Empfehlungen basierend auf "Die Sterblichkeit der Seele"

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von Victoria Lomasko

In Armenien, Georgien und Kirgistan, in den russischen Teilrepubliken Dagestan und Inguschetien, in Belarus und Russland begibt sich Victoria Lomasko mit ihren Reisereportagen auf die Suche danach, was aus dem sowjetischen Erbe geworden ist. Sie verbindet dabei äußere Ereignisse mit persönlichen Empfindungen und Kommentaren und beschreibt die gesellschaftlichen Transformationsprozesse in den ehemaligen Sowjetrepubliken: den Kampf für die Rechte von Frauen und LGBTQ-Personen in zutiefst patriarchalen Gesellschaften, die schmerzhaften Nachwirkungen ethnischer Zwangsumsiedlungen unter Stalin, den finalen Wandel von Putins totalitärem Regime zu einer Diktatur. Durch ihre einzigartige künstlerische Form des Dokumentierens führt Lomasko Wahrnehmung und Erfahrung zusammen und erzeugt so Bilder für eine ungesehene Gegenwart, über die derzeit vielleicht nur im anonymisierenden Medium der Zeichnung adäquat berichtet werden kann.

von Kate Zambreno

»Book of Mutter ist ein intensives, originelles und überaus intelligentes Werk. Zambreno untersucht Bilder und Texte aus ihrem Leben und aus Büchern, um ein komplexes Netz von Assoziationen um eine Frau zu schaffen, die seit Jahren tot ist, aber als Geheimnis und Wunde weiterlebt. Ein einzigartiger Text, der es wagt, sich der immensen Macht der Mutter zu stellen.« Siri Hustvedt»Kate Zambreno hat eine neue Form erfunden. Es ist eine Art absolute Gegenwart, das wirkliche Leben in Großaufnahme eingefangen.« Annie Ernaux»[Zambrenos] langer Prozess des Sammelns, Abschweifens, Schreibens und Weglassens ist spürbar. Eine literarische Reflexion über die Trauer und das Erinnern.« Freya Rickert / ekz-Informationsdienste»Schöner kann man das Wesen der Trauer wohl kaum berühren.« Lisa Kreißler / NDR»Oft abstrakt, dann wieder ganz sinnlich.« Ulrich Rüdenauer / SWR2 »lesenswert Kritik«»Kate Zembrano bringt Textsplitter, Zitate, literarische und poetische Miniaturen zusammen und erschafft ein ganz besonderes und kluges Kunstwerk. [...] Mich hat es sehr berührt und inspiriert.« Imke Weiter / Instagram »the_female_reader«»Er könnte nicht besser zum AKI-Verlag passen mit seiner Liebe zu Sprache, Details und Grenzgängen zwischen den Genres und Disziplinen.« Instagram »Kata___lovic«

von Ilka Piepgras

»Dieses ehrliche und inspirierende Buch räumt mit den vielen Mythen rund um den Beruf der Schriftstellerin auf und bietet eine authentische Perspektive, die die Geschlechterungleichheiten im Literaturbetrieb hervorhebt und den Lesern somit vielfältige Denkanstöße gibt.« Audrey Fricot, Poltik & Kultur, April 2023

von Susan Sontag

Susan Sontag und Jonathan Cott treffen sich 1978 zum Interview. Erst in Sontags Pariser Wohnung, dann in ihrem Loft in New York. Entstanden ist ein vielseitiges Porträt, das Susan Sontag als große und sehr agile Denkerin zeigt, vor der kaum ein Thema sicher war – Feminismus, Faschismus, Ästhetik, Ideo- logie, Chuck Berry oder Friedrich Nietzsche – und die sich keinen Deut um die Trennung von Hoch- und Popkultur scherte: »Rock ’n’ Roll hat mein Leben verändert.« Auch in ihr Privatleben gewährt Sontag Einblick und erzählt von ihrer Rolle als Mutter, ihrer Ehe und ihrer Krebserkrankung, die sie zu einer ihrer wichtigsten Publikationen, Krankheit als Metapher, veranlasste. Zur Sprache kommen außerdem ihre bedeutenden Essays Kunst und Antikunst und Über Fotografie. Und selbst der Humor, eigentlich nicht Susan Sontags Markenzeichen, kommt in diesem Buch nicht zu kurz.

von Barbara Zeman

Ein Sprachkunstwerk, aufgespannt zwischen Weltraum und UnterwasserweltIn einer winzigen blauen Wohnung lebt Theresa Neges. Ihr Name, der übersetzt »Du solltest Nein sagen« lautet, scheint nicht ohne Einfluss auf ihr Leben. Einen Beruf hat sie nicht, auch kein Geld. Sie hat nur Josef, ihren Freund, und auch den nicht ganz, trotz Liebe. In ihrem großen grauen Mantel läuft Theresa durch Wien. Liegt im Hallenbad auf dem Beckengrund und übt das Luftanhalten, sucht den Schwindel auf einem Karussell. Denn eigentlich möchte sie ins All: leicht sein, schweben. Und Beteigeuze näher sein, dem gleißend roten Riesenstern im Sternbild Orion, dem sie sich seit ihrer Kindheit verbunden fühlt.Ein poetischer Roman, eigenwillig, bildschön in jedem Satz, mit einer Erzählerin, der man überall hin folgen möchte.

