Kann dein Name den Verlauf deines Lebens ändern? Eine kleine Stadt in England im Jahr 1987: Cora macht sich mit ihrer neunjährigen Tochter auf den Weg, um die Geburt ihres Sohnes anzumelden. Ihr Mann Gordon möchte, dass sie einer langjährigen Familientradition folgt und das Baby nach ihm benennt. Doch als sie vor der Entscheidung steht, zögert Cora. Gegen seinen Willen zu handeln, ist riskant; aber ist es richtig, dass ihr Kind den Namen ihres brutalen Mannes erbt? Die Entscheidung, die sie in diesem Moment trifft, wird den Verlauf ihres Lebens bestimmen. Sieben Jahre später heißt ihr Sohn Bear, ein Name, den seine Schwester ausgesucht hat, und der sich als katastrophal erweisen wird. Oder er ist Julian, der Name, den sich seine Mutter ausgesucht hat, weil sie glaubt, dass er damit zu einer eigenen Persönlichkeit heranwächst. Oder er ist Gordon, benannt nach seinem Vater und aufgewachsen nach dessen grausamem Abbild - aber vielleicht gibt es noch eine Chance, die Muster der Vergangenheit zu durchbrechen? Florence Knapps Debütroman ist die bewegende und hoffnungsvolle Geschichte von drei Namen, drei Versionen eines Lebens und den unendlichen Möglichkeiten, die eine einzige Entscheidung auslösen kann. Es ist die Geschichte einer Familie und ihrer Liebe zueinander - egal, was das Schicksal bereithält.
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Die Namen
von Florence Knapp, Lisa Kögeböhn
Kann dein Name den Verlauf deines Lebens ändern? Eine kleine Stadt in England im Jahr 1987: Cora macht sich mit ihrer neunjährigen Tochter auf den Weg, um die Geburt ihres Sohnes anzumelden. Ihr Mann Gordon möchte, dass sie einer langjährigen Familientradition folgt und das Baby nach ihm benennt. Doch als sie vor der Entscheidung steht, zögert Cora. Gegen seinen Willen zu handeln, ist riskant; aber ist es richtig, dass ihr Kind den Namen ihres brutalen Mannes erbt? Die Entscheidung, die sie in diesem Moment trifft, wird den Verlauf ihres Lebens bestimmen. Sieben Jahre später heißt ihr Sohn Bear, ein Name, den seine Schwester ausgesucht hat, und der sich als katastrophal erweisen wird. Oder er ist Julian, der Name, den sich seine Mutter ausgesucht hat, weil sie glaubt, dass er damit zu einer eigenen Persönlichkeit heranwächst. Oder er ist Gordon, benannt nach seinem Vater und aufgewachsen nach dessen grausamem Abbild - aber vielleicht gibt es noch eine Chance, die Muster der Vergangenheit zu durchbrechen? Florence Knapps Debütroman ist die bewegende und hoffnungsvolle Geschichte von drei Namen, drei Versionen eines Lebens und den unendlichen Möglichkeiten, die eine einzige Entscheidung auslösen kann. Es ist die Geschichte einer Familie und ihrer Liebe zueinander - egal, was das Schicksal bereithält.
