Krieg, Kampf, das Dunkle im Menschen sind ein Lebensthema von Szczepan Twardoch, in all seinen Büchern. In den letzten zwei Jahren ist er als einziger westlicher Autor mehrmals mitten in den Krieg gereist, bis an die Nulllinie, die Front im Osten der Ukraine, war unterwegs mit Soldaten, Offizieren, einfachen Leuten wie Strategen. Er brachte Hilfslieferungen, sah das Sterben, war selbst in Gefahr.In diesem so erzählerischen wie existenziellen Buch schreibt Twardoch über den Krieg, blickt zurück, erzählt von seinen Großvätern, die in den Weltkriegen kämpften, betrachtet das 20. Jahrhundert und denkt mit Thukydides nach über die Gewalt. Reich durch seine Erfahrungen wie Lektüren, durch seine Gespräche mit Menschen, für die es um alles geht, ist dieser vom Erleben gespeiste Text eine große Erzählung über das Menschliche an sich, über Leben und Freiheit, Tod und Mut. Um was lohnt es zu kämpfen? Und was macht der Krieg mit dem Menschen, seiner Seele? 
Was ist bookie?
- Gratis Lieferung in Deutschland
- Finde Bücher die zu dir passen
- Tracke dein Leseverhalten und setze dir Ziele
- Connecte dich mit anderen Leser*innen
Die Nulllinie
von Szczepan Twardoch, Olaf Kühl
Krieg, Kampf, das Dunkle im Menschen sind ein Lebensthema von Szczepan Twardoch, in all seinen Büchern. In den letzten zwei Jahren ist er als einziger westlicher Autor mehrmals mitten in den Krieg gereist, bis an die Nulllinie, die Front im Osten der Ukraine, war unterwegs mit Soldaten, Offizieren, einfachen Leuten wie Strategen. Er brachte Hilfslieferungen, sah das Sterben, war selbst in Gefahr.In diesem so erzählerischen wie existenziellen Buch schreibt Twardoch über den Krieg, blickt zurück, erzählt von seinen Großvätern, die in den Weltkriegen kämpften, betrachtet das 20. Jahrhundert und denkt mit Thukydides nach über die Gewalt. Reich durch seine Erfahrungen wie Lektüren, durch seine Gespräche mit Menschen, für die es um alles geht, ist dieser vom Erleben gespeiste Text eine große Erzählung über das Menschliche an sich, über Leben und Freiheit, Tod und Mut. Um was lohnt es zu kämpfen? Und was macht der Krieg mit dem Menschen, seiner Seele? 
Aktuelle Rezensionen(3)
Die Nulllinie (Szczepan Twardoch) – Zwischen Fiktion und Frontrealität Meine Bewertung: JAIN Eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben, fällt nicht leicht und hinterlässt ein flaues Gefühl in der Magengegend. Twardoch wagt sich an ein Thema, das für viele Leser weit weg scheint, für andere jedoch schmerzhafte Realität ist. Wer die echte „Nulllinie“ zwischen Cherson und Oleschky kennt und die Zustände vor Ort – schon lange vor der Eskalation 2022, seit den Anfängen der ATO 2014 – miterlebt hat, blickt mit einem ganz anderen Anspruch auf diesen Text. Die Kritikpunkte im Detail: Sprachbarrieren: Das Buch arbeitet mit vielen kyrillischen Sätzen, die mal wortwörtlich und dann wieder eher unvollständig oder ungenau übersetzt sind. Selbst mit Sprachkenntnissen und historischem Wissen über die Region bleibt vieles schwer verständlich. Einseitige Brutalität: Twardoch zeigt ungeschönt, was Krieg aus Menschen macht. Doch die Darstellung wirkt stellenweise unausgewogen: Besonders der Umgang und die Redeweisen gegenüber Frauen sind extrem heftig und obszön, wobei dieser raue Ton fast ausschließlich dem männlichen Part zugeschrieben wird. Fehlende Tiefe im Alltag: Während das Buch die Härte des Krieges betont, fehlt oft der Blick für die Entbehrungen, die schon Jahre zuvor herrschten. Wer dort gelebt oder – wie ich in einem Tierschutzprojekt – gearbeitet hat, weiß, an wie vielen grundlegenden Dingen es den Menschen schon lange vor dem „großen Krieg“ fehlte. Fazit: Wer sollte dieses Buch lesen?Wer kein tiefgreifendes Interesse am tatsächlichen Verlauf des Krieges in der Ukraine hat oder keinerlei persönlichen Bezug zum Land verspürt, für den ist dieses Buch meiner Meinung nach nichts. Selbst für mich, die sich vor Ort historisch auskennt, die Sprache versteht und die Zustände in Oleschky und Cherson selbst erlebt hat, blieb vieles unklar. Wenn die literarische Darstellung so sperrig ist, dass selbst Menschen mit direktem Bezug nicht alles durchdringen, ist das Buch für Außenstehende kaum zugänglich. Es ist eine sehr raue, harte und oft verletzende Lektüre, die ein hohes Maß an Hintergrundwissen und emotionaler Belastbarkeit voraussetzt.
Teilweise schwierig zu lesen, teilweise schwierig zu ertragen. Die vielen Abschweifungen bringen die Geschichte nicht immer weiter und beantworten auch wenige offene Fragen.
Der polnische Autor Szczepan Twardoch ist mehrfach an die ukrainische Front gereist. Seine Erlebnisse und Eindrücke verarbeitet er in diesem hochaktuellen Roman, der zwar ein fiktives Figurenpersonal bereithält, aber mit ihnen das Bild eines echten Krieges zeichnet. Der Pole Kòn, der im echten Leben eigentlich anders heißt und auf eine universitäre Karriere zurückblickt, schließt sich freiwillig der ukrainischen Armee an, reiht sich ein in gescheiterte Existenzen, Abenteurer, Kampfeslustige, die das Heer unterstützen. Im Gegensatz zu den eingezogenen Rekruten dürften diese aber jederzeit gehen. Jenseits des Flusses Dnipro, auf der "schlechten Seite", sind die Fronten zwischen Russland und der Ukraine zum Erliegen gekommen, herrscht ein hybrider Stellungskrieg, der einerseits an die Schützengräben in Verdun erinnert, andererseits aber durch die Bestialität der Drohnenangriffe, die ihre Opfer bis zur Unkenntlichkeit zerfetzen, eine in ihrer Perfidität und Angstkulisse einzigartige Kriegsführung darstellt, die zivilisierte Werte und Gepflogenheiten weit hinter sich gelassen hat. Twardoch schafft schwer ertragbare Schreckensbilder, von denen man kaum glauben mag, dass sie sich in der Realität ereignen. Fast wie eine Drohne schweben wir über dem Protagonisten Kòn und seinen Kameraden, erzählt wird aus der 2. Person Singular, eine ungewöhnliche Perspektive, die eine Spannung zwischen Distanz und Kameradschaft eröffnet. Hier draußen zählen bedingungsloses Einstehen füreinander, gegenseitiger Verlass, temporär geschaffene Starlink-Verbindungen ermöglichen seltenen Kontakt zur Zivilisation. Doch wir blicken auch zurück, erfahren, wie die Männer sich kennengelernt haben, woher sie kommen und warum es sie an die Front getrieben hat. Twardochs Erzählton ist rau, unverblümt, schwankt zwischen zärtlich und brutal, wird dadurch unberechenbar für uns Lesende, wie das Geschehen, das die Protagonisten durchstehen müssen - weswegen wir selbst beim Lesen emotional und bezüglich des Sagbaren hart gefordert werden. "Nulllinie" geht ins Mark und hallt lange nach.