3.8

Die Feinde der Zeit

von Adrian Tchaikovsky, Irene Holicki

Format:Softcover
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Die Zukunft. Die Erde ist unbewohnbar geworden, und nach einigen fehlgeschlagenen Experimenten ist das Raumschiff Enkidu die letzte Hoffnung der Menschheit. Auf einem neuen Planet Eden gründen die letzten überlebenden Menschen eine Kolonie. Doch Eden ist bereits besiedelt – und die Nachbarn der Menschen bergen ein Geheimnis, das über die Zukunft der ganzen Spezies entscheiden wird.

Science-Fiction & Fantasy
560 SeitenSoftcover
Erschienen an: December 13, 2023

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Aktuelle Rezensionen(1)

3.8(2 ratings)
Simon D.Rezension von Simon D.

Diese SciFi-Reihe habe ich vergangenes Jahr auf ausdrückliche Empfehlung einer der Buchhändlerinnen von gegenüber begonnen und war vom ersten Teil begeistert. Auch wenn die genretypische Verschrobenheit danach aus meiner Sicht etwas überhand nahm, bin ich mittlerweile beim dritten Band angelangt und konnte erneut in der Geschichte versinken. Auch diese ist ziemlich abgedreht und verzwickt, sodass ich mitunter Schwierigkeiten hatte zu folgen. In einem recht harten Cut ergibt es sich dann, dass die Knoten einige Dutzend Seiten vor Schluss schön hintereinander weg aufgelöst werden, bevor es nochmal zu einem Twist, einem Clou und einem Cliffhanger kommt, der mich - selbstredend - für den vierten Band angefixt hat. Es ist nun nicht so, als seien die ersten 350 Seiten gemächliches Plätschern und die restlichen 65 pure Rasanz. Dennoch fand ich den Unterschied von Erzählton, -geschwindigkeit und -perspektive zu deutlich, weil sich mir dessen Wert und Wirkung im Gesamtkontext der Geschichte nicht erschließen. Ob mir eine mit wellenförmiger Komplexität dargebrachte Geschichte letztlich besser gefallen hätte, steht natürlich in den Sternen... Darüber hinaus muss ich gestehen, dass ich den Zeitstrahl des erzählten Universums ein bisschen aus den Augen verloren habe, wobei das wohl Teil der Erzählung ist und keine persönliche Unzulänglichkeit (auf Seiten des Autors oder des Lesers). Positiv hervorzuheben ist die Erweiterung des Tableaus an Figuren, wobei dieser Begriff in diesem Universum sehr weit gefasst sein muss: Wir haben es mit verschiedenen Spezies, Bioformen und Entitäten zu tun, die Grenzen sind mitunter fließend und eine weit vorangeschrittene Technologie macht es für den rezipierenden, schnöden Homo sapiens des jüngeren 21. Jahrhunderts nicht einfacher, sich diese Vielfalt vorzustellen. Kreativ und spannend ist sie allemal. Womit wir zum Grundsätzlichen kommen, was von Science Fiction gern berührt wird: Theory of Mind; das Verhältnis zwischen organischem und digitalem Bewusstsein; Intelligenz und Empfindungsvermögen in allen Schattierungen (von rudimentär biologisch bis durch und durch künstlich), Person und Persönlichkeit usw. All diese Fragen, Motive und Vorstellungen (Theorien, wenn man so will) werden von Tchaikovsky auf ernsthafte, aber nicht aufdringliche Weise aufgegriffen und zu Grundpfeilern seines literarischen (und eben nicht philosophischen) Werks gemacht. So hat man es mit einem künstlerisch, intellektuell und kognitiv ansprechenden Buch zu tun, das mich nicht in allen Details abgeholt hat, aber eine lesenswerte Reihe überzeugend fortführt.

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