Aktuelle Rezensionen(56)
𝗠𝗜𝗧 𝗦𝗣𝗢𝗜𝗟𝗘𝗥 Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll, weil mich dieses Buch am Ende einfach nur noch wütend gemacht hat. Die Grundidee klang für mich wesentlich interessanter als ihre Umsetzung, und je länger ich gelesen habe, desto weniger konnte ich dem Roman überhaupt etwas abgewinnen. Schon der Klappentext ist für mich völlig irreführend. Ich erwartete einen Roman darüber, wie ein Name Identität und Lebensweg beeinflusst. Stattdessen wird häusliche Gewalt zum eigentlichen Mittelpunkt. Das wäre grundsätzlich kein Problem, wenn dieses Thema differenziert behandelt würde – was für mich leider überhaupt nicht der Fall ist. Dass dazu nicht einmal eine Triggerwarnung oder wenigstens ein deutlicher Hinweis auf die enthaltene häusliche und sexualisierte Gewalt gegeben wird, finde ich angesichts des Klappentextes wirklich daneben. Die Darstellung der häuslichen Gewalt empfand ich als erschreckend oberflächlich. Die Figuren wirken stark schematisch: der grausame Täter, die unterwürfige Ehefrau, die Tochter als Mutterersatz und die traumatisierten Kinder. Ich weiß jederzeit, dass Gordon schrecklich ist und Cora keine Schuld trägt, aber ich fühle kaum mit ihr. Der Schreibstil ist für mich so kalt und distanziert, dass ihre Gedankenwelt kaum greifbar wird. Teilweise ertappte ich mich sogar dabei, ihr Verhalten zu hinterfragen – nicht, weil ich Betroffenen die Schuld geben würde, sondern weil der Roman mir kaum vermittelt, warum und wie sie psychologisch in dieser Beziehung gefangen ist. Das hatte ich bei anderen Büchern über Missbrauch noch nie. Mir fehlen Kindheit, Erziehung, Prägungen und gesellschaftliche Bedingungen. Obwohl die Handlung Jahrzehnte zurückliegt, fühlt sie sich häufig an wie eine Geschichte aus der Gegenwart. Rollenbilder und Erwartungen der damaligen Zeit werden kaum greifbar. Auch bei Maia hatte ich das Gefühl, dass heutige Vorstellungen einfach in die Vergangenheit übertragen werden. Besonders irritierend fand ich, dass sie von jemand anderem geoutet wird und dieser massive Eingriff kaum hinterfragt wird. Am meisten enttäuscht hat mich jedoch die Darstellung von Trauma. Die drei Lebenswege wirken wie drei extreme Versuchsanordnungen: Bear entwickelt sich nach seinen traumatischen Erfahrungen beinahe unrealistisch perfekt, die Kinder in Julians Geschichte wirken trotz des Mordes an ihrer Mutter erstaunlich stabil und glücklich, und im letzten Strang wird die Gewalt so weit weitergegeben, dass der Sohn selbst zum Täter wird. Für mich wirkt es dadurch, als würde ein bestimmtes Ereignis automatisch einen bestimmten Menschen hervorbringen. Trauma und transgenerationale Gewalt werden viel zu linear dargestellt, während die psychologischen Prozesse dazwischen kaum erzählt werden. Gerade die Kinder wirken häufig funktional – süß oder witzig, statt wirklich widersprüchlich und überfordert. Auch nach Gordons Inhaftierung scheint plötzlich erstaunlich viel zu funktionieren. Die Großmutter übernimmt die Kinder, geht zur Therapie und damit scheint ihre eigene Verarbeitung des Mordes an ihrer Tochter beinahe erledigt. Dabei hätte gerade ihre Situation unglaublich viel emotionales Potenzial gehabt. Überhaupt habe ich zunehmend das Gefühl, dass der Roman Psychologie durch kurze Gespräche und Erklärungen ersetzt. Trauma wird benannt, aber nicht wirklich erforscht. Besonders gestört hat mich auch, dass Gordons Verhalten stark über seinen gewalttätigen Vater erklärt wird. Natürlich prägt Erziehung einen Menschen, aber Erklärung ist keine Entschuldigung. Gordon kann als Arzt freundlich und respektvoll mit Patient:innen umgehen und kennt gesellschaftliche Regeln sehr wohl. Er weiß also, wie man Menschen behandelt, und entscheidet sich trotzdem dafür, seine Frau zu kontrollieren und zu misshandeln. Ihm diese Verantwortung über seine Vergangenheit abzunehmen, empfinde ich als respektlos gegenüber den Opfern. Und dann kommt der Epilog, in dem ausgerechnet Gordon über seine Taten nachdenkt und darüber, wie schlecht das alles gewesen sei. Dass ein Täter Reue empfinden kann, ist nicht das Problem. Aber nachdem die Betroffenen