1980 im wohlhabenden Long Island: Carl Fletcher wird vor seinem Haus gekidnappt. Kurz darauf, nach Zahlung eines üppigen Lösegelds, wird er freigelassen, und die Familie versucht, den Vorfall hinter sich zu lassen. Doch als sie vierzig Jahre später bei einer Feier wieder zusammentrifft, wird klar, dass die lange zurückliegende Entführung unerwartete Spuren hinterlassen hat - und zwar nicht nur bei Carl, sondern bei der ganzen Familie. Und diese Auswirkungen gestalten sich mal verstörend und mal überaus amüsant! Eine große jüdisch-amerikanische Familiengeschichte, Jahrzehnte umspannend, die sich bereits jetzt wie ein Klassiker liest: sprachlich virtuos, fein beobachtet und sehr, sehr lustig.
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Die Fletchers von Long Island
von Taffy Brodesser-Akner, Sophie Zeitz
1980 im wohlhabenden Long Island: Carl Fletcher wird vor seinem Haus gekidnappt. Kurz darauf, nach Zahlung eines üppigen Lösegelds, wird er freigelassen, und die Familie versucht, den Vorfall hinter sich zu lassen. Doch als sie vierzig Jahre später bei einer Feier wieder zusammentrifft, wird klar, dass die lange zurückliegende Entführung unerwartete Spuren hinterlassen hat - und zwar nicht nur bei Carl, sondern bei der ganzen Familie. Und diese Auswirkungen gestalten sich mal verstörend und mal überaus amüsant! Eine große jüdisch-amerikanische Familiengeschichte, Jahrzehnte umspannend, die sich bereits jetzt wie ein Klassiker liest: sprachlich virtuos, fein beobachtet und sehr, sehr lustig.
Aktuelle Rezensionen(4)
Ein fantastisch-unterhaltsames Familien-Epos über die Familie Fletcher … ironisch, mit viel Witz.
Unterhaltsamer Familienepos, der sich stellenweise leider etwas zieht
Ein wahrer Epos, der sich leider zu sehr in seinen Längen verliert Ich habe eine echte Vorliebe für Familiengeschichten, sie müssen aber (besonders bei einem gewissen Umfang) gut gemacht sein. So gern ich das von diesem Werk sagen würde, muss ich doch feststellen, dass es für mich zu wenig konsistent war in seiner Stärke. Was mir gut gefallen hat, waren die verschiedenen Perspektive. Sowohl die drei mittlerweile erwachsenen Kinder des zu Beginn entführten Carls als auch seine Frau bekommen je einen Abschnitt, die immer etliche Jahre nach der Entführung spielen. Diese ist lediglich der Aufhänger der Geschichte, vielmehr spielen ihre Auswirkungen auf die indirekt Betroffenen eine Rolle. An sich ein interessanter Ansatz, doch das Buch war eindeutig zu langatmig und konnte zu selten an einer klaren Handlung festhalten. Alle drei Kinder sind herausfordernde, ambivalente, moralisch mindestens dunkelgraue Figuren, die ich gern kennenlernen wollte. Aber 150 Seiten lang Beamer auf seinen Drogenexzessen zu begleiten oder Nathans extreme Angstzustände und Jennys innere Dissonanz auszuhalten, war mir deutlich zu viel. So hatte die Geschichte richtig gute Phasen, die aber nicht lang genug angehalten haben, um in einen guten Lesefluss zu kommen. So blieb es eher ein stetiges Auf und Ab. Dabei gab es wirklich tolle Elemente, ich habe stellenweise herzlich gelacht (etwa beim Versuch Beamers, seiner Mutter die sehr nicht-jüdischen Namen seiner Frau und Kinder mitzuteilen) und fand es bemerkenswert, wie subtil Taffy Brodesser-Akner gesellschaftskritische Gedanken platziert. Racial Profiling und Klassenkritik wurden manchmal nur in einem Satz angedeutet und lösten gerade dadurch etwas viel Größeres in mir aus. Vermisst habe ich insgesamt betrachtet auch den Humor. In anderen Besprechungen habe ich von viel schwarzem Humor gelesen, aber so richtig konnten meine Erwartungen hier nicht erfüllt werden. Phasenweise zwar geprägt von einer skurrilen Alltagskomik und ironischen Elementen, war es mir auf den deutlich über 500 Seiten dann doch zu wenig. Es war für mich spannend, in das Leben einer jüdisch-amerikanischen Familie einzutauchen und fand auch das Trauma mit seinen vielschichtigen Konsequenzen für die Kinder eine spannende Ausgangslage. Mit einem Drittel weniger Länge wäre meine Bewertung wohl auch noch besser ausgefallen. So bleibe ich ein wenig unbefriedigt zurück und bereue die Lektüre zwar nicht, werde sie aber auch einfach nicht im Gedächtnis behalten.
3,5 ⭐️ // Es ist immer noch irgendwo ein gutes Buch, aber ich bin enttäuscht, da ich viel mehr erwartet habe. Ich LIEBE Familienromane/-dramen und der Klappentext hat mich auf ein wunderbares Epos hoffen lassen. Die anfängliche Erzählung der Entführung war kurzweilig und hat mich noch mitgenommen. Die einzelnen Kapitel werden dann aus Sicht von vier Familienmitgliedern erzählt. Dabei erhält besonders eines von ihnen direkt zu Beginn sehr viel Storytime, mit (meiner Meinung nach) unnötigen Ausschlachtung gewisser Themen. Das Buch zielt natürlich nicht darauf ab, Sympathien zu diesen reichen Leuten zu entwickeln, die auf so ziemlich jeder anderen Ebene sehr arm sind. Dennoch waren knapp 600 Seiten mit lauter unsympathischen oder naiven Personen sehr schwierig und frustrierend zu lesen. „Amüsant“ wie von der Kritik beschrieben ist meiner Meinung nach nur der wunderbare Schreibstil von Taffy Brodesser-Akner — die Geschichte selbst nur semi. Plus: Der Originaltitel hätte so übernommen werden können — „Long-Island-Kompromiss“ trifft es noch etwas besser. Für ein oder zwei erzählerische Ausflüge in die erste Generation (vom Holocaust in die USA/vom Geflüchteten zum Unternehmer sowie die Thematik um Traumata) lag das Buch für mich stellenweise bei 4,5 Sternen.