Ein einfaches Leben
von Min Jin Lee
Min Jin Lee erzählt die fünf Generationen umfassende Familiengeschichte aus einer allwissenden Perspektive, die etwas Bergendes hat und an die grossen bürgerlichen Romane des 19. Jahrhunderts erinnert.
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Ein einfaches Leben
von Min Jin Lee
Min Jin Lee erzählt die fünf Generationen umfassende Familiengeschichte aus einer allwissenden Perspektive, die etwas Bergendes hat und an die grossen bürgerlichen Romane des 19. Jahrhunderts erinnert.
Aktuelle Rezensionen(2)
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen. Eine Familiengeschichte über mehrere Generationen, bei der ich vieles über das Verhältnis von Japan und Korea im 20. Jahrhundert gelernt habe, was ich zuvor nicht wusste. Auch wenn Vergleiche oft schwierig sind, könnte ich mir vorstellen, dass es denjenigen gefällt, die auch „Das achte Leben“ gern gelesen haben. Zum Ende hin wurden es teilweise etwas zu viele Erzählstränge, die dann jeweils nur oberflächlich betrachtet wurden. Andererseits erinnerte mich dieser Erzählstil an einen Stammbaum, der nach unten hin immer verzweigter wird.
Eine große Leseempfehlung! “Zainichi -Koreaner mit Dauerbleiberecht in Japan” “Ein einfaches Leben” beginnt mehr oder weniger mit Sunja, einem koreanischen Mädchen, das auf einer kleinen koreanischen Insel auf die Welt kommt und irgendwann nach Japan auswandert. Der Roman begleitet sie und ihre Familie über drei Generationen hinweg und beschreibt ein Leben das inmitten von Leid und Schrecken zwar auch Freude und viel Hoffnung kennt, jedoch immer geprägt und überschattet wird von der omnipräsenten Diskriminierung, die Koreaner:innen in Japan erfahren - auch in 2. oder späterer Generation. Dieser Roman bot alles, was für mich eine tolle Leseerfahrung verspricht und hat dies auch abgeliefert: eine fiktive Erzählung eingebettet in ein historisch valides Geschichtsgerüst, eine Zeitspanne über viele Jahre, Generationen und Orte hinweg und eine fundierte, gut recherchierte Basis, die mir erlaubt Neues zu lernen und wirklich in die Geschichte einzutauchen. Hinten liest man, dass Min Jin Lee, selbst koreanische Einwanderin in die USA, dieses Buch über Jahre vorbereitet hat und man spürt beim Lesen, dass dieser Roman für sie eine Herzenssache war. Ich habe die Beschreibungen sehr genossen, auch, dass Min Jin Lee japanische und koreanische Begriffe und teilweise ganze Sätze im Buch benutzt, hat das Ganze sehr authentisch und zugänglich gemacht. Es gibt am Ende des Buchs ein Glossar, aber ich konnte mir an vielen Stellen selbst erschließen, was gemeint ist. Der Schreibstil sonst war gut, nichts besonderes, aber auch gar keine Hürde für Emotionalität oder den Lesefluss. Im Gegenteil, ich konnte schnell in das Buch finden und wollte es gar nicht mehr weg legen. Ich war oft berührt und habe mit den Protagonist:innen mitgefiebert/mitempfunden. Ich hatte viele Bilder im Kopf während des Lesens und manchmal sogar Gerüche oder Musik. Am Ende war ich traurig als ich die letzte Seite umschlug. Ich werde sicher noch oft an Sunja, Isak, Mozasu und Noa denken. Insgesamt muss ich zugeben, ich wusste fast nichts über die Geschichte Koreas und die Lebensrealität koreanisch Abstammender in Japan. Es gibt viele blinde Flecken in der Geschichte (und Gegenwart!) und leider sind wir im Westen oft sehr ungebildet und ignorant, was die Realität in nicht-westlichen Ländern betrifft. Ich war schockiert und möchte nun mehr darüber erfahren und lernen.