4.1

Dunkelblum

von Eva Menasse

Format:Hardcover
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Jeder schweigt von etwas anderem.Auf den ersten Blick ist Dunkelblum eine Kleinstadt wie jede andere. Doch hinter der Fassade der österreichischen Gemeinde verbirgt sich die Geschichte eines furchtbaren Verbrechens. Ihr Wissen um das Ereignis verbindet die älteren Dunkelblumer seit Jahrzehnten – genauso wie ihr Schweigen über Tat und Täter. In den Spätsommertagen des Jahres 1989, während hinter der nahegelegenen Grenze zu Ungarn bereits Hunderte DDR-Flüchtlinge warten, trifft ein rätselhafter Besucher in der Stadt ein. Da geraten die Dinge plötzlich in Bewegung: Auf einer Wiese am Stadtrand wird ein Skelett ausgegraben und eine junge Frau verschwindet. Wie in einem Spuk tauchen Spuren des alten Verbrechens auf – und konfrontieren die Dunkelblumer mit einer Vergangenheit, die sie längst für erledigt hielten. In ihrem neuen Roman entwirft Eva Menasse ein großes Geschichtspanorama am Beispiel einer kleinen Stadt, die immer wieder zum Schauplatz der Weltpolitik wird, und erzählt vom Umgang der Bewohner mit einer historischen Schuld. »Dunkelblum« ist ein schaurig-komisches Epos über die Wunden in der Landschaft und den Seelen der Menschen, die, anders als die Erinnerung, nicht vergehen.»Die ganze Wahrheit wird, wie der Name schon sagt, von allen Beteiligten gemeinsam gewusst. Deshalb kriegt man sie nachher nie mehr richtig zusammen. Denn von jenen, die ein Stück von ihr besessen haben, sind dann immer gleich ein paar schon tot. Oder sie lügen, oder sie haben ein schlechtes Gedächtnis.«

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: August 19, 2021

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Aktuelle Rezensionen(7)

4.1(29 ratings)
PaulineRezension von Pauline

Wer einen hochspannenden Thriller sucht, wird bei diesem Buch nicht fündig. Es bietet jedoch eine sehr interessante Perspektive auf ein dunkles Kapitel der Geschichte. Die vielen verschiedenen Figuren und Zeitsprünge machen es trotz des dafür angelegten Verzeichnisses etwas schwer zu lesen, und nimmt der Erzählung meiner Meinung nach die Spannung. Allein die Thematik und die ungewöhnliche Perspektive aus der erzählt wird machen das Buch aber dennoch lesenswert.

MarianneRezension von Marianne

Ein Meisterwerk und mein Lieblingsbuch 2024

LeonieRezension von Leonie

„Dunkelblum“ erzählt eine Geschichte, die es wahrscheinlich in der Nachkriegszeit in vielen von den Nazis besetzten Orten gegeben hat. Es handelt sich zwar um einen Roman, allerdings beruht dieser auf echten Begebenheiten. Die Geschichte spielt Ende der Achtziger in einem kleinen österreichischen Dorf nahe der ungarischen Grenze. Der Erzählstrang ist nicht chronologisch, es wird immer wieder bis an den Anfang des 20. Jahrhunderts zurückgesprungen. Aus verschiedenen Perspektiven, teilweise in Erinnerungen, teilweise in Zeitsprünge, werden Ereignisse in und um das Dorf Dunkelblumen erzählt, die auf den ersten Blick nicht wirklich zusammenhängen. Es gibt zwar Hauptcharaktere, allerdings springen auch die Erzähler:innen immer wieder, und teilweise liest man die gleiche Situation aus verschiedenen Perspektiven. Ich empfehle hier sich eine Übersücht über alle Dorfbewohner:innen ins Buch zu legen. Im Laufe der fast 500 Seiten spitzen sich alle Erinnerungen und Erzählungen zu. Und plötzlich sieht man Verbindungen, die vielleicht da sind, vielleicht aber auch nicht. Der Schreibstil hat das Buch und die Leseerfahrung für mich sehr spannend gemacht. Nachdem ich etwas gebraucht habe um reinzukommen, war ich in den Bann gezogen. Thematische geht es um Kriegsverbrechen und um falsche oder unvollständige Verurteilungen. Es geht darum, wie man sich an die Vergangenheit, die man teilweise sehr aktiv mit erlebte, erinnert. Es geht um die Fragilität von Erinnerungen und wie schnell sie verzerrt werden können. Und es geht darum, wie man mit der Vergangenheit heute umgeht und wie man dazu steht. Schuld, Mitschuld, Unschuld. Wie werden Geschichten erzählt und welche Teile werden dabei (un)bewusst ausgelassen?

CharRezension von Char

Absolutes Lese-Highlight 2024 und wohl generell eins der für mich besten Bücher seit langem. So eine schlaue Struktur, ein toller Schreibstil, krasse Subtilität, viele Charaktere über viele viele Jahre. Geschichten, die unfassbar clever miteinander interagieren und verwoben sind. Beschreibungen und Analysen, die einfach ins Schwarze treffen. Teilweise läuft es einem kalt den Nacken herunter, es ist spannend, subtil, fordernd, teilweise bitter böse und grauslich. Ein schwieriges, trauriges und komplexes Thema, dem Menasse meines Erachtens alle Ehre gebietet. Bin gespannt auf unsere Buchbesprechung am 24.04.

ClandesvRezension von Clandesv

Ich habe schon lange nichts vergleichbares mehr gelesen! Dunkelblum ist eine so ausgeklügelte, weit durchdachte, tief verzweigte, kluge und detailreiche Geschichte - gekoppelt mit unzählbar vielen wunderschöne Formulierungen und Ausdrücken.

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