Format:Hardcover
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Drift erzählt von der Unmöglichkeit des Schreibens, vom Mysterium der Kreativität, von der Besessenheit, das Jetzt auf dem Papier einfangen zu wollen. Die Erzählerin arbeitet an einem längst überfälligen Roman, verbringt lange Tage zu Hause, streift mit ihrem ruhelosen Terrier Genet durch die Straßen der Nachbarschaft und korrespondiert mit Schriftstellerkolleginnen, die ihre Schreibkrise teilen, ihr aber dennoch nicht helfen können. Sie ist besessen von der Herausforderung, die Gegenwart zu schreiben, die Zeit selbst literarisch zu erfassen. Fasziniert von den Werken von Rainer Maria Rilke, Robert Walser oder Chantal Akerman spaziert sie, fotografiert die Bewohnenden und Streuner ihres Viertels und hält ihre Gedanken in einem gelben Notizbuch fest. Sie will schreiben, aber immer wird sie abgelenkt.Dann wird sie schwanger mit ihrem ersten Kind und dieser Zustand verleiht ihrem Denken und Schreiben plötzlich eine neue Dringlichkeit. Sie findet eine literarische Form für ihre intellektuellen Spaziergänge, eine Sprache, die beschreiben will, »was es heißt, in einem Körper herumzulaufen« und wie es gelingen könnte, die Textur eines Gefühls festzuhalten. Als ihre Tochter zur Welt kommt, beendet sie das Buch und gibt ihm den Titel Drift.»Was ist eine Drift? Vielleicht eine Art Form.«

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
320 SeitenHardcover
Erschienen an: September 17, 2024

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Aktuelle Rezensionen(1)

3.0(2 ratings)
ArminRezension von Armin

"Auch heute noch sind wir uns dann am nächsten, wenn wir Texte voneinander lesen." S.27 Kate Zambrenos „Drift" ist ein Buch, der mich mit seiner radikalen Offenheit und der fragmentarischen Form sofort fasziniert hat. Zambreno gelingt es, das scheinbar Nebensächliche - Spaziergänge mit dem Hund, E-Mails, die eigenen Zweifel - zum eigentlichen Gegenstand zu machen. Ihr Blick auf das Alltägliche, auf die kleinen, oft übersehenen Momente, ist präzise und poetisch. Besonders beeindruckt hat mich, wie sie das Ringen mit dem eigenen Schreiben nicht nur thematisiert, sondern daraus eine eigene Asthetik entwickelt: Das Scheitern, das Zögern, die Unmöglichkeit, das Leben vollständig zu fassen, werden selbst zum literarischen Prinzip. Was „Drift" so besonders macht, ist seine Ehrlichkeit: Zambreno schreibt offen über Unsicherheiten, finanzielle Sorgen und die Schwierigkeiten, als Künstlerin im heutigen Literaturbetrieb zu bestehen. Die Passagen über Schwangerschaft und Körperlichkeit sind ungewöhnlich direkt und berührend. Allerdings verlangt das Buch Geduld. Die lose Struktur, das ständige Kreisen um ähnliche Gedanken und die Abwesenheit einer klassischen Handlung können streckenweise müde machen. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass Zambreno einzelne Motive stärker vertieft, statt sie immer wieder neu anzureißen. Auch bleibt das ständige Reflektieren über das eigene Nicht-Schreiben nicht für alle Leser_innen spannend. Trotzdem: Wer bereit ist, sich auf diese Form des literarischen Driftens einzulassen, wird mit einem ungewöhnlich intimen, klugen und mutigen Buch belohnt. Übersetzung von Dorothee Elmiger

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