3.2

Die Verwirrungen des Zöglings Törleß

von Robert Musil

Format:Hardcover

Die Verwirrungen des Zöglings Törleß ist der erste Roman von Robert Musil und gilt als eines der frühen Hauptwerke der literarischen Moderne. Er entstand um 1900, in einer Zeit der Unsicherheit und Umbrüche. Die Wiener Moderne war gekennzeichnet von politischen, sozialen, technischen und kulturellen Veränderungen, von tiefgreifenden Gegensätzen, besonders aber von der Betonung des Individualismus (Sigmund Freuds damals entstehende Psychoanalyse). Im »Törleß« thematisiert Musil besonders die gesellschaftliche Moral und Prüderie gegenüber der erwachenden Sexualität von Schülern. Das Grundthema des Romans ist jedoch die Ichfindung beziehungsweise Gründung eines individuellen Selbstbewusstseins in einer autoritären Gesellschaft. Über den Umweg der Selbstentfremdung durch die Erkenntnis seines eigenen Sexual- und Aggressionstriebs reift in Törleß schließlich ein amoralisches ästhetisches Bewusstsein, das zwar noch sprachlos bleibt, aber schon den späteren Künstler in ihm wachsen lässt.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
208 Seiten • Hardcover
Erschienen an: 2018

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Aktuelle Rezensionen(3)

3.2(12 ratings)
NiciRezension von Nici

Ein nicht einfach Lesen des Buch aufgrund der sehr poetischen Sprache und den vielen Erklärungsversuchen seitens Törleß, der versucht sich seiner eigenen Innenwelt klar zu werden. Doch die Mühe lohnt sich, denn es finden sich immer wieder sehr interessant beschriebene Stellen und Metaphern, die einem fast selbst aus der Seele sprechen. Was die Handlung angeht, so geht es um Macht und darum, wie ein Mensch gebrochen und zu einem Objekt degradiert wird. Auf der einen Seite haben wir einen sadistischen Anführer, auf der anderen einen ideologischen Fanatiker und in der Mitte steht Törleß, der diese Situation nutzt um sich über seine eigenen Gefühle und Abgeünde klar zu werden. Das Dunkle in uns selbst ist hier ein weiteres Stichwort. Ein interessantes und Lesenswertes Buch.

MichelleRezension von Michelle

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HelenRezension von Helen

What. The. Actual. Fuck?! Was zur Hölle hab ich da gerade gelesen?! Ausnahmslos JEDER in diesem Buch hat die absolute Vollmeise. Ab Kapitel 5 dachte ich mir nur noch: Excuse me??? Kann bitte jemand diese Jungs wegsperren? Und zwar gaaaanz weit weg – irgendwo ohne Zugang zu Internatsfluren oder Machtfantasien? Danke. Basini… oh boy, mir tat er so unfassbar leid. Der arme Kerl wurde von gefühlt ALLEN wie der letzte Dreck behandelt – und nicht nur das, sondern auch noch deutlich schlimmeres. Das war nicht nur verstörend, das war einfach krank. Justice for Basini, seriously. Und dann fing es mit Mathe an. Da war’s vorbei mit mir. Ich hab direkt geistig abgeschaltet. Es gibt einen Grund, warum ich Mathe meide wie andere Leute Spoiler – und das wurde hier nochmal schmerzhaft bestätigt. Also ja, auf der einen Seite war das Buch lowkey scheiße. Aber auf der anderen… muss ich leider zugeben, dass es auch irgendwie interessant war, in den kranken Kopf von Törleß reinzuschauen. Der Schreibstil? Gar nicht mal so schlecht. Und die psychologischen Einblicke? Teilweise echt spannend – aber halt auf eine Art, bei der man sich danach duschen will. Fazit: Alle ab in die Klapse. Wirklich. Sofort.

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