Der Vierzehntagekrieg von 2017 hat beinahe den gesamten Nahen Osten ausgelöscht, der seitdem als schwarzer Fleck auf den Karten verzeichnet ist. Der Rest der Erde ist verseucht, die Ozonschicht vollständig verschwunden und nur geschützte Kuppelstädte ermöglichen ein einigermaßen normales Leben. Machtpolitisch ist die Erde zwischen den Großkonzernen aufgeteilt, deren Mitglieder sich in High-Tech- Enklaven und Orbitalstationen zurückgezogen haben. Der Rest der Bevölkerung vegetiert im Glop -- einem weltumspannenden Slum -- vor sich hin und wird regelmäßig von neuen Seuchen und anhaltender Gewalt dezimiert. Daneben existieren noch einige freie Städte, deren kreatives Potential bei der Softwareentwicklung für die Multis wichtig ist. Tikva, eine dieser freien Städte, gerät ins Fadenkreuz eines Multis, nachdem dort die Erschaffung eines menschlichen gelungen ist. Viel Neues scheint das düstere Zukunftsszenario von Er, Sie und Es auf den ersten Blick nicht herzugeben. Das erweist sich jedoch als völlig unkritisch, da sich die Autorin Marge Piercy auf die zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Details konzentriert und eine verblüffende Kombination aus Cyberpunk und jüdischer Kultur geschaffen hat. Trotz einer spannenden und actionreichen Geschichte geht es hauptsächlich um die Beziehungen und Konflikte der Charaktere untereinander. Was schnell pathetisch und überzogen wirken kann, gelingt Piercy in einer perfekten Kombination aus High-Tech, jüdischer Mystik und menschlicher und maschineller Selbstfindung. Er, Sie und Es geht tief -- und treibt die eigenen Überlegungen gnadenlos voran. Ohne es richtig zu merken, verstrickt man sich im dichter werdenden Netz der Akteure und gewinnt sowohl räumliche, als auch zeitliche Einsichten innerhalb einer komplexen Geschichte. Als Leser hat man nach der letzten Seite einen einzigen Gedanken: "Es darf nicht zuende sein"
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Er, Sie und Es.
von Marge Piercy
Der Vierzehntagekrieg von 2017 hat beinahe den gesamten Nahen Osten ausgelöscht, der seitdem als schwarzer Fleck auf den Karten verzeichnet ist. Der Rest der Erde ist verseucht, die Ozonschicht vollständig verschwunden und nur geschützte Kuppelstädte ermöglichen ein einigermaßen normales Leben. Machtpolitisch ist die Erde zwischen den Großkonzernen aufgeteilt, deren Mitglieder sich in High-Tech- Enklaven und Orbitalstationen zurückgezogen haben. Der Rest der Bevölkerung vegetiert im Glop -- einem weltumspannenden Slum -- vor sich hin und wird regelmäßig von neuen Seuchen und anhaltender Gewalt dezimiert. Daneben existieren noch einige freie Städte, deren kreatives Potential bei der Softwareentwicklung für die Multis wichtig ist. Tikva, eine dieser freien Städte, gerät ins Fadenkreuz eines Multis, nachdem dort die Erschaffung eines menschlichen gelungen ist. Viel Neues scheint das düstere Zukunftsszenario von Er, Sie und Es auf den ersten Blick nicht herzugeben. Das erweist sich jedoch als völlig unkritisch, da sich die Autorin Marge Piercy auf die zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Details konzentriert und eine verblüffende Kombination aus Cyberpunk und jüdischer Kultur geschaffen hat. Trotz einer spannenden und actionreichen Geschichte geht es hauptsächlich um die Beziehungen und Konflikte der Charaktere untereinander. Was schnell pathetisch und überzogen wirken kann, gelingt Piercy in einer perfekten Kombination aus High-Tech, jüdischer Mystik und menschlicher und maschineller Selbstfindung. Er, Sie und Es geht tief -- und treibt die eigenen Überlegungen gnadenlos voran. Ohne es richtig zu merken, verstrickt man sich im dichter werdenden Netz der Akteure und gewinnt sowohl räumliche, als auch zeitliche Einsichten innerhalb einer komplexen Geschichte. Als Leser hat man nach der letzten Seite einen einzigen Gedanken: "Es darf nicht zuende sein"
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