe Nach Washington Eingeladen. Versteckt In Einem Güterzug Macht Er Sich Auf Die Reise.
von Kaliane Bradley
Ein Mann trifft eine Frau. Die Vergangenheit trifft die Zukunft. Der Anfang trifft das Ende. – Romance, Zeitreise und große Literatur vereinen sich im aufregendsten Debüt des Jahres!Als eine junge Frau einen neuen Job bei einem geheimnisvollen Ministerium antritt, ahnt sie nicht, dass dieser schwüle Sommer ihr Leben für immer verändern wird. Denn das Ministerium der Zeit hat das geschafft, was niemand jemals für möglich hielt: Menschen durch die Zeit zu transportieren. Und so soll sie dem eigentlich 1847 verstorbenen Polarforscher Commander Graham Gore das Ankommen im lärmenden London des 21. Jahrhunderts erleichtern.Während er sich an mit den Wundern der Moderne wie Toilettenspülungen und Spotify vertraut macht, muss sie ihn damit konfrontieren, dass sich die Welt nicht unbedingt nur zum Guten gewandelt hat. Und als sei nicht alles ohnehin kompliziert genug, entwickelt sich aus dem anfänglichen Unbehagen weit mehr als nur eine tiefe Freundschaft. Doch das Ministerium hat seine ganz eigenen Pläne mit dem Zeitreisenden und plötzlich verschieben sich heute, morgen und gestern, und was die beiden zusammengeführt hat, droht sie nun mit aller Macht auseinanderzureißen.»Liebe Leserinnen und Leser, Sie sind zu beneiden: In der Zukunft wartet dieser kluge, witzige Roman auf Sie!« Washington Post