3.3

Die unendliche Sehnsucht der Haushaltsgeräte

von Glenn Dixon

Format:Hardcover
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Ein kleiner Staubsauger erobert die Herzen – ein liebenswerter Roman über die große Frage, was uns eigentlich menschlich macht In einem Smarthome in nicht allzu weit entfernter Zukunft geht ein kleines Gerät seiner liebsten Tätigkeit nach: Scout, ein Staubsaugerroboter, hört gern zu, wenn sein Besitzer Harold seiner schwerkranken Frau Edie vorliest. Als sie stirbt und Harold in seinem Schmerz zu versinken droht, machen es sich Scout und die anderen Haushaltsgeräte zur Aufgabe, ihrem Menschen zu helfen. Denn in der hochtechnisierten Umgebung, die auf den ersten Blick perfekt scheint, zeigen sich Risse, und Scout beginnt zu verstehen, dass die Welt nicht nur aus Schaltkreisen besteht.

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: April 21, 2026

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Aktuelle Rezensionen(1)

3.3(2 ratings)
BrittaRezension von Britta

Das Cover und der Klappentext von „Die unendliche Sehnsucht der Haushaltsgeräte“ von Glenn Dixon lassen eine warmherzige Geschichte vermuten. Tatsächlich entwickelt sich der Roman jedoch in eine ganz andere Richtung. Die Geschichte entpuppt sich als dystopische Zukunftsvision, die sich mit den Gefahren einer von künstlicher Intelligenz dominierten Gesellschaft auseinandersetzt. Dixon zeichnet ein Smart Home der nahen Zukunft, in dem sämtliche Haushaltsgeräte miteinander vernetzt und an das sogenannte „Raster“ angeschlossen sind. Das „Raster“ ist ein System, das längst die Kontrolle über nahezu alle Bereiche des menschlichen Lebens übernommen hat. Die Geräte sind perfekt auf die Gewohnheiten ihrer Besitzer abgestimmt, bestellen Lebensmittel nach, überwachen Gesundheitsdaten oder erledigen den Haushalt. Was zunächst bequem und effizient erscheint, entwickelt sich zunehmend zu einem Schreckensszenario völliger Abhängigkeit. Im Mittelpunkt stehen das ältere Ehepaar Edie und Harold, deren Alltag von der allgegenwärtigen Technik bestimmt wird. Daneben werden auch die Haushaltsgeräte selbst zu Protagonisten. Besonders interessant ist dabei die Vermenschlichung der Geräte, die miteinander kommunizieren und Entscheidungen treffen. Besonders Harolds Smartwatch verdeutlicht, wie sehr die Kontrolle bereits an die Technik abgegeben wurde. Sehr gelungen fand ich die Fragen, die der Roman aufwirft: Wie weit darf Technologie gehen? Ab wann wird künstliche Intelligenz von einer Hilfe zu einem Problem? Haben „wir“ die möglichen Konsequenzen einer vollständig digitalisierten und überwachten Gesellschaft wirklich durchdacht? Die Parallelen zu George Orwells 1984 sind dabei unverkennbar. Das „Raster“ erinnert an eine moderne Form totaler Überwachung, die Freiheit und Selbstbestimmung zunehmend einschränkt. Ein weiterer Pluspunkt ist die Bedeutung von Musik und Literatur. Glenn Dixon hebt ihre Rolle als Ausdruck menschlicher Individualität hervor. Bücher und Musik stehen symbolisch für das, was Menschen von Maschinen unterscheidet, auch wenn die KI selbst diese Bereiche zunehmend vereinnahmen möchte. Trotz der spannenden Grundidee hätte ich mir an vielen Stellen mehr Tiefe gewünscht. Einige interessante Aspekte werden nur angerissen. Besonders die Dissidenten, die sich dem System widersetzen, bleiben zu blass. Auch die Figur Kate hätte deutlich mehr Raum verdient. Zwar erfährt man, dass sie als junges Mädchen nach einem Fehler weggeschickt wurde, doch die Hintergründe werden nie vollständig aufgeklärt. Hier bleiben einige Fragen offen, die ich gerne beantwortet gesehen hätte. Insgesamt bietet der Roman eine interessante und durchaus aktuelle Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz, Überwachung und gesellschaftlicher Kontrolle.

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