von Matt Haig

Ein Brillanter, Witziger, Emotionaler Roman über Die Alltäglichen Und Die Ganz Großen Dinge Im Leben - Kurz Gesagt, über Das Menschsein! In Einer Regnerischen Freitagnacht Wird Andrew Martin, Professor Für Mathematik In Cambridge, Aufgegriffen, Als Er Nackt Eine Autobahn Entlangwandert. Professor Martin Ist Nicht Mehr Er Selbst. Ein Wesen Mit überlegener Intelligenz Und Von Einem Weit Entfernten Stern Hat Von Ihm Besitz Ergriffen. Dieser Neue Andrew Ist Nicht Begeistert Von Seiner Neuen Existenz. Er Hat Eine Denkbar Negative Meinung Von Den Menschen. Jeder Weiß Schließlich, Dass Sie Zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz Und Gewalttätigkeit Neigen. Doch Andererseits: Kann Eine Lebensform, Die Dinge Wie Weißwein Und Erdnussbutter Erfunden Hat, Wirklich Grundschlecht Und Böse Sein? Und Was Sind Das Für Seltsame Gefühle, Die Ihn überkommen, Wenn Er Debussy Hört Oder Isobel, Der Frau Des Professors, In Die Augen Blickt?

von Jonas Lüscher

Jonas Lüscher. Includes Bibliographical References (pages 109-unnumbered Page 111).

von Lisa Blumen

Der Mond bewegt sich auf die Erde zu und eine Kollision ist unvermeidlich. Angesichts des drohenden Weltuntergangs versucht eine Lebensmittelhändlerin hartnäckig, ihre letzte Dose Bohnen zu verkaufen. Junge Leute entdecken bei einer exzentrischen End-of-Humanity-Party die wahre Liebe. Eine Museums­kuratorin steht vor dem Dilemma, entscheiden zu müssen, welche Kunstwerke sie retten soll. Verlassene Kinder erfinden eine neue Familie und finden Unterschlupf bei einem alten Modellbauer. In «Vor dem Vergessen» hat Lisa Blumen eine unheimliche und doch erkennbare präapokalyptische Welt geschaffen, in der die Protagonist*innen weit davon entfernt sind, tapfere Held*innen zu sein, die alles tun würden, um die Menschheit zu retten. Stattdessen offenbaren diese gewöhnlichen Menschen ihre Charaktere durch Interaktionen mit anderen — Interaktionen, die umso mehr anrühren, da sie für den Ausgang der hoffnungslosen Situation irrelevant sind. Paradoxerweise finden die Protagonist*innen auf ihre Weise gerade kurz vor dem Weltuntergang einen Sinn in ihrem Schicksal. «In sanften Pastelltönen und gefühlvollen Worten erzählt Lisa Blumen vom Ende der Welt, von Menschlichkeit und von der Bedeutung der Sinnhaftigkeit, auch wenn alles schon längst verloren ist. ‹Vor dem Vergessen› begleitet einen Kanon aus Stimmen und Erlebnissen, blickt kurz und schmerzlich auf den unausweichlichen Abschied der Einzelnen von ihrer Welt, ihrem Leben und allem, was dazwischenliegt. Kleine Geschichten entfalten sich, je absurder die Umstände, desto schöner sind die so intimen Momente der Protagonist*innen. Akzeptanz trifft auf Sturheit, Liebe, Verzweiflung und Gemeinschaft, immer wieder öffnen sich kleine Fenster, in denen einfühlsam das letzte Ausatmen, das letzte bisschen Leben beschrieben wird. Doch kaum lernt man die vielen Darsteller*innen kennen, kaum kennt und spürt man sie, schon muss man Abschied von ihnen nehmen, bis schliesslich auch die letzte Seite umgeblättert ist und die Welt so doch endet. Ein bittersüsser Comic, der nicht loslässt.» Becky Emily Mount, Schwarz Magazin «‹Vor dem Vergessen› ist ein Buch, das wie geflüstert etwas sehr Sensibles erzählt. Man müsste fast schweigen, um dieses Geflüster zu hören und diese Stimme zu schützen.» Sarah Lapalu, eddy agency

von Yrsa Daley-Ward

»Daley-Ward erschafft eine ganz eigene Tonlage, ihre Poesie vermag sowohl Nähe wie auch sachlich anmutende Distanz zu schaffen. Von pathetischer Selbstumkreisung keine Spur. So kann ihre individuelle Geschichte zu einem Echoraum für viele andere werden.«

von Martin Peichl

Etwas fehlt. Jemand ist gegangen. Zurück bleiben Phantomschmerzen. Auch seiner selbst ist sich der namenlose Erzähler nicht mehr sicher. Und weil er die Geister, die er heraufbeschworen hat, nicht so einfach wieder loswird, heißt er sie willkommen. Verlusterfahrungen, angeschlagene Beziehungen und brüchig gewordene Sicherheiten – nichts ist für ihn mehr tabu im Grenzgebiet zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Was zuerst nur schemenhaft zu erahnen ist, nimmt allmählich Gestalt an … Martin Peichls Texte und Matthias Ledwinkas Fotografien sind Nachrufe auf Gefühle, Schilderungen von Zuständen, mit Menschen verbundene Hoffnungen und bilden einen Atlas der Verlassenschaften. Seite für Seite entfaltet sich eine emotionale Landkarte, die mal leichtfüßig, mal erdenschwer, aber immer sehnsüchtig durchschritten wird. „Das Unheimliche ist die Wiederkehr des Vertrauten in einer neuen Verkleidung. Jedes Laken verwandelt sich, wenn lange genug nicht gewaschen, in ein Gespenst.“