Empfehlungen basierend auf "Die Judenbuche"
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von Annette von Droste-Hülshoff
Kriminalgeschichte und Milieustudie: Im Mittelpunkt der Novelle steht die Lebensgeschichte des aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Außenseiters Friedrich Mergel, dem es nicht gelingt, in der von Annette von Droste-Hülshoff sorgfältig porträtierten westfälischen Dorfgesellschaft mit ihren sozialen und regionalen Eigenheiten einen angemessenen Platz zu finden, und der darüber zum Mörder wird.
von Gerhart Hauptmann
Als Bahnwärter Thiel zum zweiten Mal heiratet, ahnt er nicht, welche Zukunft ihn an der Seite seiner neuen Frau Lene erwartet: Herrisch unterdrückt sie ihren Gatten und misshandelt den kleinen Tobias, Thiels Sohn aus erster Ehe. Doch wie viel kann ein Mensch erdulden? Welcher Schritt ist es, der zu weit führt? Gerhart Hauptmanns »novellistische Studie«, eines der bedeutendsten Werke des deutschsprachigen Naturalismus, schildert den psychopathologischen Fall Thiels mit außergewöhnlicher sprachlicher Intensität.
von Johann Wolfgang Goethe
Aus Venedig berichtete Goethe Herder von der »Crystallisation« seines Iphigenie-Dramas, das er auf der Reise umarbeitete von einer schon rhythmisierten Prosa in die endgültige Blankversform. Diesen hochbedeutenden literaturgeschichtlichen Moment stellt die vorliegende Kritische Studienausgabe in aller nötigen Detailliertheit dar: beide Fassungen jeweils kritisch ediert und einander synoptisch exakt zugeordnet, so dass ohne irgendwelche Hürden der Vergleich zustande kommt und die Beziehung zwischen den beiden Texten in allen Einzelheiten sichtbar wird.
von Georg Büchner
In seinem ersten Drama 'Dantons Tod' (1835) zeichnet Georg Büchner ein düsteres Bild der Französischen Revolution. Er dramatisiert die Ereignisse zweier Wochen im März und April 1794 als Auseinandersetzung zwischen dem 'tugendhaften' Robespierre und dem 'sittenlosen' Danton. Büchners revolutionäres Stück wurde wegen seiner politischen Schärfe und mitunter drastischen Sinnlichkeit zu Lebzeiten des Autors nur zensiert gedruckt. Weil es schonungslos das Scheitern einer humanistischen Idee zeigt, ohne die Idee selbst zu verleugnen, ist 'Dantons Tod' ein Revolutionsstück von ungebrochener Aktualität. Text in neuer Rechtschreibung. - Der Text folgt der historisch-kritischen Ausgabe mit Quellendokumentation und Kommentar ("Marburger Ausgabe").
von Georg Büchner
Das Erscheinen der lang erwarteten Studienausgabe von Büchners »Leonce und Lena« mit dem historisch-kritischen Text im Jahr 2003 ermöglicht nun auch endlich, die bewährte Doppelausgabe für die Schule von »Woyzeck« und »Leonce und Lena« auf die solide Textgrundlage zu stellen. Wir bieten damit die beiden in der Schule viel gelesenen Werke orthographisch behutsam modernisiert, in moderat angewandter neuer Rechtschreibung, mit jeweils dem Text des fragmentarisch überlieferten »Woyzeck« und des mehrfach zensierten »Leonce und Lena«, der dem Stand der neueren Büchnerforschung entspricht.
von Gotthold E Lessing
Mit dem 1755 erschienenen und uraufgeführten Drama 'Miss Sara Sampson' schuf Gotthold Ephraim Lessing das erste bedeutende deutsche "bürgerliche Trauerspiel", in dem nicht mehr die großen "Haupt- und Staatsaktionen", sondern Schicksale von Menschen aus dem "Mittelstand", aus Bürgertum und Landadel, behandelt werden. Die Personen sind nicht mehr einem übermächtigen Schicksal ausgeliefert, sondern verschulden selbst ihren Untergang. An die Stelle von Standesdenken treten im "bürgerlichen Trauerspiel" Empfindsamkeit und Tugendhaftigkeit. Lessing zeigt in 'Miss Sara Sampson' eine menschliche Tragödie um den attraktiven, aber charakterschwachen und wankelmütigen Mellefont, dessen frühere Geliebte, die skrupellose Marwood, sowie die junge, naive und tugendhafte Sara Sampson. Text in neuer Rechtschreibung. - Mit Anmerkungen von Veronica Richel.
von Johann Wolfgang von Goethe
Anm. Von Kurt Rothmann. Nachw. Von Ernst Beutler.
von Ursula Schulze
Das um 1200 entstandene »Nibelungenlied« ist berühmt durch Siegfried den Drachentöter oder Hagen von Tronje, der den Schatz der Nibelungen im Rhein bei Worms versenkt. Nicht zuletzt ist das Heldenepos eine literarische Aufarbeitung des Untergangs des Königreichs Burgund, das – ausgelöst durch den ausufernden Streit zwischen Brunhild und Kriemhild – in einer gewaltigen Schlacht erlischt. Die meisten Ausgaben des »Nibelungenlieds« bieten eine Textfassung, die erst von neuzeitlichen Herausgebern aus den drei überlieferten Handschriften konstruiert wurde. Diese Ausgabe bietet konsequent den Text der heute meistgelesenen St. Galler Handschrift B, die der vermuteten Urfassung am nächsten steht. Dem mittelhochdeutschen Originaltext gegenüber steht eine gut lesbare neuhochdeutsche Übersetzung. Der Anhang bietet einen ausführlichen Kommentar mit vielen Zusatzinformationen zu den anderen Fassungen, ein Literatur- und einem Namensverzeichnis, Informationen zur Überlieferung und zu den Editionen sowie ein Nachwort zur Stoff- und Entstehungsgeschichte, zu den historischen Bezügen, zu Form und Erzählverlauf, zu Sprache und Stil und vielen anderen Aspekten des Epos. Eine perfekte Leseausgabe in flexiblem Leinen, fadengeheftet, mit Schutzumschlag und Lesebändchen.