1. Auflage. Kiepenheuer & Witsch, Kln, 2010. 424 S., 21 cm, LeinenU - gutes Exemplar -
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Die Radleys
von Matt Haig, Friederike Levin
1. Auflage. Kiepenheuer & Witsch, Kln, 2010. 424 S., 21 cm, LeinenU - gutes Exemplar -
Aktuelle Rezensionen(4)
Für mich leider ein echter Reinfall. Ich hatte mir ein Buch mit Tiefgang, Spannung, aber auch etwas Witz, in einem Setting mit Vampiren vorgestellt , bekommen habe ich ein Buch voll mit depressiven, hinterhältigen und anstrengenden Charakteren. Auch die Handlung hat mich leider nicht wirklich gekriegt, sodass ich mich wirklich durchkämpfen musste und es leider nicht weiter empfehlen würde. Schade.
Eine nicht ganz gewöhnliche Vampir Geschichte. Vampire auf Entzug Die Radleys könnten eine ganz gewöhnliche Familie sein, die ein unauffälliges Haus in einer noch unauffälligeren Straße bewohnen und einen ebenso unauffälligen Kombi fahren. Obwohl Vater Peter Arzt ist, Mutter Helen Hausfrau und die Kinder Rowan und Clara zur Schule gehen, gibt es Dinge, Kleinigkeiten, die sie von normalen Menschen grundlegend unterscheiden. Tiere werden in der Gegenwart der Radleys aggressiv, Vögel verstummen, von Knoblauch wird ihnen schlecht. Nachts bekommen sie kein Auge zu, während sie Tagsüber von anhaltender Müdigkeit geplagt sind. Starke Sonne verursacht Kopfschmerzen und Hautekzeme. Ohne Lichtschutzfaktor 60 verlässt keiner der Radleys freiwillig das Haus. Die Erklärung dafür ist so simpel, wie haarsträubend: Sie sind abstinente Vampire! Die Radley Kinder wissen nichts von ihrem (Un)Glück, bis Clara sich in Notwehr in den Hals eines Mitschülers verbeißt und so die mühsam errichtete Fassade Stück für Stück zerbröckelt.. In der Not wendet sich Vater Peter an seinen Blutsüchtigen Bruder Will, der Graf Dracula in Sachen Charme Konkurrenz machen könnte, aber auch zwischen Genie und Wahnsinn schwankt. Mit ihm taucht auch Helens größte Angst auf, alles was ihr lieb und teuer ist endgültig zu verlieren. Meine Meinung: Wer hinter diesem Roman eine Art Satire auf die Vampirwelt erwartet, oder ausgesprochen viel Humor, wird eher enttäuscht werden. Tatsächlich nimmt sich dieses Buch der Thematik durchaus ernsthaft an. Der Autor Matt Haig hat eine wundervolle Art zu schreiben. Beim Lesen flog ich nur so über die Seiten, sodass keine Langeweile aufkommen konnte, selbst wenn die eher drögen Eheprobleme von Peter und Helen (der Alltag hat sie eingeholt) beschrieben wurden. Die Kapitel sind kurz gehalten und mit einer prägnanten Überschrift, die nur im Zusammenhang mit dem Inhalt Sinn ergibt, betitelt. Haig greift klassische Vampirklischees auf, so wird den Radleys bei Knoblauch speiübel, ein praktizierender Vampir wie Will kann andere durch sein betörenden Charme (Blutdenken) willenlos machen und sie fliegen nach Blutkonsum wie Fledermäuse durch die Gegend - ein ausgesprochen netter Nebeneffekt. Besonders witzig fand ich wer alles ein Vampir gewesen sein soll, denn da wurde nicht etwa zu Unbekannten Persönlichkeiten gegriffen, sondern u.a. zu Jimi Hendrix (täuschte seinen Tod nur vor um in sein nächsten Leben als DJ zu wechseln), Prinz ("Purple Vain") und Dichter Lord Byron. Neu erschien mir das Konzept des "Handbuchs für Abstinenzler". Ein Buch, konzipiert im Stile der Anonymen Alkoholiker, dass abstinenten Vampiren dabei helfen soll trocken zu bleiben. Aus diesem Handbuch wird bis zum Schluss zitiert. Am Ende wirkt es wie eine Farce, denn Rowan befördert das Handbuch eigenhändig aus dem fahrenden Autor (mehr verrate ich an dieser Stelle nicht!!!) Interessant ist, dass Will als Pendant zu den tugendhaften Radleys blutsüchtig wie ein Alkoholiker verwahrlost. So hat er seinen Job verloren, überschreitet ständig gesellschaftliche Grenzen, wird nachlässig beim Morden, "Freunde" kehren ihm den Rücken, wohnt in einem Campingwagen, trinkt sich mit Blut aus Weinflaschen (die er käuflich erwirbt) ständig in einen Rauschzustand und braucht immer mehr Kicks um überhaupt einen Effekt zu spüren. Will ist ein Anti-Held, einer bei dem Sympathie schnell ins Gegenteil umschlägt. Zwischen den Zeilen lässt sich teilweise erkennen wie überdrüssig er sich seinen Lebens geworden ist und auch nach dem Halt sucht, der für seinen Bruder zum goldenen Käfig geworden ist. Vielleicht wird nicht jeder mit diesem Roman glücklich. Dem Vampir-Fan wird es zu wenig um Vampire gehen. Mir persönlich gefiel nicht, wie schnell sich die Radley-Kinder mit dem Umstand Vampire zu sein anfreunden, alleine das sie endlich eine Erklärung für die Merkwürdigkeiten in ihrem Leben haben, kann ja nicht so beschwichtigend sein, wenn die Offenbarung doch so unglaublich ist. Der Showdown gen Ende des Buches zeigt dann die reißerischen Zähne des Vampirs. So böse und skrupellos, wie wir sie aus Dracula und Konsorten kennen. Mir gefällt dieser Höhepunkt sehr gut. Die Charaktere wachsen über sich hinaus und erkennen was sie wollen und wohin sie gehören. Ein meiner Meinung nach zentrales Thema ist die Selbstfindung.
