Ein kraftvoller und abgründiger Roman, ebenso wütend wie zart, über weibliche Selbstbestimmung, über Körper und wem sie gehören, über das Kinderhaben und die Sehnsucht danach. Nach diesem Urlaub, so ist der Plan, wird Linn ein perfekt gereifter Embryo eingesetzt und sie wird sein, was sie sich schon lange wünscht: schwanger. In den schicken Bungalow am Strand hat der Jugendfreund ihres Partners und wohlhabende Selfmademan Felix sie beide eingeladen. Während Matze und Felix sich mit Crémant betrinken, angeln gehen und versuchen, die Statusunterschiede zwischen ihnen zu ignorieren, beobachten sich die Frauen distanziert. Linn, zerrissen zwischen dem unbedingten Wunsch, Mutter zu werden, und dem Zweifel, ob sie das überhaupt kann, eine »gute« Mutter sein, blickt mit einer Mischung aus Neid und Widerwillen auf Eva, die geduldig mit ihrem Sohn buddelt, ihn eincremt und tröstet und Sandkörner aus Babyaugen wischt. Doch im Laufe der Urlaubstage entwickelt sich zwischen geflüsterten Gesprächen und heimlichem Kiffen eine Nähe, die festgefahrene Bilder ins Wanken bringt. Eva und Linn verschieben sachte die Regeln und werden mehr als Freundinnen: Sie werden Verbündete.
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Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
von Dita Zipfel
Ein kraftvoller und abgründiger Roman, ebenso wütend wie zart, über weibliche Selbstbestimmung, über Körper und wem sie gehören, über das Kinderhaben und die Sehnsucht danach. Nach diesem Urlaub, so ist der Plan, wird Linn ein perfekt gereifter Embryo eingesetzt und sie wird sein, was sie sich schon lange wünscht: schwanger. In den schicken Bungalow am Strand hat der Jugendfreund ihres Partners und wohlhabende Selfmademan Felix sie beide eingeladen. Während Matze und Felix sich mit Crémant betrinken, angeln gehen und versuchen, die Statusunterschiede zwischen ihnen zu ignorieren, beobachten sich die Frauen distanziert. Linn, zerrissen zwischen dem unbedingten Wunsch, Mutter zu werden, und dem Zweifel, ob sie das überhaupt kann, eine »gute« Mutter sein, blickt mit einer Mischung aus Neid und Widerwillen auf Eva, die geduldig mit ihrem Sohn buddelt, ihn eincremt und tröstet und Sandkörner aus Babyaugen wischt. Doch im Laufe der Urlaubstage entwickelt sich zwischen geflüsterten Gesprächen und heimlichem Kiffen eine Nähe, die festgefahrene Bilder ins Wanken bringt. Eva und Linn verschieben sachte die Regeln und werden mehr als Freundinnen: Sie werden Verbündete.
Aktuelle Rezensionen(9)
Schon wieder eine Geschichte über loste Frauen in ihren 30ern… gut geschrieben aber
Zwei Paare, eine Woche Südfrankreich, ein Luxusbungalow — und von Anfang an liegt mehr in der Luft als Sonnencreme. Dita Zipfel inszeniert ihr Erwachsenendebüt als Kammerspiel, und der Vergleich mit Yasmina Rezas Der Gott des Gemetzels drängt sich auf: Es brodelt unter der Oberfläche, die Fassaden bröckeln, die Dynamiken kippen. Was mich wirklich gefesselt hat, ist die Beziehung zwischen Linn und Eva — zwei Frauen, die sich zunächst misstrauisch beäugen und langsam zueinander finden. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Zipfel stellt dabei wichtige feministische Fragen: Kinderwunsch, Mutterschaft, Körper, Rolle — und das mit echtem Biss. Die Männer? Fragwürdig, um es freundlich zu formulieren. Mein Vorbehalt: Das Buch kann sich nicht ganz entscheiden, was es sein will. Mal brillantes Kammerspiel mit scharfem Blick, mal britische Farce mit fliegenden Köpfen — und im Chaos geht der ernste Ton manchmal verloren. Linn und Eva hätten mehr Raum verdient, mehr Tiefe, mehr gemeinsame Momente. Unterhaltsam, spannend, wichtig — aber mit dem Gefühl, dass ein entschiedeneres Buch möglich gewesen wäre.
Die Prämisse ist denkbar schlicht: vier Menschen, ein gemeinsamer Urlaub. Doch was sich daraus entfaltet, hat mich immer wieder fassungslos zurückgelassen. Die Figuren sind schwierig und mitunter absurd. Ich habe sie nicht geliebt, häufig nicht mal gemocht und trotzdem war ich nicht losgelöst von ihnen. Eher im Gegenteil: Sie haben mich beschäftigt, manchmal regelrecht geärgert, und genau darin liegt wohl die Stärke dieses Buches. Was es letztlich mit mir macht, kann ich noch nicht ganz benennen. Aber das scheint mir kein Mangel zu sein – sondern eher ein Zeichen, dass dieser Roman etwas berührt hat, das noch nicht zu Ende gedacht ist.
Ich mochte es anfangs sehr sehr gerne! Die Charaktere waren nur bis zu einem gewissen Punkt nahbar und das hat die ganze Thematik noch mehr gehalten. Leider Abzug weil ich das Ende maximal verwirrend fand 😭
Tolles Buch!