und ihre Traumabewältigung so wenig Tiefe bekommen haben, finde ich es eine völlig falsche Schwerpunktsetzung, dem Täter am Ende noch einmal diesen emotionalen Raum zu geben. Dazu kommt die ständige Fokussierung auf romantische Liebe. Während mich die tatsächliche Traumabewältigung kaum interessiert erzählt bekam, kehrt der Roman immer wieder zu romantischen Beziehungen zurück. Und irgendwann hatte ich tatsächlich das Gefühl: Ich lese gerade einen Colleen-Hoover-Roman. Nicht wegen einer identischen Handlung, sondern wegen der Mischung aus großen dramatischen Ereignissen, eindeutigen Opfer-Täter-Rollen, vereinfachter Psychologie, romantischer Liebe als emotionalem Mittelpunkt und einer Erzählweise, die für mich eher auf emotionale Wirkung als auf echte psychologische Tiefe setzt. Was wohl am deutlichsten zeigt, wie wenig mir dieses Buch gegeben hat: Ich hatte schon während des Lesens ungewöhnlich oft den Gedanken, es abzubrechen. Ich habe mich irgendwann eigentlich nur noch durchgekämpft, um zu sehen, ob die Geschichte am Ende doch noch irgendwohin führt. Und nach mehreren solchen Fehlschlägen weiß ich inzwischen auch, dass ich mich von diesen typischen 08/15-Spiegel-Bestseller-Romanen mit hohen Bewertungen eher distanzieren werde. Eine hohe Bewertung bedeutet für mich offenbar immer weniger, dass ein Buch literarisch oder psychologisch etwas zu bieten hat. Die Grundidee von „Die Namen“ hätte unglaublich viel Potenzial gehabt. Stattdessen bekam ich für meinen Geschmack dramatische Schicksalsschläge, extreme Charakterentwicklungen, wenig psychologische Tiefe und sehr viel romantische Liebe. Für mich war das leider eines der oberflächlichsten und enttäuschendsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe – und ich kann ihm tatsächlich kaum etwas Positives abgewinnen.
Wow! Was für ein Buch. Dieses Buch hat mich wirklich alle möglichen Emotionen durchlaufen lassen und so gepackt! Das wird mich in Gedanken noch sehr lange begleiten.
Dieses Buch hat mich völlig unerwartet von sich eingenommen. Ich hätte nie gedacht, dass ich es fast am Stück durchlesen würde. In "Die Namen" geht es um Cora, die ihrem Sohn beim Standesamt einen Namen geben muss. Und dabei entscheidet sie sich. In einer Version für Bear. In einer anderen für Julian. Und in einer wieder anderen für Gordon. Alle drei Lebenswege werden von den 80er Jahren bis 2022 in regelmäßigen Abständen beleuchtet. Dabei spielt nicht nur der Junge eine große Rolle, sondern Cora selbst, ihre Mutter und auch die 9 Jahre ältere Schwester. Dieses Buch behandelt auf ungeschönte, fast grausame, Art häusliche Gewalt in psychischer und physischer Gewalt. Es geht um Missbrauch, Alkoholismus, Tod, Verlust und Trauer. Es geht um Trauma, das aufgearbeitet werden muss. Und es zeigt, dass Lebenswege sich zwangsläufig überschneiden oder eben auch nicht, wenn völlig andere Entscheidungen getroffen werden. Dieses Buch beleuchtet auf so kluge Art und Weise Familiengeflechte und Beziehungen. Wie eine Gesellschaft des Wegschauens Täter schützt. Wie beherztes Eingreifen eine Tragödie auslösen kann und wie nichts tun zu noch größeres Leid verursacht. Es zeigt aber auch, dass Hoffnung besteht. Hoffnung darauf, dass dieselben Gene nicht bedeuten, gleich zu sein. Dass nicht immer alles weitergegeben wird. Dass sich Menschen verändern können. Dass sich Fehler nicht wiederholen müssen, sondern ein Weg zur Freiheit und Glück besteht. Ich habe einige Tränen vergossen. Ich war wütend und bestürzt. Ich habe mitgefiebert und den Kopf geschüttelt. So viele Emotionen, so viel Hoffnung, Schmerz, Wut und Trauer. Ich bin sicher, dass mich "Die Namen" so schnell nicht loslassen wird und habe etwas Angst, in eine kleine Flaute zu rutschen. Dieses Buch hat mich wirklich sehr berührt und mir gezeigt, dass jede noch so kleine Entscheidung unglaublich große Auswirkungen haben kann. Eine klare Empfehlung, wenn ihr mit solchen Themen gut umgehen könnt.
Was für ein mitreißendes Buch. Ich möchte es direkt noch einmal lesen nur dieses Mal, eine Namensgeschichte nach der anderen.
Herzzerreißend. Traurig. Berührend. Und eine faszinierende Idee.