4.0

Die Welt und alles, was sie enthält

von Aleksandar Hemon, Henning Ahrens

Format:Hardcover

»Der in Bosnien geborene, in den USA lebende und auf Englisch schreibende Autor wird wegen seiner erzählerischen Bravour, seiner fabulierenden Lust und List zu Recht mit dem literarischen Migranten Vladimir Nabokov verglichen.«

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
400 SeitenHardcover
Erschienen an: February 1, 2024

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Aktuelle Rezensionen(2)

4.0(2 ratings)
WaldelbRezension von Waldelb

Wie habe ich mich auf dieses Buch gefreut, auf eine interessante, vielschichtige Geschichte, im Mittelpunkt 2 Soldaten, die sich in den Wirren des 1. Weltkriegs ineinander verlieben und später in Gefangenschaft und dann auf der Flucht ums Überleben kämpfen Wir beginnen diese ungewöhnliche und erschütternde Geschichte in Sarajevo und lernen Pinto, die eigentliche Hauptperson kennen, der in seiner Apotheke sitzt und sich mit Laudanum auf den Besuch des Erzherzogs Franz Ferdinand von Österreich vorbereitet, der bald erschossen werden soll ein Ereignis, was den 1. Weltkrieg auslöste. Bald findet sich Pinto an der Front wieder und alle Vorstellungen eines geordneten Lebens werden zunichte gemacht. Hemon schreibt zunächst einnehmend, seine sehr facettenreiche Sprache holt einen ab und schafft es spielend, sich in dieser Welt wiederzufinden. Aber diese Detailverliebtheit verliert sich bald in ein Chaos der unterschiedlichen Sprachen, Orten, Zeitebenen sowie Personenwandlungen. Ganze Sätze werden in einer sehr seltenen Sprache ,dem „Ladino-Dialekt“, einfach ohne Übersetzung stehen gelassen. Ich verstehen, dass so eine authentische Atmosphäre unterstützt werden kann, sie unterbricht den Lesefluss aber immer wieder durch aufgezwungene Lücken des Unverständnisses. Der Verzicht auf die wörtliche Rede schafft zudem eine berichtartige und somit distanzierte Stimmung. Ohne Absatzunterbruch sind wir plötzlich in einer anderen Zeit, manchmal werden Sätze nicht zu ende geführt oder die Satzstellung nicht beachtet. So versinke ich als Leser in Unverständnis, was mir einerseits eine hohe Aufmerksamkeit fürs Lesen abverlangt, um überhaupt noch mitzukommen, mich andererseits aber auch immer wieder zum Aufgeben animieren will. Ich werde wütend auf den Autoren, verstehe ich doch nicht, warum der Autor durch seine Erzählart anscheinend bemüht ist, seine Geschichte so unzugänglich zu machen. Gleichzeitig möchte ich aber mit den Protagonisten zusammen sein, die erstaunlicherweise entgegen diesem Wirrwarr doch einen deutlichen und nahen Eindruck hinterlassen. Nur möchte ich es klarer, direkter, näher, was mir der Autor aber nicht anbietet. Wir verstehen am Ende etwas besser, warum gerade so erzählt werden musste. Dennoch hat mich das Buch nicht richtig abholen können und es mir schwer gemacht. Ja, es hat mir viel Einblicke über eine eher unbekannte Zeit des Krieges, der Flucht sowie der Exil-Juden in Shanghai und später über die Welt verteilt aufzeigen könne, was eine Bereicherung war. Ein stimmiges, harmonisches Buch aus einem Guss ist es für mich jedoch nicht. Dennoch, weil es daneben so viel zu bieten hat, wird es wohl noch etwas länger in mir nahhallen.

Herr KarlingerRezension von Herr Karlinger

Eine tragische und lange Geschichte zweier Liebenden Männer im 1.& 2. Weltkrieg auf der Flucht

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