https://viciousbooknerd.wordpress.com/2024/10/23/die-radleys/ Die Radleys sind eine ganz normale Mittelklassefamilie, mit allen Problemen, die man so hat. Aber sie sind auch etwas ganz besonderes, denn die Eltern sind Vampire, die aber kein Blut mehr trinken. Und ihre Kinder wissen nicht, dass sie Vampire sind. Als einer von ihnen einen Fehler macht, müssen sie sich eingestehen, dass sie Hilfe brauchen. Und sie bitten Onkel Will um Hilfe, denn er ist der einzige Vampir, der ihnen helfen kann. Als ich das Buch gelesen habe, dachte ich, es wäre eine Art Parodie voller schwarzem Humor über eine Vampirfamilie, die vorgibt, ein Mensch zu sein, und die Probleme, die sie deswegen hat. Und ja, das trifft es ganz gut, würde ich sagen. Doch schon bald wurde aus der Vampirgeschichte eine vielschichtigere Erzählung über menschliche Beziehungen. Ich war wirklich sehr positiv überrascht, wie menschlich das Buch war. Es ging um die wirklich wichtigen Dinge im Leben, um Menschlichkeit, um Beziehungen, darum, was es heißt, zu leben, und um die Opfer, die wir bereit sind zu bringen. Deshalb würde ich dieses Buch nicht unbedingt als Fantasy oder paranormal einstufen. Die Vampire waren nur ein Vorwand, um bestimmte Situationen und Reflexionen über das Leben und die Moral zu provozieren. Ich glaube, das Thema, das mich am meisten berührt hat, war das mit den Eltern. Irgendwann wurde mir diese mögliche Untreue auf beiden Seiten leider etwas unangenehm. Ich bin ein ganz normales Mädchen wie alle anderen auch, das gerne verzeiht, außer in diesem einen Punkt. Letztendlich waren Helen und Peter ein klassisches Ehepaar, das nach 17 Jahren Beziehung das Gefühl hatte, sich selbst verloren zu haben und nur noch die Dinge zu regeln. Peter spielte mit dem Gedanken, ob er sich vielleicht doch einmal wieder einen kleinen Nervenkitzel gönnen sollte, indem er sich auf eine mögliche Untreue einließ. Und Helen hatte das Gefühl, dass sie die Schuld für etwas auf sich geladen hatte, was schon vor Jahren passiert war und sie nun mit Will wieder einholte. Auch wenn ich denke, dass sie alle irgendwie Schuld hatten und in gewisser Weise Recht hatten, war ich doch ziemlich überrascht von Helens standhafter Haltung. Peter hat sicherlich viele Fehler gemacht, aber das war alles, nachdem sie sich geweigert hat, über ihre Probleme zu sprechen und gemeinsam einen Weg zu finden, sie zu lösen. Ich fand es wirklich gut, dass er bereit war, sich mit ihr auszutauschen. Leider war sie aber nicht bereit, sich ebenfalls zu öffnen. Ich finde, Helen hat es wirklich nicht leicht gehabt. Aber am Ende war es dann doch ziemlich klar, welche Macht Will über sie hat und welche Motive dahintersteckten. Tatsächlich war es diese Beziehung, die mir zunächst Unbehagen bereitete, bevor all das bestätigt wurde. Ich konnte Helen sehr gut verstehen, denn ich konnte nachvollziehen, dass sie die Dinge bedauerte, die sie aufgegeben hatte, um ihr durchschnittliches menschliches Leben zu führen. Abgesehen davon hat mir die Geschichte im Großen und Ganzen wirklich gut gefallen. Fazit: Ich muss zugeben, dass mir die erste Hälfte des Buches am besten gefallen hat. Ich fand die Einführung dieser besonderen Adams-Familie mit ihren Geheimnissen und den Kindern, die sich ihrer "Krankheit" überhaupt nicht bewusst sind, abgesehen von der Tatsache, dass sie sich nicht normal verhalten können wie ihre Altersgenossen, wirklich sehr gelungen. Es hat mir große Freude bereitet, die Geschichte zu lesen, ebenso wie den Schock, den die Familie erlebt, als sie alles entdeckt. Besonders interessant fand ich auch die Beziehungen, die sich zu den Nachbarn, der Polizei und anderen entwickeln. Ich war wirklich sehr überrascht, wie die Vampirwelt in dieser Geschichte aufgebaut ist. Diese Vampirgeschichte ist wirklich ganz besonders. Sie ist lustig und gleichzeitig ein bisschen blutig. Ich fand sie einfach wunderbar originell. Es ist wirklich toll, wenn man sich mit anderen Genres abwechselt. Aber auch die Zeit der paranormalen und Gothic-Romane hat ihren Charme. Diese Art von Literatur ist einfach anders und erfrischend. 4 von 5 Sternen!
Habe leider eher etwas Humoristsches erwartet... wenn man das nicht tut, funktioniert es vielleicht besser