Empfehlungen basierend auf "Die Verhältnisse zerbrechen"
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von Ferdinand Schirach
Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Wie wurden wir, wer wir sind? Ferdinand von Schirach beschreibt in seinem dritten Erzählungsband »Strafe« zwölf Schicksale. Wie schon in »Verbrechen« und »Schuld« zeigt er, wie schwer es ist, einem Menschen gerecht zu werden und wie voreilig unsere Begriffe von »gut» und »böse« oft sind. Ferdinand von Schirach verurteilt nie. In ruhiger, distanzierter Gelassenheit und zugleich voller Empathie erzählt er von Einsamkeit und Fremdheit, von dem Streben nach Glück und dem Scheitern. Seine Geschichten sind Erzählungen über uns selbst.
von Mickaël Brun-Arnaud
"Demenz ist eine grausame Krankheit – dieses zauberhafte Märchen nimmt ihr ein wenig den Schrecken und weckt Verständnis." - Beate Schräder, Westfälische Nachrichten
von Fredrik Sjöberg
Über einen unbekannten Künstler und die Unvorhersehbarkeit von Ruhm und Scheitern. Fredrik Sjöbergs „wunderbarer Versuch, den Zufall zu kontrollieren.“ (Aftonbladet) 1921 malte ein dänischer Künstler in Südfrankreich die Kusinen Hanna und Lillan Adler. Auf der Spur des Gemäldes und seines Schöpfers Anton Dich, „einzigartig abwesend in allem, was Kunstgeschichte heißt“, findet Sjöberg einen ganzen Schatz an nie erzählten, miteinander verwobenen Geschichten, die fröhlich oder nachdenklich, aber immer klüger machen. Über die unabhängigen Frauen der Familie Adler, Anton Dichs Freundschaft mit Modigliani, die Würgefeigen in Bordighera, einen Karton voller Briefe und den Kater Kanabriel, der eines Tages verschwand. Aber, so schreibt Sjöberg, „ich wundere mich schon lange nicht mehr. Der Zufall, dieser zerstreute Hallodri, ist des Sammlers bester Freund“.
von Wolfgang Borchert
Wolfgang Borchert died in 1947––the twenty-six-year-old victim of a malaria-like fever contracted during World War II. This was just one day after the premier of his play, The Man Outside , which caused an immediate furor throughout his native Germany with its youthful, indeed revolutionary, vision against war and the dehumanizing effects of the police state. In a very real sense, Borchert was both the moral and physical victim of the Third Reich and the Nazi war machine. As a Wehrmacht conscript, he twice served on the Russian front, where he was wounded, and twice was imprisoned for his outspokenness. His voice speaks plainly and powerfully from out of the war’s carnage all the more poignantly for its being cut short at so young an age.
von Heimito Doderer
Schauplatz der Geschehnisse ist die alte Donaumonarchie um die Jahrhundertwende. Es ist die Zeit der "Väter". Es gibt Ordnung, keine Ideologien. Die Wohlanständigkeit drückt sich im Dekor aus. Probleme sind tabu. Donald Clayton, einziger Sohn eines englischen Maschinenfabrikanten in Wien, lebt sein "geordnetes" Leben an der Seite seines Vaters und scheint mit ihm wie ein Bruder verbunden. Aber innerhalb jener Welt ist solche Brüderlichkeit von Vater und Sohn trügerisch: Wo der Vater seinen Lebensanspruch durchsetzt, geht der Sohn am Vater zugrunde. "Die Wasserfälle von Slunj" sind der erste "Satz" des (unvollendeten), nach dem Vorbild einer Symphonie in vier Sätzen aufgebauten "Roman No. 7" Heimito von Doderers, dessen Einheit allein in seinen Formelementen liegen sollte. Der zweite "Satz" hat den Titel "Der Grenzwald".
von Bruno Schulz
"Das Sanatorium zur Sanduhr" ist ein Buch über die verrinnende und die stehenbleibende, über die wuchernde, sich verästelnde und die rückwärts ablaufende Zeit. Es ist ein Buch über die Jahreszeiten mit ihrem Licht und ihren Gerüchen, aber auch ein Buch der kindlich-zarten Erotik, und nicht zuletzt ein Buch der grotesken Gestalten, das ein phantastisches Universum eröffnet. Nach der hochgelobten Neuübersetzung von "Zimtläden" liegt nun auch Schulz' zweites Buch in einer meisterhaften Neuübersetzung vor, die seine überbordend lebendige Sprache stilsicher ins Deutsche bringt.
von Herta Müller
„Heimweh ist keine gute Idee“ – eine Wort für Wort gefundene Geschichte der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller Herta Müller erfindet eine neue literarische Form des Erzählens. Eine Geschichte in Collagen. Gezeigt werden Szenen im Auffanglager einer deutschen Kleinstadt. Einer der Beamten in der Erzählung ist ein gewisser Herr Fröhlich von der Prüfstelle B. Ein anderer breitet bei jeder Begegnung die Arme aus wie ein Vogel und sagt Oh, Oh, Oh. Aberwitzige Gespräche mit ihnen werden zu einem unfreiwillig komischen Schlagabtausch. Und dann ist da das Heimweh der Geflohenen, das immer größer wird und an den Himmel anwächst. Meisterlich versteht es Herta Müller, Bilder dafür zu finden, wie sich Ohnmacht anfühlt, und was Willkür anrichtet. Sie sind rätselhaft, abgründig, manchmal auch komisch, und immer hochpoetisch.
von Anton Cechov
Lachmatov, ein ehemaliger Beamter saß daheim am Tisch beim sechsten Glas Vodka und dachte an die Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Als hinter der Lampe ein Teufel hervorschaute, begann Lachmatov denselben übers moderne Leben und Wirken der Teufel zu befragen. Der Teufel gab alle Geheimnisse der Hölle zum besten, schüttete sein Herz aus, weinte und gefiel Lachmatov so gut, dass er ihn bei sich übernachten ließ. Der Teufel schlief im Ofen und phantasierte die ganze Nacht. Am Morgen war er verschwunden.
von Hans Fallada
Rudolf Ditzen alias HANS FALLADA (1893 Greifswald – 1947 Berlin), zwischen 1915 und 1925 Rendant auf Rittergütern, Hofinspektor, Buchhalter, zwischen 1928 und 1931 Adressenschreiber, Annoncensammler, Verlagsangestellter, 1920 Roman-Debüt mit »Der junge Goedeschal«. Der vielfach übersetzte Roman »Kleiner Mann – was nun?« (1932) macht Fallada weltbekannt. Sein letztes Buch, »Jeder stirbt für sich allein« (1947), avancierte rund sechzig Jahre nach Erscheinen zum internationalen Bestseller. Weitere Werke u. a.: »Bauern, Bonzen und Bomben« (1931), »Wer einmal aus dem Blechnapf frißt« (1934), »Wolf unter Wölfen« (1937), »Der eiserne Gustav« (1938).