Seit über zwanzig Jahren sind Kora und Anselm glücklich verheiratet. Lange Zeit war das kinderlose Paar gut aufeinander eingespielt: sie, die erfolgreiche Journalistin, er, der Biologe, der Woche für Woche in die Hauptstadt pendelte. Doch nach einer Herz-OP findet Kora nicht mehr in ihre frühere Form zurück. Ihr Beruf, ihre Ehe, ihr Lebensentwurf – alles steht plötzlich infrage. Als ein Bekannter sie um Hilfe bittet, stürzt sich Kora in eine ungewöhnliche Recherche. Anselm wiederum hat die Rente eingereicht. Er will die verbleibende Zeit mit Kora genießen und einen lang gehegten Traum umsetzen: einen Libellenteich im Garten. Der sorgfältig zwischen Nähe und Distanz austarierte Ehealltag gerät aus dem Takt. Kora flüchtet – und begibt sich auf eine Reise zu Menschen und Orten, die sie als junge Frau geprägt haben. Wer ist sie einmal gewesen? Was hält das Leben noch für sie bereit? Und wie kann sie wieder mit Anselm glücklich sein?
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Die Liebe, später
von Gisa Klönne
Seit über zwanzig Jahren sind Kora und Anselm glücklich verheiratet. Lange Zeit war das kinderlose Paar gut aufeinander eingespielt: sie, die erfolgreiche Journalistin, er, der Biologe, der Woche für Woche in die Hauptstadt pendelte. Doch nach einer Herz-OP findet Kora nicht mehr in ihre frühere Form zurück. Ihr Beruf, ihre Ehe, ihr Lebensentwurf – alles steht plötzlich infrage. Als ein Bekannter sie um Hilfe bittet, stürzt sich Kora in eine ungewöhnliche Recherche. Anselm wiederum hat die Rente eingereicht. Er will die verbleibende Zeit mit Kora genießen und einen lang gehegten Traum umsetzen: einen Libellenteich im Garten. Der sorgfältig zwischen Nähe und Distanz austarierte Ehealltag gerät aus dem Takt. Kora flüchtet – und begibt sich auf eine Reise zu Menschen und Orten, die sie als junge Frau geprägt haben. Wer ist sie einmal gewesen? Was hält das Leben noch für sie bereit? Und wie kann sie wieder mit Anselm glücklich sein?
Aktuelle Rezensionen(5)
Story vom Prinzip her schon lesenswert, Figuren auch glaubhaft, aber ihre Krimis haben mir besser gefallen.
Das erste Drittel hat mir gefallen, das zweite hab ich großzügig überflogen, das dritte ebenfalls nur quergelesen. Alles in allem hat es mich leider nicht wirklich überzeugt.
Dieses Buch habe ich eher zufällig entdeckt und ohne grosse Erwartungen begonnen. Umso mehr hat es mich überrascht. Die Geschichte selbst ist eigentlich unspektakulär. Es gibt keine grossen Wendungen, keine besondere Spannung und keine dramatischen Ereignisse, die einen atemlos weiterlesen lassen. Trotzdem hat mich das Buch von Anfang bis Ende gefesselt. Besonders gefallen hat mir, wie ehrlich und feinfühlig die Gedanken und Gefühle der Protagonistin dargestellt werden. Ihr inneres Hin- und Hergerissensein, die Frage, was man vom Leben möchte, das Bedürfnis auszubrechen und gleichzeitig die Unsicherheit darüber, ob die getroffenen Entscheidungen wirklich richtig sind, haben mich immer wieder zum Nachdenken gebracht. Auch der Schreibstil hat mich sehr angesprochen. Teilweise arbeitet die Autorin mit kurzen, beinahe abgehackten Sätzen und Gedankenfragmenten, die zusammen ein sehr intensives Bild ergeben. Dadurch hatte ich oft das Gefühl, nicht nur über die Figuren zu lesen, sondern ihre Gedanken und Emotionen direkt mitzuerleben. Ich wollte beim Lesen nicht unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht. Vielmehr wollte ich immer wieder zu diesem besonderen Gefühl zurückkehren, das mir das Buch vermittelt hat. Für Leserinnen und Leser, die vor allem Spannung oder eine ereignisreiche Handlung suchen, könnte das Buch vielleicht zu ruhig sein. Wer jedoch literarische Romane mag, die zum Nachdenken anregen und von ihren Figuren und ihrer Atmosphäre leben, könnte hier eine schöne Entdeckung machen.
"Frei. Freiheit. Freisein." Genau das ist in diesem Buch die Frage. Kora ist 61 und hatte gerade eine schwere Herz-OP hinter sich. Jetzt nach der Reha findet sich nicht mehr in ihr Leben zurück. Egal ob Job oder Beziehung, alles fühlt sich für Kora fremd an. Wir begleiten Kora dann auf ihren Weg herauszufinden, was sie möchte und ob das ihre Sehnsucht stillt. Ein toller und bemerkenswerter Schreibstil legt hier Gisa Klönne an den Tag, sodass ich die Gedanken vom Kora voll nachvollziehen konnte. Auch die Rückblenden und diese Art von Einträgen waren wirklich sehr gut und haben mich so sehr begeistern können. Auch die Beziehung zwischen Kora und Anselm, wie dich sich verändert, wenn auf einmal beide daheim sind und genug Zeit für eigene Projekte haben. Dieses ausbalancieren und rantasten, was Kora wirklich will, hat mir sehr gut gefallen. Auch den Mut zu haben mit 61 sich nochmal neu zu suchen. Muss sagen, für mich ein 4,5 Sterne Buch. Der letzte Funke ist immer schwer, dennoch kann ich es empfehlen!
Kora, ehemalige Radiosprecherin aus Köln, steht nach einer Herz-OP und mitten im Ruhestand ihres Mannes Anselm an einem Wendepunkt ihres Lebens. Auf ihren Reisen von Köln über München bis nach Berlin begegnet sie nicht nur Menschen aus ihrer Vergangenheit, sondern vor allem sich selbst. Alte Erinnerungen, frühere Beziehungen und die großen Fragen nach Identität, Liebe und Zukunft drängen immer stärker in den Vordergrund. Die Geschichte wird in vielen kurzen Kapiteln und Rückblenden erzählt, was die innere Zerrissenheit der Protagonistin widerspiegelt, stellenweise aber auch etwas zäh und verwirrend wirkt. Koras anhaltende Unsicherheit zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und hat mich als Leserin mehrfach innehalten, manchmal auch die Augen verdrehen lassen. Trotzdem lohnt sich die Lektüre: emotional, nachdenklich und geprägt von den Spuren eines Lebens, das an entscheidenden Stellen brutal war.