4.4

Die zweitgrößte Liebe

von Ruth-Maria Thomas

Format:Hardcover

Reicht die Liebe im Zweifel? Michelle ist Anfang dreißig, als ihr Leben im Osten des Landes auseinanderbricht. Sie lässt alles hinter sich und fängt von vorne an: Als Rezeptionistin eines Hotels trifft sie auf Luxus, westdeutschen Reichtum und – Henry. Einer, der ganz andere Startmöglichkeiten hatte als sie, dem es nie an irgendetwas gemangelt hat. Sie verlieben sich, allen Unterschieden zum Trotz. Es erscheint Michelle zum ersten Mal möglich, ein sorgloses Leben. Aber es wäre kein Buch von Ruth-Maria Thomas, wenn nicht alle schönen Gewissheiten irgendwann gehörig ins Wanken gerieten ... Mit großer Sogkraft und berückender Leichtigkeit erzählt der Roman von Aufstiegswünschen, Abstiegsängsten und von der Frage, was Freiheit und Sorglosigkeit für einen Preis haben.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
250 SeitenHardcover
Erschienen an: 2026-07-30

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Aktuelle Rezensionen(14)

4.4(132 ratings)
MarieRezension von Marie

Wow, das (Hör)buch hat mich richtig mitgenommen, ich konnte es kaum erwarten den weiteren Verlauf der Geschichte zu erfahren. Die Autorin bringt den Kerngedanken, Klassismus, soziale Ungerechtigkeit, dermaßen gut auf den Punkt. Welche Rolle es spielt, wie wir aufgewachsen sind, unsere daraus entstehenden Prägungen, ob wir es schaffen, diese verblassen zu lassen, wenn wir uns nicht mehr an sie klammern müss(t)en. Ich kann den Zwiespalt der beiden so gut nachvollziehen, den feinfühlig zarten Kampf der Liebe. Das Buch hat mich ein paar Tränen gekostet und mir ein paar Erkenntnisse geschenkt. Eindeutig ein Meisterwerk. Gerne empfehle ich es weiter.

NoraRezension von Nora

Wow, das war richtig toll. Die Geschichte hatte mich vom ersten Satz an. Das zentrale Thema wurde zwischen den beiden Protagonisten so wunderbar entwickelt, dass ich richtig mitgefühlt habe und gleichzeitig gespannt war, wie sich manche Dinge auflösen würden. Ich finde, das ist der Autorin ganz wunderbar gelungen. Am Ende hatte ich nicht nur eine richtig gute Geschichte gelesen, sondern auch eine sehr spannende Auseinandersetzung mit Klassismus und sozialer Ungleichheit.

AstridRezension von Astrid

Eine unmögliche Liebe - so zart und doch so leidenschaftlich erzählt!

MyriamRezension von Myriam

Wieder ein sehr besonderes Buch. Ich mochte sowohl Mi(s)chelle als auch Henry, konnte sehr mit beiden mitfühlen, ihre Entscheidungen nachvollziehen, die Diskrepanz ihrer Biografien und ihre Liebe füreinander fühlen...

mrs.may.readsRezension von mrs.may.reads

Ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass hier jeder Satz sitzt und kein Wort zu viel ist. Ruth-Maria Thomas erzählt mit einer beeindruckenden Feinfühligkeit von zwei Menschen, die aus völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Verhältnissen kommen und sich trotzdem aufeinander einlassen. Michelle kommt aus einfachen Verhältnissen. Nach dem Tod ihrer alleinerziehenden Mutter muss sie sich allein durchs Leben kämpfen und wagt einen Neustart mit Schulden im Gepäck und dem festen Willen, irgendwie ihren eigenen Weg zu gehen. Dann lernt sie Henry kennen, der aus einer sehr wohlhabenden Familie stammt. Was mich besonders beeindruckt hat, ist, dass der Roman niemals in „arm gegen reich“ oder „gut gegen böse“ abrutscht. Beide Figuren sind vielschichtig, widersprüchlich und manchmal schwer auszuhalten. Gerade Michelle hat mich mit ihren Ansichten zwischendurch richtig wütend gemacht. Ich wollte sie so oft schütteln, ihr einen Spiegel vorhalten und sie dazu bringen, auch einmal über ihre eigene Sichtweise hinauszuschauen. Gleichzeitig konnte ich durch das, was ich über ihre Vergangenheit erfahren habe, immer besser verstehen, warum sie so denkt. Und auch Henry hat mich beschäftigt. Nach außen führt er ein privilegiertes, scheinbar sorgenfreies Leben. Doch seine Kindheit zeigt eine ganz andere Seite: teure Urlaube und finanzielle Möglichkeiten können fehlende Nähe, Zuwendung und echte Bezugspersonen nicht ersetzen. Auch seine Sorgen, Ängste und schlaflosen Nächte haben mir gezeigt, dass Privilegien nicht automatisch bedeuten, dass es einem Menschen gut geht. Besonders stark fand ich, wie selbstverständlich das Thema Klassismus durch die gesamte Geschichte läuft. Geld, Herkunft, Privilegien und Machtverhältnisse sind immer präsent. In Gesprächen, Gedanken und vor allem in der Beziehung der beiden. Selbst dort, wo eigentlich Augenhöhe sein sollte, bleibt die unterschiedliche Herkunft spürbar. Henrys Hilfe ist nicht immer nur Hilfe, sondern kann sich für Michelle auch wie Überlegenheit anfühlen. Und genau diese Zwischentöne haben mich immer wieder getroffen. Die Gefühle zwischen den beiden entstehen nicht durch große Liebeserklärungen, sondern durch Nähe, Schweigen, Missverständnisse und kleine Verschiebungen. Ich fand es unglaublich spannend zu beobachten, wie kompatibel diese beiden Gegensätze sein können und wie schmerzhaft genau das gleichzeitig ist. Für mich ist das ein beeindruckend authentischer, gesellschaftskritischer Liebesroman über Herkunft, Chancengleichheit, Identität und die Frage, ob Liebe gesellschaftliche Unterschiede tatsächlich überwinden kann. Ich habe mich selten bei einem Buch so oft über eine Figur geärgert, gleichzeitig so viel über sie nachgedacht und dabei so viele eigene Gedanken mitgenommen. Dieses Buch hat meine Erwartungen komplett erfüllt und ist für mich definitiv eines meiner Highlights in diesem Jahr.

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